Warum ist das MRI so laut?

Patient mit Kopfhörern vor einer MRI-Untersuchung

Warum ist das MRI so laut? Das Klopfen, Hämmern und Brummen während einer MRI-Untersuchung entsteht vor allem durch sogenannte Gradientenspulen. Sie werden während der Bildaufnahme sehr schnell geschaltet. Dabei wirken im starken Magnetfeld erhebliche mechanische Kräfte auf das Gradientensystem.

Die entstehenden Vibrationen übertragen sich auf Bauteile des MRI-Geräts und erzeugen die charakteristischen Geräusche. Je nach verwendeter Messsequenz können sie völlig unterschiedlich klingen – manchmal rhythmisch klopfend, manchmal summend oder fast wie schnelles Hämmern.

Kurz gesagt: Woher kommen die MRI-Geräusche?

Das starke Hauptmagnetfeld selbst verursacht nicht das typische laute Klopfen während der Bildaufnahme. Die wesentliche Ursache sind schnell wechselnde elektrische Ströme in den Gradientenspulen.

Diese Spulen sind notwendig, damit das MRI die gemessenen Signale räumlich zuordnen und daraus Bilder berechnen kann. Die Geräusche sind deshalb eine normale Begleiterscheinung der Bilderzeugung und kein Hinweis darauf, dass mit dem Gerät etwas nicht stimmt.

Wie aus Magnetfeldern, Hochfrequenzimpulsen und den Signalen des Körpers MRI-Bilder entstehen, erklären wir ausführlicher im Beitrag „Wie funktioniert MRI?“.

Was sind Gradientenspulen?

In einem MRI gibt es neben dem starken Hauptmagneten mehrere weitere Magnetsysteme. Für die räumliche Zuordnung der Signale sind insbesondere drei Gruppen von Gradientenspulen (Spulensysteme, die zusätzliche Magnetfelder in unterschiedlichen Raumrichtungen erzeugen) wichtig.

Diese zusätzlichen Magnetfelder sind im Vergleich zum Hauptmagnetfeld relativ klein, können aber sehr schnell verändert werden. Dadurch kann das MRI unterscheiden, aus welchem Bereich des Körpers ein bestimmtes Signal stammt.

Ohne diese räumliche Kodierung könnten aus den gemessenen Signalen keine anatomisch zugeordneten Schnittbilder entstehen.

Warum erzeugen Gradientenspulen so viel Lärm?

Während einer MRI-Sequenz fliessen schnell wechselnde elektrische Ströme durch die Gradientenspulen. Da sich die Spulen gleichzeitig im starken Magnetfeld des MRI befinden, wirken dabei mechanische Kräfte auf das Gradientensystem.

Diese sogenannten Lorentzkräfte (physikalische Kräfte auf elektrische Ströme beziehungsweise bewegte elektrische Ladungen in einem Magnetfeld) führen zu mechanischen Vibrationen.

Die Schwingungen können sich auf weitere Bauteile des Scanners übertragen und werden schliesslich als Schall hörbar.

Vereinfacht lässt sich das Prinzip mit einem Lautsprecher vergleichen: Elektrische Ströme und Magnetfelder erzeugen mechanische Bewegung, aus der Schall entsteht. Die technischen Verhältnisse in einem MRI sind allerdings wesentlich komplexer.

Warum klingen MRI-Geräusche ständig anders?

Eine MRI-Untersuchung besteht aus mehreren unterschiedlichen Messsequenzen. Dabei werden die Gradientenspulen nicht immer auf dieselbe Weise angesteuert.

Je nach Sequenz unterscheiden sich beispielsweise Stärke, Geschwindigkeit und zeitliche Abfolge der Gradientenschaltungen. Dadurch entstehen unterschiedliche Vibrationsmuster – und damit unterschiedliche Geräusche.

Eine Sequenz kann deshalb langsam und rhythmisch klopfen, während die nächste schnell hämmert oder brummt. Die wechselnden Geräusche zeigen häufig lediglich an, dass gerade eine andere Messsequenz läuft.

Warum gibt es zwischen den lauten Phasen immer wieder Ruhe?

Die typischen lauten Geräusche entstehen vor allem während der aktiven Bildaufnahme.

Zwischen einzelnen Sequenzen gibt es häufig kurze Pausen, in denen neue Messungen vorbereitet oder Einstellungen verändert werden.

Das bedeutet nicht, dass die Untersuchung bereits beendet ist. Nach einer kurzen ruhigen Phase kann die nächste Sequenz beginnen und wieder völlig anders klingen.

Ist das Hauptmagnetfeld ebenfalls laut?

Das starke statische Magnetfeld verursacht nicht das charakteristische Klopfen und Hämmern während der MRI-Aufnahme.

Bei den meisten klinischen MRI-Systemen ist dieses Magnetfeld dauerhaft vorhanden – auch wenn gerade keine Bilder aufgenommen werden.

Ein MRI-Gerät kann allerdings auch ausserhalb einer Messsequenz technische Hintergrundgeräusche erzeugen, beispielsweise durch Kühl- oder andere Hilfssysteme. Diese sind von den deutlich lauteren Geräuschen während der eigentlichen Bildaufnahme zu unterscheiden.

Wie laut kann ein MRI werden?

Die Lautstärke hängt vom MRI-System und von der verwendeten Sequenz ab.

Bestimmte Messverfahren können hohe Schalldruckpegel (Mass für die Stärke eines Schalls) erzeugen. Deshalb wird die akustische Belastung bei MRI-Geräten technisch berücksichtigt und durch Sicherheitsstandards begrenzt.

Für Patient:innen ist weniger entscheidend, eine bestimmte Dezibelzahl zu kennen. Wichtig ist: Die Geräusche können laut genug sein, dass geeigneter Gehörschutz erforderlich ist.

Warum bekommt man beim MRI einen Gehörschutz?

Gehörschutz ist nicht nur eine Komfortmassnahme. Hohe Schalldruckpegel können das Gehör belasten und ohne ausreichenden Schutz im ungünstigen Fall zu Hörschäden führen.

Deshalb erhalten Patient:innen je nach MRI-System beispielsweise Ohrstöpsel, Kapselgehörschutz oder spezielle MRI-kompatible Kopfhörer.

Entscheidend ist, dass der verwendete Gehörschutz korrekt sitzt. Ein nur locker im äusseren Ohr liegender Stöpsel schützt weniger zuverlässig als ein richtig eingesetzter Gehörschutz.

Kann man während des MRI Musik hören?

Viele MRI-Systeme ermöglichen die Wiedergabe von Musik über spezielle MRI-kompatible Kopfhörer oder andere Audiosysteme.

Das kann die Untersuchung angenehmer machen und die ungewohnten Geräusche teilweise überdecken.

Die Musik ersetzt jedoch nicht automatisch den erforderlichen Gehörschutz. Welche Kombination verwendet wird, hängt vom MRI-System und von der Ausstattung der jeweiligen Einrichtung ab.

Gerade bei Patient:innen mit Platzangst kann Musik zusätzlich zur Ablenkung beitragen. Weitere Möglichkeiten erläutern wir im Beitrag „Platzangst beim MRI: Was hilft?“.

Warum kann man normale Kopfhörer nicht einfach mitnehmen?

Gewöhnliche Kopfhörer können metallische oder magnetische Bauteile enthalten und sind deshalb nicht automatisch für die Verwendung im starken Magnetfeld geeignet.

Im MRI-Raum dürfen nur Geräte und Zubehör verwendet werden, deren MRI-Kompatibilität (Eignung für die jeweilige Magnetresonanzumgebung) geklärt ist.

Patient:innen sollten deshalb keine eigenen elektronischen Geräte oder Kopfhörer ohne Rücksprache mit dem MRI-Team mit in den Untersuchungsraum nehmen.

Warum Metall und elektronische Geräte im MRI besondere Sicherheitsanforderungen stellen, erklären wir ausführlicher im Beitrag „MRI und Metall: Implantate, Herzschrittmacher und Schmuck“.

Sind manche MRI-Sequenzen lauter als andere?

Ja. Wie laut eine Sequenz ist, hängt wesentlich davon ab, wie schnell und wie stark die Gradienten geschaltet werden.

Besonders schnelle Gradientenschaltungen können entsprechend ausgeprägte Geräusche erzeugen. Bestimmte schnelle Bildgebungstechniken können deshalb besonders auffällig klingen.

Andere Sequenzen arbeiten mit weniger abrupten Gradientenschaltungen und können deutlich leiser sein.

Die Lautstärke sagt dabei nichts darüber aus, ob eine Sequenz diagnostisch wichtiger oder qualitativ besser ist.

Gibt es inzwischen leisere MRI-Geräte?

Hersteller und Forschung arbeiten seit vielen Jahren daran, die Geräuschentwicklung bei MRI-Untersuchungen zu reduzieren.

Dazu gehören beispielsweise:

  • konstruktive Veränderungen am Gradientensystem,
  • eine bessere mechanische Entkopplung sowie
  • spezielle Messverfahren mit weniger abrupten Gradientenschaltungen.

Moderne sogenannte Quiet- oder Silent-Techniken können bestimmte Untersuchungen erheblich leiser machen.

Solche Verfahren sind jedoch nicht für jede diagnostische Fragestellung und jede benötigte Sequenz gleichermassen geeignet.

Eine leisere Messung kann zudem mit technischen Kompromissen verbunden sein, beispielsweise bei Messzeit, räumlicher Auflösung oder Signalqualität. Deshalb lässt sich nicht jede MRI-Untersuchung vollständig geräuscharm durchführen.

Warum schaltet man die Gradienten nicht einfach langsamer?

Langsamere und sanftere Gradientenschaltungen können die Geräuschentwicklung reduzieren.

Die Leistungsfähigkeit der Gradienten beeinflusst jedoch auch, wie schnell bestimmte Bildinformationen erfasst und räumlich kodiert werden können.

Würde man die Gradienten grundsätzlich stark verlangsamen, könnten sich Untersuchungen verlängern oder bestimmte schnelle MRI-Techniken wären nur eingeschränkt möglich.

Die MRI-Technik muss deshalb verschiedene Anforderungen miteinander verbinden: diagnostische Bildqualität, Untersuchungsdauer, technische Sicherheit und Patientenkomfort.

Hat das laute Geräusch etwas mit Röntgenstrahlung zu tun?

Nein. Ein MRI verwendet keine Röntgenstrahlung.

Die Geräusche entstehen durch mechanische Vibrationen, die vor allem mit den schnell wechselnden Magnetfeldgradienten zusammenhängen.

Das Klopfen bedeutet deshalb auch nicht, dass in diesem Moment eine besonders hohe „Strahlung“ auf den Körper einwirkt. MRI arbeitet mit Magnetfeldern und Hochfrequenzimpulsen und verwendet keine ionisierende Röntgenstrahlung.

Die grundlegenden Unterschiede zwischen MRI, CT, Ultraschall und Röntgen erklären wir im Beitrag „MRI einfach erklärt“.

Kann man die Geräusche im MRI körperlich spüren?

Manche Patient:innen nehmen neben dem Schall auch leichte Vibrationen des Untersuchungstisches oder des Geräts wahr.

Das kann je nach Sequenz unterschiedlich ausgeprägt sein und ist während einer normalen MRI-Untersuchung nicht ungewöhnlich.

Wenn jedoch Schmerzen, ungewöhnliche Wärme, starke Beschwerden oder andere unerwartete Empfindungen auftreten, sollte das Untersuchungsteam informiert werden.

Was sollte ich tun, wenn mir der Lärm unangenehm ist?

Die Geräusche können ungewohnt sein, insbesondere bei der ersten MRI-Untersuchung.

Ein korrekt sitzender Gehörschutz reduziert die akustische Belastung deutlich.

Wenn der Gehörschutz drückt, verrutscht oder die Geräusche trotz Schutz ungewöhnlich unangenehm erscheinen, sollten Sie das MRI-Team informieren.

Während der Untersuchung besteht normalerweise eine Kommunikationsmöglichkeit, beispielsweise über eine Sprechanlage und einen Rufball.

Vorhandene Hörprobleme oder eine besondere Geräuschempfindlichkeit sollten möglichst bereits vor Beginn der Untersuchung angesprochen werden.

Häufige Missverständnisse

„Das laute Klopfen bedeutet, dass das MRI kaputt ist.“

Nein. Die wechselnden Klopf-, Brumm- und Hämmergeräusche gehören bei vielen MRI-Sequenzen zum normalen Betrieb des Geräts.

„Der grosse Magnet verursacht den Lärm.“

Nicht direkt. Das statische Hauptmagnetfeld ist zwar Voraussetzung dafür, dass Kräfte auf das Gradientensystem wirken können. Die typischen lauten Geräusche während der Aufnahme werden jedoch vor allem durch die schnell geschalteten Gradientenspulen und die daraus resultierenden mechanischen Vibrationen verursacht.

„Je lauter die Sequenz, desto besser wird das Bild.“

Nein. Die Lautstärke ist kein Mass für die Bildqualität. Unterschiedliche Sequenzen benötigen unterschiedliche Gradientenschaltungen und können deshalb unterschiedlich laut sein.

„MRI-Kopfhörer sind nur dazu da, Musik zu hören.“

Nein. Je nach System können Kopfhörer auch Teil des Gehörschutzes und der Kommunikation mit dem Untersuchungsteam sein.

„Weil MRI keine Röntgenstrahlung verwendet, braucht man keine Sicherheitsmassnahmen.“

Nein. MRI verwendet zwar keine ionisierende Strahlung, besitzt aber eigene Sicherheitsanforderungen. Dazu gehören unter anderem der Umgang mit dem starken Magnetfeld, Implantaten, Hochfrequenzenergie und der akustischen Belastung.

Fazit

Warum ist das MRI so laut? Die charakteristischen Geräusche entstehen hauptsächlich dadurch, dass die Gradientenspulen während der Bildaufnahme sehr schnell geschaltet werden.

Im starken Magnetfeld wirken dabei mechanische Kräfte, die das Gradientensystem und weitere Bauteile in Schwingung versetzen.

Die unterschiedlichen Klopf-, Brumm- und Hämmergeräusche sind deshalb ein normaler Bestandteil vieler MRI-Sequenzen und kein Hinweis auf eine Fehlfunktion des Geräts.

Da die Lautstärke das Gehör belasten kann, gehört ein korrekt verwendeter Gehörschutz zu den wichtigen Sicherheitsmassnahmen bei einer MRI-Untersuchung.

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Literatur und weiterführende Informationen

  1. American College of Radiology (ACR): ACR Manual on MR Safety. 2026.
  2. International Electrotechnical Commission (IEC): Medical electrical equipment – Part 2-33: Particular requirements for the basic safety and essential performance of magnetic resonance equipment for medical diagnosis. IEC 60601-2-33.
  3. McJury M, Shellock FG: Auditory Noise Associated with MR Procedures: A Review. Journal of Magnetic Resonance Imaging. 2000;12:37–45.
  4. Edelstein WA, Hedeen RA, Mallozzi RP, El-Hamamsy SA, Ackermann RA, Havens TJ: Making MRI Quieter. Magnetic Resonance Imaging. 2002;20:155–163.
  5. McRobbie DW, Moore EA, Graves MJ, Prince MR: MRI from Picture to Proton. Cambridge University Press.
  6. Westbrook C, Talbot J: MRI in Practice. Wiley-Blackwell.
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