Radiologie einfach erklärt bedeutet vor allem zu verstehen, warum es verschiedene Verfahren gibt, um Strukturen und Veränderungen im menschlichen Körper sichtbar zu machen. Röntgen beziehungsweise Projektionsradiografie, Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRI) und Ultraschall erzeugen Bilder auf unterschiedliche Weise – und jedes Verfahren besitzt besondere Stärken.
Deshalb gibt es nicht die eine „beste“ radiologische Untersuchung. Entscheidend ist die medizinische Frage: Soll ein Knochenbruch erkannt, die Lunge untersucht, ein Gelenk beurteilt oder ein Organ genauer charakterisiert werden? Dieser Überblick erklärt die wichtigsten Verfahren und zeigt, welche Aufgaben die Radiologie bei Auswahl, Durchführung und Beurteilung einer Untersuchung übernimmt.
Kurz gesagt: Was ist Radiologie?
Die Radiologie nutzt verschiedene bildgebende Verfahren, um Strukturen und krankhafte Veränderungen im Körper sichtbar zu machen. Dazu gehören vor allem Projektionsradiografie, CT, MRI und Ultraschall.
Radiolog:innen beurteilen jedoch nicht einfach nur Bilder. Sie prüfen die medizinische Fragestellung, wählen beziehungsweise optimieren das geeignete Untersuchungsverfahren, beurteilen die entstandenen Aufnahmen und führen die Ergebnisse mit klinischen Informationen und Voruntersuchungen zu einem radiologischen Befund zusammen.
Warum gibt es verschiedene bildgebende Verfahren?
Knochen, Lunge, Gehirn, Muskeln, Gefässe und Bauchorgane unterscheiden sich erheblich in ihrem Aufbau. Deshalb lassen sie sich nicht mit jedem Verfahren gleich gut darstellen.
Röntgenstrahlen werden beispielsweise von Knochen wesentlich stärker abgeschwächt als von einer luftgefüllten Lunge. MRI kann dagegen Unterschiede zwischen verschiedenen Weichteilen besonders detailliert darstellen. Ultraschall nutzt Schallwellen und ermöglicht Untersuchungen in Echtzeit.
Die verschiedenen Verfahren konkurrieren deshalb nicht einfach miteinander. Sie beantworten unterschiedliche medizinische Fragen und können sich sinnvoll ergänzen.
Röntgen: schnell und besonders wichtig für Knochen und Lunge
Die Projektionsradiografie, meist einfach als Röntgen bezeichnet, gehört zu den ältesten, aber weiterhin wichtigsten Verfahren der medizinischen Bildgebung.
Dabei durchdringen Röntgenstrahlen den Körper und werden von verschiedenen Geweben unterschiedlich stark abgeschwächt. Ein Detektor misst die ankommende Strahlung und erzeugt daraus ein zweidimensionales Projektionsbild.
Knochen erscheinen beispielsweise deutlich heller als die luftgefüllte Lunge. Typische Anwendungen sind Untersuchungen des Brustkorbs und des Skeletts. Bei Verdacht auf einen Knochenbruch kann eine Röntgenaufnahme häufig bereits die entscheidende Information liefern.
Wie läuft eine Röntgenuntersuchung ab?
Je nach Körperregion steht, sitzt oder liegt die untersuchte Person. Die Röntgenfachperson positioniert die betreffende Körperregion und richtet das Strahlenfeld möglichst genau auf den notwendigen Untersuchungsbereich aus.
Die eigentliche Aufnahme dauert meist nur einen kurzen Moment. Bei Untersuchungen des Brustkorbs kann beispielsweise eine kurze Atempause erforderlich sein.
CT: detaillierte Schnittbilder mit Röntgenstrahlung
Auch die Computertomografie (CT) arbeitet mit Röntgenstrahlung. Anders als bei einer normalen Röntgenaufnahme rotiert jedoch ein Röntgensystem um den Körper und erfasst Messdaten aus zahlreichen Richtungen.
Ein Computer berechnet daraus detaillierte Schnittbilder. Dadurch lassen sich Organe und anatomische Strukturen weitgehend überlagerungsfrei darstellen. Aus den aufgenommenen Daten können zusätzlich Bilder in verschiedenen Ebenen und dreidimensionale Darstellungen berechnet werden.
Eine besondere Stärke der CT ist ihre Geschwindigkeit. Das ist beispielsweise bei schweren Verletzungen, akuten Erkrankungen von Brustkorb und Bauchraum, Gefässerkrankungen und vielen Notfallsituationen von grossem Vorteil.
Wie aus den gemessenen Röntgendaten die Schnittbilder entstehen, erklären wir ausführlich im Beitrag Wie funktioniert ein CT?. Einen umfassenden Überblick zu Möglichkeiten und Grenzen finden Sie unter CT einfach erklärt: Ablauf, Strahlung und Kontrastmittel.
Was erlebt man bei einer CT?
Die Patientin oder der Patient liegt auf einer Untersuchungsliege, die sich durch eine relativ kurze ringförmige Öffnung bewegt. Die eigentliche Bildaufnahme dauert bei modernen Geräten häufig nur wenige Sekunden.
Bei bestimmten Fragestellungen wird ein jodhaltiges Kontrastmittel über eine Vene verabreicht. Dabei kann vorübergehend ein Wärmegefühl entstehen. Den praktischen Ablauf und die mögliche Vorbereitung erläutern wir im Beitrag CT-Untersuchung: Ablauf, Dauer und Vorbereitung.
MRI: starke Magnetfelder statt Röntgenstrahlung
Die Magnetresonanztomografie (MRI) arbeitet ohne Röntgenstrahlung. Sie nutzt ein starkes Magnetfeld und Hochfrequenzimpulse, um messbare Signale aus dem Körper zu erzeugen. Ein Computer berechnet daraus detaillierte Schnittbilder.
Eine besondere Stärke des MRI ist die Darstellung von Weichteilen. Dazu gehören beispielsweise Gehirn und Rückenmark, Gelenke, Muskeln, Sehnen sowie zahlreiche Organe des Bauch- und Beckenraums.
Je nach Fragestellung kann auch bei einer MRI ein Kontrastmittel notwendig sein. Die dabei verwendeten Kontrastmittel unterscheiden sich von den jodhaltigen Kontrastmitteln der CT.
Einen Überblick über Funktionsweise, Einsatzgebiete und Untersuchung finden Sie im Beitrag MRI einfach erklärt: Funktion, Ablauf und Vorbereitung. Welche Strukturen sich besonders gut darstellen lassen, erläutern wir unter Was kann man im MRI erkennen – und was nicht?.
Was erlebt man bei einer MRI?
Eine MRI dauert meist länger als eine CT. Die Patientin oder der Patient liegt während der Untersuchung in einem röhrenförmigen Magneten und sollte während der einzelnen Messungen möglichst ruhig bleiben.
Das Gerät erzeugt teilweise laute Klopf- und Brummgeräusche. Deshalb erhalten Patient:innen einen Gehörschutz. Vor einer MRI muss ausserdem geklärt werden, ob sich Implantate oder andere medizinische Geräte im Körper befinden, da nicht jedes Implantat uneingeschränkt für eine Untersuchung im starken Magnetfeld geeignet ist.
Weitere Informationen dazu finden Sie in den Beiträgen Warum ist das MRI so laut? und MRI und Metall: Implantate, Herzschrittmacher und Schmuck.
Ultraschall: Bildgebung mit Schallwellen
Der Ultraschall – medizinisch Sonografie genannt – verwendet hochfrequente Schallwellen. Ein Schallkopf sendet diese in den Körper und empfängt die von verschiedenen Geweben zurückkehrenden Signale.
Daraus entstehen Bilder in Echtzeit. Die untersuchende Ärztin oder der untersuchende Arzt kann den Schallkopf während der Untersuchung bewegen und Strukturen unmittelbar aus verschiedenen Richtungen betrachten.
Ultraschall eignet sich unter anderem für zahlreiche Organe des Bauchraums, die Schilddrüse, oberflächliche Strukturen, Muskeln, Sehnen und Blutgefässe. Auch in Schwangerschaft und Kindermedizin spielt das Verfahren eine wichtige Rolle. Eine Besonderheit ist, dass Ultraschall keine ionisierende Strahlung verwendet.
Wie Schallwellen und Echos zum Ultraschallbild werden, erklären wir im Beitrag Wie funktioniert Ultraschall?. Welche Organe und Gewebe dargestellt werden können und wo die Grenzen liegen, erfahren Sie unter Was erkennt man im Ultraschall?.
Welches bildgebende Verfahren ist das beste?
Keines dieser Verfahren ist grundsätzlich besser als die anderen. Entscheidend ist vielmehr, welches Verfahren die konkrete medizinische Frage am zuverlässigsten und mit möglichst geringer Belastung beantworten kann.
Bei einem vermuteten Knochenbruch kann beispielsweise eine Röntgenaufnahme ausreichen. Für bestimmte komplexe Frakturen liefert eine CT zusätzliche Informationen. Bei Verletzungen von Bändern, Knorpel oder anderen Weichteilen kann dagegen ein MRI besser geeignet sein.
Auch die Dringlichkeit spielt eine Rolle. Eine CT kann grosse Körperregionen innerhalb kurzer Zeit untersuchen und ist deshalb beispielsweise bei schwer verletzten Patient:innen besonders wichtig. Ultraschall kann wiederum unmittelbar am Untersuchungsort eingesetzt werden und ermöglicht zusätzlich die Beobachtung von Bewegungen und Blutströmungen in Echtzeit.
Warum braucht man manchmal mehrere Untersuchungen?
Eine zusätzliche Untersuchung bedeutet nicht automatisch, dass die erste Untersuchung schlecht oder unvollständig war. Projektionsradiografie, CT, MRI und Ultraschall zeigen unterschiedliche Eigenschaften von Geweben. Deshalb kann eine zweite Methode eine neue medizinische Frage beantworten, die mit der ersten Untersuchung nicht zuverlässig geklärt werden konnte.
Ein Ultraschall kann beispielsweise eine Veränderung entdecken, deren genaue Zusammensetzung anschliessend mit CT oder MRI beurteilt wird. Umgekehrt kann nach einer CT ein MRI notwendig werden, wenn bestimmte Gewebeeigenschaften genauer untersucht werden sollen.
Die zweite Untersuchung beantwortet dann eine andere oder weiterführende Frage als die erste.
Wer entscheidet, welche Untersuchung sinnvoll ist?
Meist beginnt der Weg mit einer medizinischen Fragestellung. Die zuweisende Ärztin oder der zuweisende Arzt schlägt häufig bereits ein bildgebendes Verfahren vor.
Radiolog:innen prüfen die Indikation und beurteilen, ob die geplante Untersuchung für die Fragestellung geeignet ist. Besonders bei Verfahren mit ionisierender Strahlung – also Projektionsradiografie und CT – gehört die Rechtfertigung der Strahlenanwendung zu den zentralen Grundsätzen des Strahlenschutzes.
Kann eine andere Methode die medizinische Frage besser oder ohne Röntgenstrahlung beantworten, kann das Untersuchungsverfahren nach entsprechender medizinischer Abstimmung angepasst werden.
Was bedeutet Strahlenbelastung in der Radiologie?
Projektionsradiografie und CT arbeiten mit ionisierender Strahlung (energiereiche Strahlung, die biologische Strukturen verändern kann). Deshalb wird Röntgenstrahlung in der Medizin nicht unnötig eingesetzt.
Die Strahlendosis unterscheidet sich erheblich zwischen verschiedenen Untersuchungen. Eine einzelne Röntgenaufnahme kann beispielsweise eine wesentlich geringere Dosis verursachen als eine umfangreiche CT-Untersuchung.
Moderne Geräte passen die benötigte Strahlung möglichst genau an Körperregion und Untersuchungsaufgabe an. Gleichzeitig wird das untersuchte Gebiet so weit wie sinnvoll begrenzt.
Wie CT-Dosis, Strahlenrisiko und moderne Dosisoptimierung einzuordnen sind, erklären wir ausführlich im Beitrag Strahlung beim CT: Dosis und Risiken.
Warum bekommt man heute häufig keine Bleischürze mehr?
Bleischürzen und andere Patientenschutzmittel wurden über Jahrzehnte routinemässig bei vielen Röntgenuntersuchungen verwendet. Moderne Gerätetechnik und neue wissenschaftliche Erkenntnisse haben die Empfehlungen jedoch verändert.
Heute wird unnötige Strahlenexposition vor allem durch eine korrekte Indikationsstellung, die präzise Begrenzung des Untersuchungsbereichs und optimierte Geräteeinstellungen vermieden.
Eine auf dem Körper liegende Bleiabdeckung bietet bei vielen Untersuchungen kaum zusätzlichen Schutz und kann unter bestimmten Umständen die Bildgebung oder automatische Dosissteuerung beeinträchtigen.
Der Strahlenschutz ist also nicht verschwunden. Er erfolgt heute vor allem durch eine optimierte Untersuchungstechnik.
Wann braucht man Kontrastmittel?
Manche Strukturen unterscheiden sich auf Bildern ohne Kontrastmittel nur wenig voneinander. Kontrastmittel können Blutgefässe, Organe und bestimmte krankhafte Veränderungen deutlicher sichtbar machen.
Bei der CT werden häufig jodhaltige Kontrastmittel verwendet. Bei der MRI kommen andere, meist gadoliniumhaltige Kontrastmittel zum Einsatz. Auch beim Ultraschall können für spezielle Fragestellungen Kontrastmittel verwendet werden.
Nicht jede Untersuchung benötigt Kontrastmittel. Ob es sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen medizinischen Fragestellung ab. Weitere Informationen finden Sie in den Beiträgen CT-Kontrastmittel: Wann wird es benötigt und wie fühlt es sich an? und MRI-Kontrastmittel: Nutzen und Risiken.
Wie entsteht aus den Bildern ein radiologischer Befund?
Nach der Untersuchung beginnt ein wesentlicher Teil der radiologischen Arbeit: die medizinische Interpretation der Bilder. Manche Veränderungen sind sehr deutlich erkennbar. Andere lassen sich erst durch die Kombination verschiedener Bildmerkmale richtig einordnen.
Dafür berücksichtigt die Radiologin oder der Radiologe neben den Bildern auch die Fragestellung, relevante klinische Informationen und – wenn vorhanden – frühere Untersuchungen. Voraufnahmen können beispielsweise zeigen, ob eine Veränderung neu entstanden, gewachsen oder seit Jahren unverändert ist.
Aus diesen Informationen entsteht der radiologische Befund. Darin werden relevante Beobachtungen beschrieben, medizinisch eingeordnet und in einer Beurteilung zusammengefasst.
Ist ein radiologischer Befund immer eine endgültige Diagnose?
Nein. Manche Veränderungen können anhand ihrer charakteristischen Bildmerkmale sehr zuverlässig diagnostiziert werden. Bei anderen kann die Radiologie mögliche Ursachen eingrenzen oder eine Verdachtsdiagnose formulieren.
Für eine endgültige Diagnose können dann weitere Informationen notwendig sein, beispielsweise Laborwerte, klinische Untersuchungen oder eine Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe zur mikroskopischen Untersuchung).
Radiologische Bildgebung ist deshalb immer Teil des gesamten diagnostischen Prozesses.
Was ist ein Zufallsbefund?
Radiolog:innen beurteilen nicht nur die Struktur, auf die sich die ursprüngliche Fragestellung bezieht. Auch die übrigen auf den Bildern dargestellten Bereiche werden systematisch betrachtet.
Dabei kann eine Veränderung entdeckt werden, nach der ursprünglich gar nicht gesucht wurde. Dies bezeichnet man als Zufallsbefund.
Viele solcher Befunde sind harmlos und benötigen keine weitere Abklärung. Andere sollten kontrolliert oder genauer untersucht werden. Gelegentlich wird auf diese Weise auch eine bislang unbekannte Erkrankung entdeckt.
Was bedeutet Screening?
Screening (systematische Früherkennungsuntersuchung bei Menschen ohne entsprechende Beschwerden) unterscheidet sich von einer diagnostischen Untersuchung, die aufgrund von Symptomen oder eines konkreten Krankheitsverdachts durchgeführt wird.
Ziel eines Screenings ist es, eine bestimmte Erkrankung oder ihre Vorstufen möglichst früh zu erkennen. Beispiele aus der Radiologie sind die Mammografie zur Brustkrebsfrüherkennung und die Low-Dose-CT der Lunge bei ausgewählten Menschen mit erhöhtem Lungenkrebsrisiko.
Screening ist jedoch nicht automatisch für jeden Menschen sinnvoll. Ein Früherkennungsprogramm sollte nur eingesetzt werden, wenn wissenschaftlich gezeigt wurde, dass der erwartete Nutzen die möglichen Nachteile überwiegt.
Wie eine dosisreduzierte CT funktioniert und warum sie nur für bestimmte Fragestellungen geeignet ist, erläutern wir im Beitrag Low-Dose-CT: Was bedeutet das und wann wird es eingesetzt?.
Was passiert mit meinen radiologischen Bildern?
Moderne radiologische Untersuchungen erzeugen digitale Bilddaten. Diese werden in speziellen medizinischen Bildarchiven gespeichert und stehen Radiolog:innen für Befundung und Vergleich zur Verfügung.
Besonders wichtig können frühere Untersuchungen sein. Der Vergleich mit älteren Bildern hilft häufig dabei, Veränderungen zuverlässig einzuordnen und unnötige zusätzliche Untersuchungen zu vermeiden.
Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz in der Radiologie?
Künstliche Intelligenz kann Radiolog:innen bei bestimmten Aufgaben unterstützen. Programme können beispielsweise Bilder analysieren, Messungen durchführen oder auf mögliche Auffälligkeiten hinweisen.
Die medizinische Beurteilung besteht jedoch aus mehr als dem Erkennen eines Musters auf einem Bild. Fragestellung, Krankengeschichte, Voruntersuchungen und die Bedeutung verschiedener Befunde müssen gemeinsam berücksichtigt werden.
Künstliche Intelligenz ist deshalb ein zusätzliches Werkzeug innerhalb des radiologischen Arbeitsprozesses und ersetzt nicht die medizinische Gesamtbeurteilung.
Was sollten Patient:innen vor einer radiologischen Untersuchung mitteilen?
Welche Informationen wichtig sind, hängt vom geplanten Verfahren ab. Dazu können beispielsweise gehören:
- eine bestehende oder mögliche Schwangerschaft,
- Implantate oder andere medizinische Geräte vor einer MRI,
- bekannte Nierenerkrankungen vor bestimmten Kontrastmitteluntersuchungen,
- frühere Reaktionen auf Kontrastmittel sowie
- relevante Voruntersuchungen.
Besonders hilfreich sind frühere Bilder, wenn sie in einer anderen medizinischen Einrichtung angefertigt wurden und nicht bereits elektronisch verfügbar sind. Der direkte Vergleich kann die Beurteilung erheblich erleichtern.
Häufige Missverständnisse
„CT und MRI sind eigentlich dasselbe.“
Nein. Beide Verfahren erzeugen Schnittbilder, funktionieren aber physikalisch völlig unterschiedlich. CT verwendet Röntgenstrahlung, MRI ein starkes Magnetfeld und Hochfrequenzimpulse.
„MRI ist immer genauer als CT.“
Nein. Welches Verfahren geeigneter ist, hängt von der medizinischen Fragestellung ab. Bei manchen Erkrankungen ist CT besonders geeignet, bei anderen MRI, Projektionsradiografie oder Ultraschall.
„Wenn eine zweite Untersuchung notwendig ist, war die erste schlecht.“
Nein. Unterschiedliche Verfahren liefern unterschiedliche Informationen und können sich deshalb sinnvoll ergänzen.
„Röntgenstrahlung sollte grundsätzlich vermieden werden.“
Unnötige Strahlenexposition sollte vermieden werden. Ist eine Untersuchung mit Röntgenstrahlung medizinisch gerechtfertigt, kann ihr diagnostischer Nutzen jedoch deutlich grösser sein als das damit verbundene mögliche Risiko.
„Radiolog:innen schauen nur die Bilder an.“
Nein. Zur radiologischen Tätigkeit gehören unter anderem die Prüfung der medizinischen Fragestellung, die Auswahl und Optimierung der Bildgebung, die systematische Bildinterpretation, der Vergleich mit Voruntersuchungen und die medizinische Einordnung der Befunde.
Fazit
Radiologie einfach erklärt bedeutet vor allem zu verstehen, dass Projektionsradiografie, CT, MRI und Ultraschall unterschiedliche Einblicke in den menschlichen Körper ermöglichen.
Welches Verfahren sinnvoll ist, hängt nicht davon ab, welches technisch am modernsten erscheint, sondern davon, welche medizinische Frage beantwortet werden soll.
Moderne Radiologie umfasst deshalb weit mehr als das Erstellen von Bildern. Sie beginnt mit der Auswahl und Planung der geeigneten Untersuchung und reicht über Strahlenschutz und Kontrastmittel bis zur systematischen Bildinterpretation, zum Vergleich mit Voruntersuchungen und zum radiologischen Befund.
Die beste Bildgebung ist diejenige, die für die konkrete medizinische Fragestellung die entscheidende Information liefert.
Weiterführende Beiträge
- CT einfach erklärt: Ablauf, Strahlung und Kontrastmittel
- Wie funktioniert ein CT?
- Was sieht man im CT besonders gut – und was nicht?
- MRI einfach erklärt: Funktion, Ablauf und Vorbereitung
- Was kann man im MRI erkennen – und was nicht?
- Wie funktioniert Ultraschall?
- Was erkennt man im Ultraschall?
- Strahlung beim CT: Dosis und Risiken
- Low-Dose-CT: Was bedeutet das und wann wird es eingesetzt?
- CT-Kontrastmittel: Wann wird es benötigt und wie fühlt es sich an?
- MRI-Kontrastmittel: Nutzen und Risiken
Literatur und weiterführende Informationen
- Bundesamt für Gesundheit (BAG): Medizinische Strahlenanwendungen und Strahlenschutz in der diagnostischen Radiologie. Schweiz.
- Bundesamt für Gesundheit (BAG): Patientenschutzmittel in der Röntgendiagnostik. Schweiz.
- European Society of Radiology (ESR): Patient information and communication in medical imaging.
- American College of Radiology (ACR): Appropriateness Criteria. Evidence-based guidance for diagnostic imaging.
- Radiological Society of North America (RSNA) und American College of Radiology (ACR): RadiologyInfo – Grundlagen radiologischer Untersuchungsverfahren und Patienteninformation.


