Röntgen oder CT – was ist der Unterschied?

Röntgen oder CT – Vergleich von Röntgenaufnahme und CT-Schnittbild

Röntgen oder CT – was ist der Unterschied?

Röntgen oder CT? Beide Untersuchungen arbeiten mit Röntgenstrahlung. Trotzdem liefern sie sehr unterschiedliche Bilder des Körpers. Während eine klassische Röntgenaufnahme ein Projektionsbild erzeugt, stellt die Computertomografie den Körper in einzelnen Schnittbildern dar.

Welche Untersuchung sinnvoll ist, hängt deshalb von der medizinischen Fragestellung ab. Häufig reicht eine einfache Röntgenaufnahme vollkommen aus. In anderen Situationen liefert erst das CT die benötigten Informationen.

Kurz gesagt: Röntgen oder CT?

Beim Röntgen durchdringt Röntgenstrahlung den Körper aus einer bestimmten Richtung. Dadurch entsteht ein zweidimensionales Projektionsbild, in dem sich verschiedene anatomische Strukturen überlagern.

Beim CT werden dagegen zahlreiche Röntgenprojektionen aus unterschiedlichen Richtungen aufgenommen. Ein Computer berechnet daraus Schnittbilder des Körpers. Dadurch lassen sich Strukturen räumlich wesentlich genauer voneinander abgrenzen.

Wie entsteht ein Röntgenbild?

Bei einer Röntgenaufnahme befindet sich die untersuchte Körperregion zwischen Röntgenröhre und Detektor. Die Röntgenstrahlen werden auf ihrem Weg durch den Körper unterschiedlich stark abgeschwächt.

Knochen schwächen Röntgenstrahlung beispielsweise stark ab und erscheinen deshalb hell. Luft in der Lunge schwächt sie wesentlich weniger ab und erscheint dunkel. Andere Gewebe liegen hinsichtlich ihrer Röntgendichte dazwischen.

Das Ergebnis ist ein Projektionsbild. Man kann es vereinfacht mit einem Schattenbild vergleichen: Strukturen, die in unterschiedlichen Tiefen des Körpers liegen, werden auf derselben Aufnahme dargestellt und können sich überlagern.

Wie entstehen CT-Bilder?

Auch das CT nutzt Röntgenstrahlung. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass sich während der Untersuchung eine Röntgenröhre um den Körper bewegt. Gleichzeitig messen Detektoren die abgeschwächte Strahlung aus zahlreichen Richtungen.

Aus diesen Messdaten berechnet ein Computer dünne Schnittbilder. Diese können anschliessend in verschiedenen Ebenen betrachtet und zu dreidimensionalen Darstellungen weiterverarbeitet werden.

Dadurch entfällt ein grosser Teil der Überlagerungen, die bei einer normalen Röntgenaufnahme unvermeidbar sind.

Was sieht man beim Röntgen besonders gut?

Die klassische Projektionsradiografie ist trotz moderner Schnittbildverfahren weiterhin eine der wichtigsten Untersuchungsmethoden der Radiologie. Sie ist schnell, unkompliziert und für viele Fragestellungen vollkommen ausreichend.

Typische Einsatzgebiete sind beispielsweise:

  • Frakturen und andere Veränderungen der Knochen
  • Röntgenaufnahmen des Brustkorbs und der Lunge
  • Beurteilung von Gelenken und knöchernen Fehlstellungen
  • Verlaufskontrollen bestimmter Erkrankungen
  • Kontrolle der Lage bestimmter medizinischer Materialien und Implantate

Ein wesentlicher Vorteil ist, dass mit vergleichsweise geringem technischem Aufwand schnell diagnostisch wertvolle Bilder entstehen.

Was kann das CT zusätzlich zeigen?

Das CT ermöglicht eine wesentlich detailliertere räumliche Darstellung. Kleine Veränderungen können sichtbar werden, obwohl sie auf einer Röntgenaufnahme durch andere Strukturen überlagert sind.

Besonders hilfreich ist das beispielsweise bei:

  • komplexen Frakturen
  • Verletzungen innerer Organe
  • Erkrankungen der Lunge
  • akuten Blutungen
  • Erkrankungen des Brust- und Bauchraums
  • Untersuchungen von Blutgefässen
  • zahlreichen Tumorerkrankungen

Mit modernen CT-Geräten können grosse Körperregionen innerhalb kurzer Zeit untersucht werden. Deshalb spielt das CT auch in der Notfalldiagnostik eine wichtige Rolle.

Warum macht man manchmal zuerst ein Röntgenbild?

Mehr Bildinformation ist nicht automatisch notwendig. Wenn eine medizinische Frage mit einer einfachen Röntgenaufnahme zuverlässig beantwortet werden kann, besteht häufig kein Grund, unmittelbar ein CT durchzuführen.

Ein typisches Beispiel sind viele Verletzungen der Extremitäten. Eine Röntgenaufnahme kann eine Fraktur bereits eindeutig zeigen. Bestehen jedoch komplizierte Bruchverhältnisse oder muss die genaue räumliche Lage der Knochenfragmente beurteilt werden, kann ein zusätzliches CT sinnvoll sein.

Ähnliches gilt für den Brustkorb. Ein Röntgenbild kann für zahlreiche Fragestellungen ausreichen. Bei unklaren oder komplexeren Befunden kann das CT zusätzliche Informationen liefern.

Hat ein CT mehr Strahlung als eine Röntgenaufnahme?

Ja. Sowohl Röntgenaufnahmen als auch CT-Untersuchungen verwenden ionisierende Strahlung. Bei einem CT werden jedoch zahlreiche Projektionen aufgenommen. Deshalb ist die Strahlenexposition bei einer CT-Untersuchung im Allgemeinen höher als bei einer konventionellen Röntgenaufnahme.

Wie hoch die Dosis tatsächlich ist, hängt von der untersuchten Körperregion, der Fragestellung, der Körpergrösse und dem verwendeten Untersuchungsprotokoll ab. Moderne Verfahren passen die Strahlendosis möglichst an die diagnostische Aufgabe und an die Patient:innen an.

Entscheidend ist deshalb nicht, jede Röntgenstrahlung grundsätzlich zu vermeiden. Eine Untersuchung sollte medizinisch begründet sein und mit einer für die diagnostische Fragestellung angemessenen Strahlendosis durchgeführt werden.

Ist ein CT genauer als ein Röntgenbild?

Diese Aussage wäre zu einfach. Das CT liefert zwar wesentlich mehr räumliche Informationen und kann Strukturen ohne störende Überlagerungen darstellen. Für viele Fragestellungen ist diese zusätzliche Information jedoch gar nicht erforderlich.

Eine Röntgenaufnahme kann beispielsweise bei bestimmten Frakturen oder bei Verlaufskontrollen genau die Information liefern, die benötigt wird. In solchen Situationen wäre ein CT nicht automatisch die bessere Untersuchung.

Warum ersetzt das CT das Röntgen nicht?

Weil beide Verfahren unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Die Projektionsradiografie ist schnell verfügbar, liefert bei vielen Fragestellungen ausgezeichnete diagnostische Informationen und ist mit einer geringeren Strahlenexposition verbunden als die meisten CT-Untersuchungen.

Das CT wird eingesetzt, wenn Schnittbilder und eine genauere räumliche Darstellung einen diagnostischen Mehrwert bieten. Die beiden Verfahren konkurrieren deshalb nicht miteinander, sondern ergänzen sich.

Häufige Fragen zu Röntgen und CT

Arbeitet ein CT auch mit Röntgenstrahlung?

Ja. Ein CT ist ebenfalls ein Röntgenverfahren. Anders als bei einer klassischen Röntgenaufnahme werden jedoch zahlreiche Projektionen aus unterschiedlichen Richtungen erfasst und daraus Schnittbilder berechnet.

Warum sieht ein CT-Bild anders aus als ein Röntgenbild?

Ein Röntgenbild zeigt die durchstrahlten Strukturen als zweidimensionales Projektionsbild. Beim CT werden dagegen Schnittbilder berechnet. Dadurch lassen sich Strukturen unterschiedlicher Tiefe getrennt beurteilen.

Kann man nach einem Röntgenbild trotzdem noch ein CT benötigen?

Ja. Wenn das Röntgenbild eine Frage nicht ausreichend beantwortet oder genauere räumliche Informationen benötigt werden, kann ein CT die Diagnostik ergänzen.

Ist ein CT immer besser?

Nein. Die beste Untersuchung ist diejenige, die die medizinische Frage zuverlässig und mit angemessenem Aufwand und Risiko beantwortet. Für zahlreiche Fragestellungen ist eine Röntgenaufnahme vollkommen ausreichend.

Fazit

Röntgen und CT beruhen auf demselben physikalischen Grundprinzip: Beide nutzen Röntgenstrahlung. Der wesentliche Unterschied liegt in der Bildentstehung. Das Röntgen liefert Projektionsbilder, während das CT aus zahlreichen Messungen detaillierte Schnittbilder berechnet.

Deshalb lautet auch hier die entscheidende Frage nicht, welches Verfahren grundsätzlich besser ist. Entscheidend ist, welche Untersuchung die medizinische Fragestellung am besten beantwortet.

Literatur und weiterführende Informationen

  1. U.S. Food and Drug Administration (FDA). Medical X-ray Imaging. Grundlagen zu Projektionsradiografie, Computertomografie, Strahlenschutz sowie Nutzen und Risiken medizinischer Röntgenverfahren.
  2. U.S. Food and Drug Administration (FDA). What is Computed Tomography? Erläuterungen zu den Unterschieden zwischen konventioneller Röntgenbildgebung und CT.
  3. U.S. Food and Drug Administration (FDA). Radiography. Informationen zu Funktionsweise, Einsatzgebieten sowie Nutzen und Risiken der Projektionsradiografie.
  4. RadiologyInfo.org. X-ray (Radiography). Patienteninformation von American College of Radiology und Radiological Society of North America.
  5. RadiologyInfo.org. Computed Tomography (CT). Patienteninformation zu Funktionsweise und klinischen Einsatzgebieten der Computertomografie.
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