Strahlung beim CT: Dosis und Risiken

Moderner CT-Scanner mit Darstellung der Entwicklung der Strahlendosis

Strahlung beim CT ist für viele Patient:innen ein wichtiges Thema. Eine Computertomografie verwendet Röntgenstrahlung und ist deshalb mit einer Strahlenexposition verbunden. Wie hoch diese ist, hängt jedoch stark von der untersuchten Körperregion, der medizinischen Fragestellung und der verwendeten Technik ab.

Gleichzeitig hat sich die Computertomografie technisch erheblich weiterentwickelt. Moderne CT-Geräte benötigen für viele Untersuchungen deutlich weniger Strahlung als frühere Generationen. Dazu tragen unter anderem empfindlichere Detektoren, automatisch angepasste Aufnahmeparameter und neue Verfahren zur Berechnung der CT-Bilder bei.

Kurz gesagt: Wie gefährlich ist die Strahlung beim CT?

Eine CT verwendet ionisierende Röntgenstrahlung, die grundsätzlich biologische Wirkungen haben kann. Bei den in der diagnostischen CT üblichen Dosen stehen nicht deterministische Gewebeschäden, sondern vor allem mögliche stochastische Langzeitwirkungen im Mittelpunkt.

Damit ist insbesondere ein sehr kleines zusätzliches langfristiges Krebsrisiko gemeint. Wie gross dieses Risiko nach einer einzelnen Untersuchung für eine bestimmte Person tatsächlich ist, lässt sich nicht exakt angeben.

Deshalb gilt in der Radiologie ein wichtiges Prinzip: Eine CT sollte durchgeführt werden, wenn der erwartete medizinische Nutzen die möglichen Nachteile der Strahlenexposition überwiegt. Gleichzeitig wird die Untersuchung so geplant, dass nur so viel Strahlung eingesetzt wird, wie für eine zuverlässige Diagnose erforderlich ist.

Einen allgemeinen Überblick über Funktionsweise, Einsatzgebiete und Untersuchungsablauf bietet der Beitrag CT einfach erklärt: Ablauf, Strahlung und Kontrastmittel.

Warum benötigt eine CT überhaupt Röntgenstrahlung?

Bei einer CT rotiert ein Röntgensystem um den Körper. Die Strahlung durchdringt den untersuchten Bereich aus zahlreichen Richtungen und wird auf der gegenüberliegenden Seite von Detektoren gemessen.

Verschiedene Gewebe schwächen die Röntgenstrahlung unterschiedlich stark ab. Aus diesen Messdaten berechnet der Computer Schnittbilder des Körpers.

Knochen, Luft, Fett, Organe, Blutgefässe und krankhafte Veränderungen können dadurch mit unterschiedlichen Grauwerten dargestellt werden.

Anders als bei einer klassischen Projektionsradiografie entsteht also nicht nur eine zweidimensionale Projektion. Die CT erfasst sehr viele Messwerte, aus denen detaillierte Schnittbilder und bei Bedarf auch dreidimensionale Darstellungen berechnet werden.

Wie Röntgenröhre, Detektoren und Bildrekonstruktion zusammenspielen, erklären wir ausführlicher im Beitrag Wie funktioniert ein CT?.

Was bedeutet Strahlendosis?

Die Strahlenexposition einer CT lässt sich mit verschiedenen physikalischen Grössen beschreiben.

Auf CT-Geräten und in Untersuchungsprotokollen finden sich beispielsweise:

  • CTDI, CT-Dosisindex (technische Kenngrösse für die Strahlenexposition eines CT-Protokolls) und
  • DLP, Dosis-Längen-Produkt (Kenngrösse, die zusätzlich die Länge des untersuchten Bereichs berücksichtigt).

Diese Werte helfen vor allem dabei, Untersuchungsprotokolle zu überwachen, zu vergleichen und zu optimieren.

Wenn unterschiedliche Untersuchungen hinsichtlich ihrer möglichen biologischen Wirkung grob miteinander verglichen werden sollen, wird häufig die effektive Dosis verwendet. Sie wird in Millisievert, kurz mSv (Einheit zur Einordnung der Strahlenexposition unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Strahlenempfindlichkeit verschiedener Organe und Gewebe) angegeben.

Die effektive Dosis ist jedoch kein exakter persönlicher Risikowert. Sie ist eine Strahlenschutzgrösse, die vor allem zum Vergleich und zur groben Einordnung unterschiedlicher Expositionen verwendet wird.

Wie hoch ist die Dosis einer CT?

Darauf gibt es keine einzige allgemein gültige Zahl. Eine kleine, gezielt untersuchte Körperregion kann eine wesentlich geringere Strahlenexposition verursachen als eine CT von Brustkorb, Bauch und Becken. Auch eine dosisreduzierte Untersuchung der Lunge unterscheidet sich erheblich von einer komplexen mehrphasigen CT des Bauchraums.

Die tatsächliche Dosis hängt unter anderem ab von:

  • der untersuchten Körperregion,
  • der Länge des Scanbereichs,
  • dem Körperbau,
  • der medizinischen Fragestellung,
  • der Zahl der Aufnahmeserien sowie
  • dem verwendeten CT-Gerät und Untersuchungsprotokoll.

Deshalb sind pauschale Aussagen wie „eine CT entspricht einer bestimmten Anzahl von Röntgenaufnahmen“ nur eingeschränkt hilfreich. Solche Vergleiche berücksichtigen Unterschiede zwischen Körperregionen und Untersuchungsprotokollen nur unzureichend.

Was sind deterministische Strahlenwirkungen?

Bei den biologischen Wirkungen ionisierender Strahlung muss zwischen deterministischen Strahlenwirkungen, heute häufig als Gewebereaktionen bezeichnet, und stochastischen Strahlenwirkungen unterschieden werden.

Deterministische Strahlenwirkungen treten erst oberhalb bestimmter Dosisschwellen auf. Unterhalb dieser Schwelle ist die jeweilige Gewebereaktion nicht zu erwarten. Oberhalb der Schwelle nimmt mit zunehmender Dosis insbesondere die Schwere der möglichen Schädigung zu.

Beispiele sind Hautschäden, Gewebeschädigungen oder andere unmittelbare beziehungsweise dosisabhängige Organreaktionen nach entsprechend hoher Strahlenexposition.

Die Strahlendosen einer einzelnen fachgerecht durchgeführten diagnostischen CT liegen normalerweise weit unter den Bereichen, in denen solche deterministischen Gewebeschäden zu erwarten sind.

Was sind stochastische Strahlenwirkungen?

Stochastische Strahlenwirkungen funktionieren anders. Hier wird im medizinischen Strahlenschutz keine sichere Dosisschwelle angenommen, unterhalb derer ein Risiko vollständig ausgeschlossen werden kann.

Ionisierende Strahlung kann Veränderungen der DNA verursachen. Der Körper besitzt sehr leistungsfähige Reparaturmechanismen, die viele solcher Veränderungen korrigieren. Einzelne Veränderungen können jedoch bestehen bleiben und langfristig zur Entstehung einer Krebserkrankung beitragen.

Mit zunehmender kumulativer Strahlenexposition wird deshalb vorsorglich von einer zunehmenden Wahrscheinlichkeit solcher stochastischen Wirkungen ausgegangen. Das bedeutet nicht, dass eine niedrige Dosis automatisch einen Schaden verursacht. Das individuelle zusätzliche Risiko einer einzelnen diagnostischen CT ist klein und kann für eine einzelne Person nicht exakt berechnet werden.

Gerade deshalb werden unnötige Untersuchungen vermieden und medizinisch notwendige CT-Untersuchungen konsequent dosisoptimiert.

Warum kann Röntgenstrahlung biologische Wirkungen verursachen?

Röntgenstrahlung gehört zur ionisierenden Strahlung (energiereiche Strahlung, die Atome und Moleküle ionisieren beziehungsweise verändern kann).

Dabei können auch Bestandteile von Zellen und die Erbsubstanz DNA betroffen sein. Schäden können entweder durch direkte Wechselwirkungen mit der DNA oder indirekt über chemisch reaktive Moleküle entstehen.

Der menschliche Körper repariert fortlaufend DNA-Schäden, die auch ohne medizinische Strahlenexposition entstehen. Diese Reparatur ist sehr leistungsfähig, aber nicht vollkommen fehlerfrei. Deshalb lässt sich ein stochastisches Langzeitrisiko bei ionisierender Strahlung grundsätzlich nicht vollständig ausschliessen.

Bedeutet jede CT ein messbares Krebsrisiko?

Für hohe Strahlendosen ist der Zusammenhang zwischen ionisierender Strahlung und einem erhöhten Krebsrisiko eindeutig nachgewiesen.

Schwieriger ist die genaue Risikobestimmung bei den wesentlich niedrigeren Dosen diagnostischer Untersuchungen. Ein möglicher kleiner zusätzlicher Effekt lässt sich dort statistisch nur schwer von der ohnehin bestehenden natürlichen Krebsrate unterscheiden.

Im Strahlenschutz wird deshalb vorsorglich davon ausgegangen, dass auch geringe zusätzliche Strahlendosen mit einem sehr kleinen zusätzlichen langfristigen Risiko verbunden sein können.

Für eine einzelne Person lässt sich jedoch nicht vorhersagen, ob eine einzelne CT später gesundheitliche Folgen haben wird.

Das mögliche Strahlenrisiko muss ausserdem dem Risiko gegenübergestellt werden, eine relevante Erkrankung nicht oder zu spät zu erkennen. Bei einer medizinisch begründeten CT überwiegt der diagnostische Nutzen in der Regel das mögliche Strahlenrisiko deutlich.

Warum ist die CT heute dosisärmer als früher?

Die ersten klinischen Computertomografen wurden Anfang der 1970er-Jahre eingesetzt. Die Geräte waren langsam, und zunächst konnten nur begrenzte Körperregionen mit vergleichsweise einfachen Schnittbildern untersucht werden.

Seitdem wurden Röntgenröhren, Detektoren, Computer, Aufnahmetechniken und Rekonstruktionsverfahren grundlegend weiterentwickelt.

Moderne Geräte können grosse Körperregionen innerhalb weniger Sekunden untersuchen. Ein wesentlicher Teil der technischen Entwicklung zielt darauf, aus möglichst wenig eingesetzter Strahlung möglichst viel diagnostische Information zu gewinnen.

Wie reduzieren moderne CT-Geräte die Strahlendosis?

Moderne CT-Systeme können die benötigte Röntgenstrahlung wesentlich genauer an Patient:in und Körperregion anpassen als frühere Geräte.

Eine wichtige Technik ist die automatische Anpassung des Röhrenstroms. Das CT berücksichtigt dabei, dass durch einen schmalen Körperbereich weniger Strahlung benötigt wird als durch einen breiteren oder dichteren Bereich.

Auch Röhrenspannung, Scanlänge, Filterung und andere Aufnahmeparameter können an die jeweilige diagnostische Aufgabe angepasst werden.

Besonders wichtig ist die Begrenzung des untersuchten Bereichs: Körperregionen, die für die medizinische Fragestellung nicht benötigt werden, sollten möglichst nicht mit untersucht werden.

Was bedeutet iterative Rekonstruktion?

Ein CT-Gerät nimmt nicht unmittelbar das fertige Bild auf. Die Detektoren erfassen zunächst Messdaten, aus denen ein Computer anschliessend die CT-Bilder berechnet.

Bei geringer Strahlendosis enthalten die Messdaten weniger Informationen und das Bild kann stärker rauschen.

Bildrauschen (zufällige körnige Bildunruhe, die feine Gewebeunterschiede schlechter erkennbar machen kann) lässt sich vereinfacht mit einem Foto vergleichen, das bei ungünstigen Lichtverhältnissen aufgenommen wurde.

Bei der iterativen Rekonstruktion (mehrstufiges Rechenverfahren zur Verringerung von Bildrauschen und bestimmten Bildfehlern) erzeugt der Computer zunächst ein Bild, vergleicht dieses wiederholt mit den gemessenen Daten und korrigiert Abweichungen.

Dadurch können Bildrauschen und bestimmte Artefakte reduziert werden. Bei geeigneten Untersuchungen lässt sich deshalb mit weniger Röntgenstrahlung arbeiten, ohne dass die erforderliche diagnostische Bildqualität verloren geht.

Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz?

Eine neuere Entwicklung ist die Deep-Learning-Rekonstruktion (KI-basiertes Verfahren zur Berechnung und Optimierung von CT-Bildern aus gemessenen Daten).

Dabei werden mathematische Modelle verwendet, die anhand grosser Mengen von Bild- und Messdaten trainiert wurden, um Bildrauschen von diagnostisch relevanter Information zu unterscheiden.

Solche Verfahren können aus vergleichsweise rauschreichen Messdaten diagnostisch besser verwertbare Bilder erzeugen und dadurch eine weitere Dosisoptimierung ermöglichen.

Sie können fehlende Messinformationen jedoch nicht unbegrenzt ersetzen.

Kann man die CT-Dosis beliebig reduzieren?

Nein. Weniger Strahlung bedeutet zunächst weniger Messinformation. Wird die Dosis zu stark reduziert, können kleine oder kontrastarme Veränderungen schlechter erkennbar werden.

Auch moderne KI- und Rekonstruktionsverfahren müssen deshalb sorgfältig darauf geprüft werden, ob diagnostisch relevante Veränderungen zuverlässig sichtbar bleiben.

Die entscheidende Frage lautet nicht, ob ein CT-Bild besonders glatt oder rauscharm aussieht, sondern ob die medizinisch wichtige Information zuverlässig erhalten bleibt.

Dosisoptimierung bedeutet deshalb nicht „so wenig Strahlung wie technisch möglich“, sondern so wenig wie sinnvoll möglich und gleichzeitig so viel wie diagnostisch erforderlich.

Wie dieses Prinzip bei speziell dosisreduzierten Untersuchungen umgesetzt wird, erklären wir im Beitrag Low-Dose-CT: Was bedeutet das und wann wird es eingesetzt?.

Wie stark ist die CT-Dosis tatsächlich gesunken?

Die technische Entwicklung lässt sich auch in realen Untersuchungsdaten erkennen. Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit berichtete, dass die durchschnittliche Strahlenbelastung pro CT-Untersuchung im Vergleich zu früheren Jahren deutlich gesunken ist. Als wichtige Gründe gelten technische Fortschritte und konsequente Massnahmen zur Dosisoptimierung.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jede heutige CT exakt um denselben Prozentsatz dosisärmer ist als eine vergleichbare ältere Untersuchung.

Die tatsächliche Entwicklung unterscheidet sich je nach Gerät, Körperregion, Patient:in und Untersuchungsprotokoll.

Warum steigt die medizinische Strahlenexposition trotzdem?

Hier zeigt sich ein wichtiger Unterschied zwischen der Dosis einer einzelnen Untersuchung und der Strahlenexposition einer gesamten Bevölkerung.

Eine einzelne CT kann heute dosisärmer sein als früher. Gleichzeitig werden insgesamt deutlich mehr CT-Untersuchungen durchgeführt und die Computertomografie wird für immer mehr medizinische Fragestellungen eingesetzt.

Dadurch kann die gesamte medizinisch verursachte Strahlenexposition einer Bevölkerung trotz sinkender Einzeldosis hoch bleiben oder zunehmen.

Dosisoptimierung ersetzt deshalb nicht die sorgfältige Indikationsstellung. Eine besonders dosisarme CT, die medizinisch nicht notwendig ist, verursacht weiterhin eine vermeidbare Strahlenexposition.

Was sind diagnostische Referenzwerte?

Für zahlreiche CT-Untersuchungen existieren diagnostische Referenzwerte (Vergleichswerte für typische Strahlendosen medizinischer Untersuchungen).

Radiologische Einrichtungen können damit ihre verwendeten Dosen überprüfen und ungewöhnlich hohe Werte erkennen.

Diagnostische Referenzwerte sind jedoch keine persönlichen Dosisgrenzwerte für einzelne Patient:innen.

Wenn eine besondere medizinische Fragestellung oder ein spezieller Körperbau eine höhere Dosis erfordert, kann dies medizinisch vollkommen gerechtfertigt sein.

Referenzwerte dienen vor allem der Qualitätssicherung und kontinuierlichen Optimierung von Untersuchungsprotokollen.

Warum bekommen nicht alle Patient:innen dieselbe CT-Dosis?

Die benötigte Strahlung hängt unter anderem von Körperregion und Körperbau ab.

Bei einem kräftigeren Körper muss mehr Gewebe durchdrungen werden, um ausreichend verwertbare Messdaten zu erhalten. Moderne CT-Geräte berücksichtigen dies bei der automatischen Anpassung der Aufnahmeparameter.

Auch die medizinische Fragestellung ist entscheidend. Für den Nachweis eines gut kontrastierten Harnsteins können andere Einstellungen ausreichen als für die Suche nach einer kleinen kontrastarmen Veränderung in einem Organ.

Welche Strukturen das CT besonders gut darstellen kann und wann andere Verfahren Vorteile besitzen, erläutern wir im Beitrag Was sieht man im CT besonders gut – und was nicht?.

Warum sind Kinder besonders zu berücksichtigen?

Kinder besitzen eine höhere Strahlenempfindlichkeit als Erwachsene und eine längere verbleibende Lebenszeit, während der sich mögliche stochastische Strahlenwirkungen entwickeln könnten.

Gleichzeitig benötigen sie aufgrund ihres kleineren Körpers häufig wesentlich weniger Strahlung für diagnostisch ausreichende CT-Bilder.

Deshalb wird bei Kindern besonders sorgfältig geprüft, ob eine CT notwendig ist oder ob beispielsweise Ultraschall oder MRI die Fragestellung ohne ionisierende Strahlung beantworten können.

Ist eine CT erforderlich, wird das Protokoll konsequent an Körpergrösse, Alter, Körperregion und Fragestellung angepasst.

Die besonderen Aspekte der pädiatrischen CT erklären wir zusammen mit den strahlenschutzrelevanten Fragen während einer Schwangerschaft ausführlich im Beitrag CT in Schwangerschaft und bei Kindern.

Was gilt in der Schwangerschaft?

Eine mögliche oder bestehende Schwangerschaft sollte dem medizinischen Team vor einer CT mitgeteilt werden.

Besonders wichtig ist, welche Körperregion untersucht wird. Bei einer CT von Kopf, Hals oder Extremitäten liegt der Uterus weit ausserhalb des direkten Strahlenfeldes. Auch bei einer CT des Thorax befindet sich der Fetus normalerweise ausserhalb des direkten Untersuchungsbereichs und erhält lediglich eine sehr geringe Streustrahlung.

Deutlich höher kann die fetale Exposition sein, wenn Bauch oder Becken und damit der Uterus unmittelbar im Untersuchungsfeld liegen.

Eine Schwangerschaft bedeutet dennoch nicht automatisch, dass keine CT durchgeführt werden darf. Bei einer wichtigen medizinischen Fragestellung kann eine CT auch während einer Schwangerschaft notwendig und gerechtfertigt sein.

Wenn Ultraschall oder MRI die benötigte Information gleichwertig und rechtzeitig ohne ionisierende Strahlung liefern können, werden diese Verfahren bevorzugt geprüft.

Bleibt nach einer CT Strahlung im Körper?

Nein. Die Röntgenstrahlung wird nur während der eigentlichen CT-Aufnahme erzeugt.

Nach der Untersuchung verbleibt keine Röntgenstrahlung im Körper. Patient:innen sind nach einer CT nicht radioaktiv und geben auch keine Röntgenstrahlung an andere Personen ab.

Ein Wärmegefühl während einer kontrastverstärkten CT entsteht beispielsweise durch das intravenöse Kontrastmittel und nicht durch die Röntgenstrahlung.

Mehr über die Kontrastmittelgabe und typische Empfindungen während der Injektion erfahren Sie im Beitrag CT-Kontrastmittel: Wann wird es benötigt und wie fühlt es sich an?.

CT oder Projektionsradiografie: Welche Untersuchung verursacht mehr Strahlung?

Eine CT verursacht bei vielen Fragestellungen eine höhere Strahlenexposition als eine einzelne konventionelle Röntgenaufnahme.

Dafür liefert sie wesentlich umfangreichere, weitgehend überlagerungsfreie Schnittbildinformationen und kann grosse Körperregionen innerhalb kurzer Zeit detailliert darstellen.

Ein sinnvoller Vergleich sollte deshalb nicht allein die Strahlendosis betrachten, sondern auch den diagnostischen Nutzen der jeweiligen Untersuchung.

Wenn eine einfache Projektionsradiografie die medizinische Frage zuverlässig beantworten kann, ist eine CT nicht automatisch sinnvoller. Wird dagegen eine detaillierte Schnittbilddiagnostik benötigt, kann die höhere Informationsmenge der CT entscheidend sein.

Warum braucht man manchmal mehrere CT-Serien?

Bei manchen Untersuchungen reicht eine einzige Aufnahmephase aus. Andere medizinische Fragestellungen können zusätzliche Serien vor oder nach einer Kontrastmittelgabe erfordern.

Beispielsweise kann bei bestimmten Organerkrankungen entscheidend sein, wie sich eine Veränderung zu unterschiedlichen Zeitpunkten nach der Kontrastmittelgabe verhält.

Jede zusätzliche CT-Serie erhöht jedoch die gesamte Strahlenexposition. Deshalb werden mehrere Untersuchungsphasen nur eingesetzt, wenn sie tatsächlich zusätzliche diagnostische Informationen liefern.

Bei einer CT-Angiografie: Blutgefässe im CT ist beispielsweise vor allem der exakt gewählte Zeitpunkt der Aufnahme nach der Kontrastmittelgabe entscheidend.

Häufige Missverständnisse

„Moderne CT-Geräte haben praktisch keine Strahlung mehr.“

Nein. Auch moderne CT-Geräte arbeiten mit ionisierender Röntgenstrahlung. Die Technik ermöglicht jedoch eine wesentlich effizientere Nutzung der eingesetzten Strahlung und bei vielen Untersuchungen eine deutliche Dosisreduktion.

„KI kann aus einer beliebig niedrigen Dosis perfekte Bilder machen.“

Nein. KI-basierte Rekonstruktionsverfahren können Bildrauschen reduzieren und die Bildqualität verbessern, fehlende Messinformationen aber nicht unbegrenzt ersetzen.

„Je weniger Strahlung, desto besser ist die CT.“

Nicht automatisch. Eine unnötig hohe Dosis sollte vermieden werden. Eine zu niedrige Dosis kann jedoch die diagnostische Aussagekraft verschlechtern.

Ziel ist die optimale Balance zwischen möglichst geringer Strahlenexposition und zuverlässig ausreichender Bildqualität.

„Jede CT verursacht deterministische Strahlenschäden.“

Nein. Deterministische Strahlenwirkungen treten erst oberhalb bestimmter Dosisschwellen auf. Die Strahlendosen einer einzelnen diagnostischen CT liegen normalerweise weit unter diesen Bereichen.

Bei diagnostischen CT-Untersuchungen steht vielmehr das sehr kleine stochastische Langzeitrisiko im Mittelpunkt.

„Wenn ich schon mehrere CT-Untersuchungen hatte, darf ich keine weitere bekommen.“

Nein. Für medizinisch notwendige CT-Untersuchungen gibt es keine feste maximale Anzahl im Leben.

Frühere Untersuchungen sollten jedoch berücksichtigt werden. Wenn vorhandene Bilder die aktuelle medizinische Frage bereits beantworten oder eine Untersuchung ohne ionisierende Strahlung gleichwertige Informationen liefern kann, kann eine erneute CT möglicherweise vermieden werden.

Ist eine weitere CT medizinisch notwendig, sollte sie nicht allein aufgrund einer bestimmten Anzahl früherer Untersuchungen unterlassen werden.

„Nach einer CT strahle ich selbst.“

Nein. Bei einer diagnostischen CT verbleibt keine Röntgenstrahlung im Körper. Nach Ende der Aufnahme besteht durch die CT keine Strahlenexposition für andere Personen.

Fazit

Strahlung beim CT gehört zu den wichtigen Aspekten jeder computertomografischen Untersuchung. Eine CT verwendet ionisierende Röntgenstrahlung und ist deshalb mit einer Strahlenexposition verbunden.

Bei den üblichen diagnostischen CT-Dosen sind deterministische Gewebeschäden nicht zu erwarten. Im Mittelpunkt des Strahlenschutzes steht vielmehr das sehr kleine stochastische Langzeitrisiko, das sich bei ionisierender Strahlung grundsätzlich nicht vollständig ausschliessen lässt.

Dieses mögliche Risiko muss jedoch immer dem medizinischen Nutzen gegenübergestellt werden. Eine richtig indizierte CT kann Erkrankungen schnell und zuverlässig erkennen und dadurch entscheidende Informationen für die Behandlung liefern.

Gleichzeitig ist die Computertomografie in den vergangenen Jahrzehnten erheblich dosisoptimierter geworden. Moderne Detektoren, automatische Anpassung der Aufnahmeparameter, iterative Rekonstruktion und zunehmend auch KI-basierte Verfahren helfen dabei, mit weniger Strahlung diagnostisch hochwertige Bilder zu erzeugen.

Entscheidend bleibt dabei nicht die niedrigstmögliche Dosis, sondern die niedrigste Dosis, mit der die jeweilige medizinische Frage zuverlässig beantwortet werden kann.

Weiterführende Beiträge

Literatur und weiterführende Informationen

  1. Bundesamt für Gesundheit (BAG): Diagnostische Referenzwerte im Strahlenschutz. Informationen zur Dosisoptimierung in der medizinischen Bildgebung und Computertomografie. Schweiz.
  2. McCollough CH, Yu L: CT Radiation Dose Reduction With Preserved Diagnostic Performance: How Far Have We Come Over 25 Years? American Journal of Roentgenology. 2026;226(6):e2534450.
  3. Stiller W: Basics of iterative reconstruction methods in computed tomography: A vendor-independent overview. European Journal of Radiology. 2018;109:147–154.
  4. Yu L, Chen GH, Fletcher JG, Jiang L, Kachelrieß M, Zeng R, Zhou Z: Deep learning in CT image reconstruction and processing: techniques, performance evaluation, radiation dose, and future perspective. British Journal of Radiology. 2025;98:1775–1787.
  5. International Commission on Radiological Protection (ICRP): Radiological Protection in Medicine. ICRP Publication 105. Annals of the ICRP. 2007;37(6).
  6. International Commission on Radiological Protection (ICRP): Diagnostic Reference Levels in Medical Imaging. ICRP Publication 135. Annals of the ICRP. 2017;46(1).
  7. International Atomic Energy Agency (IAEA): Radiation Protection of Patients: Computed Tomography. Vienna.
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