MRI-Kontrastmittel: Nutzen und Risiken

Radiologin beurteilt kontrastmittelgestützte MRI-Aufnahmen der Leber

MRI-Kontrastmittel werden eingesetzt, wenn bestimmte Gewebe, Blutgefässe oder krankhafte Veränderungen besser beurteilt werden sollen. Die in der Magnetresonanztomografie am häufigsten verwendeten Kontrastmittel enthalten das Metall Gadolinium, das chemisch fest an ein Trägermolekül gebunden ist.

Nicht jede MRI-Untersuchung benötigt Kontrastmittel. Ob eine Gabe sinnvoll ist, hängt von der untersuchten Körperregion, der medizinischen Fragestellung und den bereits ohne Kontrastmittel gewonnenen Informationen ab. Grundlegende Informationen zum Untersuchungsverfahren finden Sie im Beitrag „MRI einfach erklärt“.

Kurz gesagt: Wann braucht man MRI-Kontrastmittel?

MRI-Kontrastmittel verändern das Signal bestimmter Gewebe und können dadurch zusätzliche diagnostische Informationen liefern. Sie helfen beispielsweise dabei, die Durchblutung von Gewebe zu beurteilen, Entzündungen sichtbar zu machen, Blutgefässe darzustellen oder bestimmte Tumoren und andere Veränderungen genauer zu charakterisieren.

Viele MRI-Untersuchungen können jedoch vollständig ohne Kontrastmittel durchgeführt werden. Die Entscheidung sollte deshalb nicht nach dem Prinzip „mit Kontrastmittel sieht man mehr“ erfolgen, sondern danach, ob die Kontrastmittelgabe für die konkrete medizinische Frage einen zusätzlichen diagnostischen Nutzen bietet.

Was ist ein MRI-Kontrastmittel?

Die meisten intravenös verabreichten MRI-Kontrastmittel basieren auf Gadolinium. Gadolinium ist ein Metall mit besonderen magnetischen Eigenschaften, durch die es das MRI-Signal in seiner Umgebung beeinflussen kann.

Freies Gadolinium wäre für den Körper ungeeignet. Deshalb ist es im Kontrastmittel chemisch an ein sogenanntes Chelat (Molekülstruktur, die das Gadolinium fest bindet und umschliesst) gebunden.

Dadurch entsteht ein stabiler Gadoliniumkomplex. Es gibt verschiedene gadoliniumhaltige Kontrastmittel, die sich unter anderem in ihrer chemischen Struktur, Stabilität und teilweise auch in ihren diagnostischen Eigenschaften unterscheiden.

Wie wirkt MRI-Kontrastmittel?

Nach der Injektion über eine Vene verteilt sich das Kontrastmittel mit dem Blut im Körper. Es beeinflusst in seiner Umgebung das magnetische Verhalten der Wasserstoffkerne und damit das Signal, das im MRI gemessen wird.

Besonders häufig wird dieser Effekt in T1-gewichteten Sequenzen (MRI-Bildserien, in denen bestimmte Gewebeeigenschaften und die Wirkung von Gadolinium besonders gut sichtbar gemacht werden können) genutzt.

Gewebe, in denen sich Kontrastmittel anreichert, können dadurch gegenüber ihrer Umgebung stärker hervortreten.

Das Kontrastmittel färbt das Gewebe also nicht im wörtlichen Sinne. Es verändert vorübergehend das messbare MRI-Signal. Wie solche MRI-Signale und Sequenzen grundsätzlich entstehen, erklären wir im Beitrag „Wie funktioniert MRI?“.

Warum wird beim MRI Kontrastmittel gegeben?

Ein MRI kann bereits ohne Kontrastmittel sehr unterschiedliche Gewebeeigenschaften darstellen. Bei bestimmten Fragestellungen reichen diese Informationen jedoch nicht aus oder können durch eine Kontrastmittelgabe wesentlich ergänzt werden.

MRI-Kontrastmittel können beispielsweise helfen, Entzündungen, Tumoren, Gefässveränderungen oder Störungen der Blut-Hirn-Schranke zu erkennen und genauer zu beurteilen.

Auch die Durchblutung bestimmter Gewebe lässt sich mithilfe kontrastmittelgestützter Techniken untersuchen.

Bei Verlaufskontrollen kann Kontrastmittel ausserdem helfen, aktive Veränderungen von bereits bekannten oder behandelten Befunden zu unterscheiden.

Warum nehmen manche Veränderungen Kontrastmittel auf?

Wie stark sich Kontrastmittel in einem Gewebe anreichert, hängt unter anderem von seiner Blutversorgung und von der Durchlässigkeit kleiner Blutgefässe ab.

Bei Entzündungen oder bestimmten Tumoren können Gefässe beispielsweise durchlässiger sein als in normalem Gewebe. Dadurch gelangt mehr Kontrastmittel in den umgebenden Gewebsraum.

Im Gehirn spielt zusätzlich die Blut-Hirn-Schranke (natürliche Barriere zwischen Blutkreislauf und Gehirngewebe) eine wichtige Rolle. Sie verhindert normalerweise weitgehend den Übertritt von Kontrastmittel aus den Blutgefässen in das Gehirngewebe.

Ist diese Barriere krankheitsbedingt gestört, kann eine Kontrastmittelanreicherung sichtbar werden.

Bedeutet Kontrastmittelaufnahme automatisch Krebs?

Nein. Eine Kontrastmittelanreicherung ist kein spezifisches Zeichen für einen bösartigen Tumor.

Auch gutartige Veränderungen, Entzündungen, Heilungsprozesse und andere Gewebeveränderungen können Kontrastmittel aufnehmen. Umgekehrt nehmen nicht alle bösartigen Veränderungen Kontrastmittel in gleicher Weise auf.

Radiolog:innen beurteilen deshalb nicht nur, ob sich Kontrastmittel anreichert, sondern auch wo, wie stark, zu welchem Zeitpunkt und in welchem Muster dies geschieht und wie der Befund in den übrigen MRI-Sequenzen aussieht.

Wie wird MRI-Kontrastmittel verabreicht?

Für die meisten kontrastmittelgestützten MRI-Untersuchungen wird zunächst ein venöser Zugang am Arm oder an der Hand gelegt.

Das Kontrastmittel wird darüber entweder von Hand oder mithilfe eines automatischen Injektors verabreicht.

Bei bestimmten Untersuchungen ist der genaue Zeitpunkt der Bildaufnahme nach der Injektion wichtig. Das gilt beispielsweise für Untersuchungen von Blutgefässen oder für dynamische Kontrastmitteluntersuchungen bestimmter Organe.

Häufig werden zunächst MRI-Sequenzen ohne Kontrastmittel und anschliessend weitere Sequenzen nach der Kontrastmittelgabe aufgenommen.

Wie fühlt sich MRI-Kontrastmittel an?

Viele Patient:innen bemerken von der Injektion ausser dem Einstich des venösen Zugangs wenig oder gar nichts.

Gelegentlich können vorübergehende Empfindungen wie Wärme, Kälte oder ein ungewöhnlicher Geschmack auftreten. Diese sind normalerweise kurzzeitig.

Die ausgeprägte Wärmeempfindung, die manche Menschen von jodhaltigem CT-Kontrastmittel kennen, ist bei gadoliniumhaltigem MRI-Kontrastmittel typischerweise weniger ausgeprägt.

Welche Nebenwirkungen können MRI-Kontrastmittel haben?

Gadoliniumhaltige MRI-Kontrastmittel werden insgesamt gut vertragen. Wie bei Medikamenten können jedoch unerwünschte Reaktionen auftreten.

Mögliche leichte Beschwerden sind beispielsweise Übelkeit, Kopfschmerzen oder Beschwerden an der Injektionsstelle. Allergieähnliche Reaktionen mit Hautausschlag oder Nesselsucht können ebenfalls auftreten.

Schwere akute Reaktionen sind selten. Radiologische Einrichtungen, in denen Kontrastmittel verabreicht werden, sind darauf vorbereitet, solche Reaktionen zu erkennen und zu behandeln.

Kann man gegen MRI-Kontrastmittel allergisch sein?

Es können allergieähnliche Überempfindlichkeitsreaktionen auf gadoliniumhaltige Kontrastmittel auftreten. Sie reichen von leichten Hautreaktionen bis zu seltenen schweren Reaktionen.

Eine frühere Reaktion auf ein gadoliniumhaltiges Kontrastmittel ist deshalb eine wichtige Information. Teilen Sie dem radiologischen Team mit, welches Kontrastmittel verwendet wurde und welche Beschwerden aufgetreten sind, soweit Ihnen dies bekannt ist.

Eine Reaktion auf jodhaltiges CT-Kontrastmittel bedeutet dagegen nicht automatisch, dass auch eine Reaktion auf MRI-Kontrastmittel auftreten wird. Es handelt sich um unterschiedliche Kontrastmittelgruppen.

MRI-Kontrastmittel und Nierenfunktion

Die meisten gadoliniumhaltigen MRI-Kontrastmittel werden überwiegend über die Nieren ausgeschieden.

Eine stark eingeschränkte Nierenfunktion kann deshalb für die Auswahl und Anwendung des Kontrastmittels relevant sein.

Das Risiko einer direkten Nierenschädigung durch gadoliniumhaltige MRI-Kontrastmittel ist bei den üblichen zugelassenen Dosierungen sehr gering.

Bei schwer eingeschränkter Nierenfunktion steht vielmehr ein anderes, heute sehr selten gewordenes Risiko im Vordergrund: die nephrogene systemische Fibrose.

Was ist die nephrogene systemische Fibrose?

Die nephrogene systemische Fibrose, kurz NSF (seltene Erkrankung mit krankhafter Vermehrung von Bindegewebe insbesondere in Haut und anderen Organen), wurde vor allem bei Patient:innen mit schwer eingeschränkter Nierenfunktion nach der Anwendung bestimmter älterer beziehungsweise weniger stabiler gadoliniumhaltiger Kontrastmittel beobachtet.

Das Wissen über diesen Zusammenhang hat die Verwendung von MRI-Kontrastmitteln erheblich verändert.

Heute werden bei gefährdeten Patient:innen bevorzugt Kontrastmittel mit sehr niedrigem dokumentiertem NSF-Risiko verwendet und die Indikation sorgfältig geprüft.

Mit den heute bevorzugten stabileren Wirkstoffen ist NSF deshalb sehr selten geworden. Eine schwere Nierenfunktionsstörung sollte dem radiologischen Team trotzdem immer mitgeteilt werden.

Muss vor jeder MRI-Kontrastmittelgabe die Nierenfunktion bestimmt werden?

Nicht zwangsläufig. Ob vor der Untersuchung ein aktueller Kreatinin- beziehungsweise eGFR-Wert benötigt wird, hängt unter anderem vom verwendeten Kontrastmittel, von bekannten Erkrankungen und von den lokalen Sicherheitsprotokollen ab.

Die eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate) beschreibt, wie gut die Nieren das Blut filtern, und dient zur Einschätzung der Nierenfunktion.

Bei bekannter schwerer Nierenerkrankung, akutem Nierenversagen oder Dialyse sollte das MRI-Team bereits vor der Untersuchung informiert werden.

Was bedeutet Gadolinium-Retention?

Nach einer MRI-Kontrastmittelgabe wird der grösste Teil des Gadoliniums wieder aus dem Körper ausgeschieden.

Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass kleine Mengen von Gadolinium über längere Zeit im Körper nachweisbar bleiben können. Dies wird als Gadolinium-Retention (längerfristiges Verbleiben kleiner Gadoliniummengen im Gewebe) bezeichnet.

Solche Ablagerungen wurden unter anderem im Gehirn, in Knochen, Haut und anderen Geweben nachgewiesen.

Das Ausmass hängt auch vom verwendeten Kontrastmittel ab.

Ist zurückgehaltenes Gadolinium gefährlich?

Diese Frage wird wissenschaftlich weiterhin untersucht.

Bislang wurde bei Patient:innen mit normaler Nierenfunktion kein gesundheitlicher Schaden eindeutig nachgewiesen, der auf die nach zugelassenen MRI-Kontrastmittelgaben nachweisbare Gadolinium-Retention zurückzuführen ist.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Retention ignoriert wird.

Fachgesellschaften und Arzneimittelbehörden empfehlen, Kontrastmittel gezielt einzusetzen und unnötige Kontrastmittelgaben zu vermeiden.

Die sinnvolle Konsequenz lautet deshalb weder „Gadolinium ist gefährlich“ noch „Gadolinium ist völlig bedeutungslos“, sondern: Kontrastmittel dann einsetzen, wenn die zusätzliche diagnostische Information benötigt wird.

Sind alle Gadolinium-Kontrastmittel gleich?

Nein. Gadoliniumhaltige Kontrastmittel unterscheiden sich in ihrer chemischen Struktur und Stabilität.

Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen linearen und makrozyklischen Kontrastmitteln.

Bei makrozyklischen Verbindungen (Kontrastmitteln mit einer ringförmigen Molekülstruktur, die das Gadolinium besonders stabil bindet) ist das Gadolinium stärker in den Molekülkomplex eingebunden.

Diese Unterschiede beeinflussen unter anderem die Stabilität des Gadoliniumkomplexes, das dokumentierte NSF-Risiko und das Ausmass der beobachteten Gadolinium-Retention.

Die Auswahl des Kontrastmittels richtet sich deshalb nach medizinischer Fragestellung, individuellen Voraussetzungen und den Eigenschaften des jeweiligen Präparats.

Was gilt für MRI-Kontrastmittel in der Schwangerschaft?

Gadoliniumhaltige Kontrastmittel können die Plazenta passieren und damit in den Kreislauf des ungeborenen Kindes gelangen.

Die Auswirkungen einer solchen Exposition sind nicht vollständig geklärt.

Deshalb wird Gadolinium in der Schwangerschaft nicht routinemässig verabreicht.

Eine kontrastmittelgestützte MRI-Untersuchung kann infrage kommen, wenn die zusätzliche Information medizinisch wichtig ist, nicht sinnvoll auf die Zeit nach der Schwangerschaft verschoben werden kann und der erwartete Nutzen mögliche Risiken überwiegt.

Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft möglich ist, informieren Sie das radiologische Team vor der Untersuchung. Ausführlicher wird dieses Thema im Beitrag „MRI in der Schwangerschaft“ erläutert.

Kann nach MRI-Kontrastmittel weiter gestillt werden?

Nach aktuellen Empfehlungen ist eine Unterbrechung des Stillens nach der üblichen intravenösen Gabe eines gadoliniumhaltigen MRI-Kontrastmittels im Allgemeinen nicht erforderlich.

Nur ein sehr kleiner Anteil der mütterlichen Dosis gelangt in die Muttermilch, und wiederum nur ein kleiner Teil davon wird über den Darm des Kindes aufgenommen.

Bei besonderen medizinischen Situationen kann die individuelle Vorgehensweise mit dem behandelnden Team besprochen werden.

Warum wird MRI-Kontrastmittel nicht bei jeder Untersuchung gegeben?

Kontrastmittel sollte einen konkreten diagnostischen Mehrwert bieten.

Bei vielen Fragestellungen liefert ein MRI bereits ohne Kontrastmittel alle benötigten Informationen. Eine routinemässige Gabe würde in solchen Situationen weder die Diagnose verbessern noch einen sinnvollen Nutzen bringen.

Gleichzeitig wäre eine intravenöse Injektion mit einem – wenn auch insgesamt geringen – zusätzlichen Risiko verbunden.

Die moderne Radiologie verfolgt deshalb das Prinzip: so viel diagnostische Information wie nötig, aber keine Kontrastmittelgabe ohne medizinischen Grund.

Kann ein MRI auch ohne Kontrastmittel aussagekräftig sein?

Ja. Einer der grossen Vorteile des MRI besteht darin, dass bereits ohne Kontrastmittel zahlreiche unterschiedliche Gewebeeigenschaften dargestellt werden können.

T1- und T2-gewichtete Sequenzen, Diffusionsbildgebung, Flüssigkeitssuppression, Fettunterdrückung und weitere Techniken können umfangreiche diagnostische Informationen liefern.

Bei manchen Fragestellungen ist Kontrastmittel dennoch entscheidend. Ob es benötigt wird, lässt sich deshalb nicht allgemein beantworten. Welche Strukturen und Gewebe im MRI grundsätzlich besonders gut dargestellt werden können, erklären wir im Beitrag „Was sieht man im MRI?“.

Häufige Missverständnisse über MRI-Kontrastmittel

„MRI-Kontrastmittel enthält Jod.“

Nein. Die üblichen intravenösen MRI-Kontrastmittel basieren auf Gadolinium und unterscheiden sich grundsätzlich von den jodhaltigen Kontrastmitteln, die beispielsweise bei CT-Untersuchungen eingesetzt werden.

„Gadolinium wird frei in den Körper gespritzt.“

Nein. Das Gadolinium ist chemisch an ein Chelatmolekül gebunden. Stabilität und Struktur dieses Komplexes sind wichtige Eigenschaften des jeweiligen Kontrastmittels.

„Mit schlechten Nieren darf man niemals MRI-Kontrastmittel bekommen.“

Diese Aussage ist zu pauschal. Bei schwer eingeschränkter Nierenfunktion muss die Indikation sorgfältig geprüft und ein geeignetes Kontrastmittel ausgewählt werden. Eine medizinisch notwendige kontrastmittelgestützte MRI-Untersuchung ist dadurch nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

„Kontrastmittelaufnahme bedeutet Krebs.“

Nein. Zahlreiche gutartige Veränderungen und Entzündungen können ebenfalls Kontrastmittel aufnehmen. Die Art der Anreicherung muss immer zusammen mit den übrigen MRI-Befunden beurteilt werden.

„Gadolinium bleibt vollständig im Körper.“

Nein. Der überwiegende Teil wird nach der Untersuchung ausgeschieden. Kleine Mengen können jedoch längerfristig in verschiedenen Geweben nachweisbar bleiben.

Wann sollte ich das MRI-Team informieren?

Informieren Sie das radiologische Team insbesondere, wenn:

  • bei Ihnen eine schwere Nierenerkrankung oder ein akutes Nierenversagen bekannt ist,
  • Sie dialysepflichtig sind,
  • Sie früher bereits auf ein MRI-Kontrastmittel reagiert haben oder
  • Sie schwanger sind beziehungsweise eine Schwangerschaft möglich ist.

Wenn Sie bereits mehrfach MRI-Kontrastmittel erhalten haben, ist dies normalerweise kein Grund, auf eine medizinisch notwendige Untersuchung zu verzichten. Bei wiederholten Untersuchungen kann diese Information jedoch für die Nutzen-Risiko-Abwägung und die Auswahl des Untersuchungsprotokolls relevant sein.

Allgemeine Hinweise dazu, was Sie vor einer MRI-Untersuchung beachten und der Radiologie mitteilen sollten, finden Sie im Beitrag „MRI-Vorbereitung: Muss man nüchtern sein?“.

Fazit

MRI-Kontrastmittel können wichtige zusätzliche Informationen über Durchblutung, Gefässe und krankhafte Gewebeveränderungen liefern. Nicht jede MRI-Untersuchung benötigt jedoch Kontrastmittel.

Gadoliniumhaltige Kontrastmittel werden insgesamt gut vertragen. Schwere akute Reaktionen sind selten, und das Risiko einer nephrogenen systemischen Fibrose ist mit den heute bevorzugten stabileren Wirkstoffen sehr gering.

Kleine Mengen Gadolinium können längerfristig im Körper nachweisbar bleiben. Ein gesundheitlicher Schaden durch diese Retention ist bei Menschen mit normaler Nierenfunktion bislang nicht eindeutig nachgewiesen.

Entscheidend ist deshalb eine gezielte Anwendung: MRI-Kontrastmittel sollte dann eingesetzt werden, wenn die zusätzliche diagnostische Information einen sinnvollen medizinischen Nutzen bietet.

Literatur und weiterführende Informationen

  1. American College of Radiology (ACR): ACR Manual on Contrast Media. Aktuelle Fassung, Kapitel zu gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln und nephrogener systemischer Fibrose.
  2. American College of Radiology (ACR) und National Kidney Foundation (NKF): Consensus Statements on the Use of Intravenous Gadolinium-Based Contrast Media in Patients with Kidney Disease. Kidney Medicine. 2021;3:142–150.
  3. European Society of Urogenital Radiology (ESUR): Guidelines on Contrast Agents.
  4. U.S. Food and Drug Administration (FDA): Gadolinium-Based Contrast Agents: Drug Safety Communication concerning gadolinium retention.
  5. Gulani V, Calamante F, Shellock FG, Kanal E, Reeder SB: Gadolinium Deposition in the Brain: Summary of Evidence and Recommendations. The Lancet Neurology. 2017;16:564–570.
  6. McDonald RJ, Levine D, Weinreb J, et al.: Gadolinium Retention: A Research Roadmap from the 2018 NIH/ACR/RSNA Workshop on Gadolinium Chelates. Radiology. 2018;289:517–534.
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