Eine Röntgenuntersuchung: Ablauf und Vorbereitung sind für Patientinnen und Patienten meist unkompliziert. Für viele konventionelle Röntgenaufnahmen ist keine besondere Vorbereitung erforderlich. Im Röntgenraum wird die zu untersuchende Körperregion korrekt positioniert, anschliessend erfolgt die eigentliche Aufnahme innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums. Je nach Fragestellung werden mehrere Aufnahmen aus unterschiedlichen Richtungen angefertigt. Nach einer normalen Röntgenuntersuchung können Sie Ihren Alltag in der Regel unmittelbar fortsetzen.
Muss ich mich auf eine Röntgenuntersuchung vorbereiten?
Für die meisten konventionellen Röntgenuntersuchungen ist keine besondere Vorbereitung notwendig. Das gilt beispielsweise für viele Aufnahmen von Knochen, Gelenken oder des Brustkorbs.
Sie können normalerweise wie gewohnt essen und trinken und Ihre Medikamente einnehmen. Eine Nüchternheit ist bei solchen Untersuchungen in der Regel nicht erforderlich.
Anders kann es bei speziellen Röntgen- und Durchleuchtungsuntersuchungen sein. Eine Durchleuchtung (Röntgenverfahren, bei dem Bewegungsabläufe oder die Verteilung eines Kontrastmittels fortlaufend beobachtet werden können) des Magen-Darm-Trakts kann beispielsweise eine vorherige Nüchternheit erfordern. Ein Kontrastmittel (Substanz, die bestimmte Organe oder Strukturen in der Bildgebung besser sichtbar macht) kann dabei helfen, den untersuchten Bereich deutlicher darzustellen.
Falls eine besondere Vorbereitung notwendig ist, erhalten Sie von der Praxis oder dem Krankenhaus entsprechende Anweisungen.
Welche Informationen sind vor dem Röntgen wichtig?
Vor der Untersuchung sollte bekannt sein, welche Körperregion untersucht werden soll und welche medizinische Fragestellung besteht. Häufig liegen diese Angaben bereits mit der ärztlichen Zuweisung vor.
Informieren Sie das Personal zusätzlich über Besonderheiten, die für die Untersuchung wichtig sein könnten. Dazu gehören insbesondere eine bestehende oder mögliche Schwangerschaft sowie vorausgegangene Operationen oder Implantate (in den Körper eingesetzte medizinische Materialien oder Geräte), wenn diese für die untersuchte Körperregion relevant sind.
Auch frühere Aufnahmen können hilfreich sein. Sind Voruntersuchungen im selben radiologischen System gespeichert, stehen sie häufig direkt zur Verfügung. Wurden sie an einem anderen Ort durchgeführt, kann es je nach Situation sinnvoll sein, die Bilder beziehungsweise den Zugang zu diesen Untersuchungen bereitzustellen.
Was ist bei einer möglichen Schwangerschaft wichtig?
Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft möglich ist, sollten Sie dies vor einer Röntgenuntersuchung mitteilen. Das gilt besonders, wenn Bauch oder Becken untersucht werden sollen.
Eine Schwangerschaft bedeutet nicht automatisch, dass eine medizinisch notwendige Röntgenuntersuchung nicht durchgeführt werden darf. Vielmehr wird geprüft, ob die Untersuchung notwendig ist, ob ein anderes Verfahren geeignet wäre und wie eine erforderliche Untersuchung mit möglichst geringer Strahlenexposition durchgeführt werden kann.
Röntgenuntersuchungen während einer Schwangerschaft erklären wir ausführlich in einem eigenen Beitrag unserer Radiology Basics.
Muss ich mich zum Röntgen ausziehen?
Das hängt von der untersuchten Körperregion ab. Häufig muss nur die Kleidung entfernt werden, die das Untersuchungsgebiet bedeckt oder die Aufnahme beeinträchtigen könnte.
In manchen Einrichtungen erhalten Patientinnen und Patienten dafür ein Untersuchungshemd. Bei anderen Untersuchungen kann die eigene Kleidung getragen werden, sofern sie die Bildgebung nicht stört.
Entscheidend ist also nicht die Kleidung an sich, sondern ob sich im Bereich der Aufnahme Materialien befinden, die auf dem Röntgenbild störend sichtbar werden könnten.
Warum müssen Schmuck und Metallgegenstände manchmal entfernt werden?
Metall schwächt Röntgenstrahlung sehr stark ab und erscheint deshalb auf einem Röntgenbild besonders hell. Gegenstände im Untersuchungsbereich können wichtige anatomische Strukturen überlagern.
Je nach Körperregion kann es deshalb notwendig sein, beispielsweise folgende Gegenstände abzulegen:
- Schmuck,
- Halsketten,
- Ohrringe,
- Uhren,
- Gürtel,
- Brillen,
- herausnehmbaren Zahnersatz bei bestimmten Aufnahmen sowie
- Kleidungsstücke mit Metallknöpfen, Reissverschlüssen oder anderen Metallteilen.
Nicht jeder Metallgegenstand muss bei jeder Röntgenaufnahme entfernt werden. Entscheidend ist, ob er sich im oder nahe am untersuchten Bereich befindet und dadurch das Röntgenbild beeinträchtigen könnte.
Sind Implantate ein Problem beim Röntgen?
Fest im Körper befindliche Implantate müssen selbstverständlich nicht entfernt werden. Dazu gehören beispielsweise Gelenkprothesen, Schrauben, Platten oder andere Materialien nach einer Operation.
Solche Implantate sind auf Röntgenbildern meist sehr gut sichtbar. Häufig ist gerade ihre Beurteilung ein Grund für die Untersuchung, beispielsweise um die Position einer Hüftprothese oder die Stellung eines mit Schrauben versorgten Knochenbruchs zu kontrollieren.
Anders als bei der MRI stellt ein metallisches Implantat bei einer normalen Röntgenuntersuchung grundsätzlich kein Problem durch ein Magnetfeld dar, weil beim Röntgen kein starkes Magnetfeld verwendet wird.
Wer führt die Röntgenuntersuchung durch?
Die praktische Durchführung übernimmt in der Regel eine speziell ausgebildete Radiologiefachperson beziehungsweise radiologische Technologin oder radiologischer Technologe (Fachperson für die technische Durchführung medizinischer Bildgebungsverfahren). Die Berufsbezeichnungen unterscheiden sich je nach Land.
Die Fachperson kontrolliert die Untersuchungsregion, stellt das Röntgengerät ein und positioniert die Patientin oder den Patienten für die erforderlichen Aufnahmen.
Die anschliessende medizinische Beurteilung der Bilder und die Erstellung des Befundes erfolgen durch eine Radiologin oder einen Radiologen.
Wie läuft eine Röntgenuntersuchung ab?
Nach der Vorbereitung werden Sie zum Röntgengerät gebracht und für die erste Aufnahme positioniert. Abhängig von der Körperregion kann die Untersuchung im Stehen, Sitzen oder Liegen erfolgen.
Ein Röntgenbild des Brustkorbs wird beispielsweise häufig im Stehen angefertigt. Aufnahmen von Knochen und Gelenken können dagegen je nach Körperregion und Fragestellung im Stehen, Sitzen oder Liegen erfolgen.
Die Radiologiefachperson richtet die zu untersuchende Körperregion zum Detektor (System, das die durch den Körper gelangende Röntgenstrahlung erfasst und daraus die Bildinformation erzeugt) aus.
Anschliessend wird die Position des Röntgengeräts angepasst und das Untersuchungsfeld möglichst genau auf die notwendige Körperregion begrenzt.
Warum ist die richtige Position so wichtig?
Ein Röntgenbild ist eine zweidimensionale Darstellung einer dreidimensionalen Körperregion. Schon Veränderungen der Körperhaltung oder der Aufnahmerichtung können deshalb beeinflussen, wie anatomische Strukturen auf dem Bild erscheinen.
Die korrekte Positionierung ist somit ein wesentlicher Bestandteil der Untersuchung. Sie sorgt dafür, dass die gewünschten Strukturen möglichst vollständig und ohne vermeidbare Überlagerungen dargestellt werden.
Für standardisierte Untersuchungen gibt es deshalb definierte Projektionen (festgelegte Aufnahmerichtungen bei einer Röntgenuntersuchung). Dadurch können Aufnahmen zuverlässig beurteilt und häufig auch mit früheren Untersuchungen verglichen werden.
Warum werden häufig mehrere Röntgenbilder aufgenommen?
Bei vielen Fragestellungen reicht eine einzelne Aufnahme nicht aus. Deshalb werden häufig zwei oder mehrere Bilder aus unterschiedlichen Richtungen angefertigt.
Bei einer Knochenverletzung kann beispielsweise ein Bruch in einer Projektion kaum sichtbar sein und in einer zweiten deutlich hervortreten. Ausserdem ermöglichen unterschiedliche Blickrichtungen eine bessere Einschätzung der räumlichen Lage.
Wie viele Aufnahmen erforderlich sind, hängt von der untersuchten Körperregion und der konkreten medizinischen Fragestellung ab.
Muss ich beim Röntgen stillhalten?
Ja. Während der eigentlichen Aufnahme sollten Sie sich möglichst nicht bewegen.
Eine Bewegung kann zu einer Bewegungsunschärfe (verschwommene Darstellung durch Bewegung während der Aufnahme) führen. Dadurch können kleine Strukturen schlechter erkennbar sein und im ungünstigen Fall muss eine Aufnahme wiederholt werden.
Die Radiologiefachperson sagt Ihnen deshalb genau, wann Sie ruhig bleiben sollen. Die eigentliche Aufnahme dauert normalerweise nur einen sehr kurzen Moment.
Warum muss man beim Röntgen des Brustkorbs die Luft anhalten?
Bei einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs werden Sie normalerweise aufgefordert, tief einzuatmen und anschliessend kurz die Luft anzuhalten.
Durch die tiefe Einatmung entfalten sich die Lungen stärker. Gleichzeitig verhindert das kurze Anhalten der Atmung Bewegungen während der Aufnahme.
Dadurch können Lunge und andere Strukturen des Brustkorbs besser beurteilt werden.
Warum geht die Radiologiefachperson während der Aufnahme weg?
Während der eigentlichen Röntgenaufnahme befindet sich die Radiologiefachperson normalerweise hinter einer Strahlenschutzwand oder ausserhalb des Untersuchungsraums.
Der Grund dafür ist einfach: Patientinnen und Patienten werden nur gelegentlich geröntgt, das Personal führt dagegen jeden Arbeitstag zahlreiche Untersuchungen durch. Durch Abstand und bauliche Abschirmung wird die berufliche Strahlenexposition möglichst gering gehalten.
Die Fachperson kann Sie währenddessen weiterhin sehen und Ihnen Anweisungen geben. Sobald die Aufnahme beendet ist, kommt sie wieder zu Ihnen.
Tut eine Röntgenuntersuchung weh?
Die eigentliche Röntgenaufnahme verursacht keine Schmerzen. Röntgenstrahlung kann weder gesehen noch gefühlt werden.
Unangenehm kann allerdings die notwendige Positionierung sein, wenn beispielsweise nach einem Unfall ein Knochen oder Gelenk schmerzt. In solchen Situationen wird versucht, die erforderlichen Aufnahmen möglichst schonend anzufertigen.
Teilen Sie der Radiologiefachperson deshalb mit, wenn eine bestimmte Bewegung starke Schmerzen verursacht oder nicht möglich ist.
Wie lange dauert eine Röntgenuntersuchung?
Die eigentliche Aufnahme benötigt nur einen sehr kurzen Moment. Die gesamte Untersuchung dauert jedoch länger, weil zunächst die richtige Position eingestellt und gegebenenfalls mehrere Aufnahmen angefertigt werden müssen.
Eine einfache Röntgenuntersuchung ist deshalb normalerweise innerhalb weniger Minuten abgeschlossen. Komplexere Fragestellungen oder eingeschränkte Beweglichkeit können mehr Zeit erfordern.
Auch organisatorische Abläufe und die Kontrolle der entstandenen Bilder beeinflussen die Gesamtdauer.
Werden die Bilder sofort kontrolliert?
Bei der digitalen Radiografie (Röntgenuntersuchung mit elektronischer Bilderfassung statt klassischem Röntgenfilm) stehen die Aufnahmen unmittelbar nach ihrer Erstellung zur Verfügung.
Die Radiologiefachperson überprüft zunächst, ob die erforderliche Körperregion vollständig erfasst wurde, die Position stimmt und die Bildqualität ausreichend ist. Diese technische Kontrolle ist jedoch nicht mit dem ärztlichen Befund gleichzusetzen.
Die eigentliche diagnostische Beurteilung erfolgt anschliessend durch eine Radiologin oder einen Radiologen. Dabei werden die Bilder systematisch analysiert und – wenn vorhanden – mit früheren Untersuchungen verglichen.
Was passiert nach der Röntgenuntersuchung?
Nach einer normalen konventionellen Röntgenaufnahme ist keine besondere Nachsorge erforderlich. Sie können sich wieder anziehen und normalerweise unmittelbar Ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen.
Die Röntgenstrahlung bleibt nicht im Körper zurück. Patientinnen und Patienten sind nach einer normalen Röntgenaufnahme nicht radioaktiv.
Die Bilder werden digital gespeichert und für die radiologische Beurteilung bereitgestellt.
Wann bekomme ich das Ergebnis?
Wie schnell ein radiologischer Befund vorliegt, hängt von der medizinischen Dringlichkeit und den organisatorischen Abläufen der jeweiligen Einrichtung ab.
Bei einem Notfall kann eine rasche Beurteilung erforderlich sein. Bei planbaren ambulanten Untersuchungen wird der schriftliche Befund häufig an die überweisende Ärztin oder den überweisenden Arzt übermittelt.
Die weitere Besprechung des Ergebnisses erfolgt abhängig von der jeweiligen Situation entweder in der Radiologie oder durch die behandelnde Ärztin beziehungsweise den behandelnden Arzt.
Was sollte ich zu meinem Röntgentermin mitbringen?
Welche Unterlagen benötigt werden, unterscheidet sich je nach Praxis, Krankenhaus und Gesundheitssystem. Sinnvoll können insbesondere sein:
- ärztliche Zuweisung beziehungsweise Untersuchungsauftrag,
- Versicherungs- oder Patientendokumente, soweit erforderlich,
- relevante frühere Röntgen-, CT- oder MRI-Aufnahmen, wenn diese nicht elektronisch verfügbar sind, sowie
- frühere radiologische Befunde, sofern sie für die aktuelle Fragestellung wichtig sind.
Bei Unsicherheit können Sie bereits bei der Terminvereinbarung fragen, welche Unterlagen benötigt werden.
Röntgenuntersuchung: Ablauf und Vorbereitung auf einen Blick
- Für die meisten normalen Röntgenaufnahmen müssen Sie nicht nüchtern sein.
- Tragen Sie möglichst unkomplizierte Kleidung ohne störende Metallteile im Untersuchungsbereich.
- Schmuck und andere Metallgegenstände müssen je nach untersuchter Körperregion entfernt werden.
- Informieren Sie das Personal, wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft möglich ist.
- Während der Aufnahme werden Sie exakt positioniert und sollten kurz ruhig bleiben.
- Je nach Fragestellung sind mehrere Aufnahmen aus unterschiedlichen Richtungen erforderlich.
- Die eigentliche Röntgenaufnahme dauert nur einen sehr kurzen Moment.
- Nach einer normalen Röntgenuntersuchung ist keine besondere Nachsorge notwendig.
Fazit
Bei einer Röntgenuntersuchung sind Ablauf und Vorbereitung für die meisten Patientinnen und Patienten unkompliziert. Für konventionelle Aufnahmen von Knochen, Gelenken oder Brustkorb ist normalerweise keine besondere Vorbereitung erforderlich.
Vor der Aufnahme werden störende Gegenstände entfernt und die zu untersuchende Körperregion exakt positioniert. Während der sehr kurzen Aufnahme sollten Sie sich möglichst nicht bewegen. Je nach Fragestellung werden mehrere Bilder aus unterschiedlichen Richtungen angefertigt.
Nach einer normalen Röntgenaufnahme können Sie Ihren Alltag in der Regel unmittelbar fortsetzen. Besondere Vorbereitungen sind vor allem bei speziellen Röntgen- oder Durchleuchtungsuntersuchungen erforderlich. Darüber informiert Sie die radiologische Einrichtung bereits vor dem Termin.
Quellen und weiterführende Informationen
- Radiological Society of North America (RSNA) / American College of Radiology (ACR): RadiologyInfo – Patienteninformationen zu konventionellen Röntgenuntersuchungen und deren Vorbereitung.
- International Atomic Energy Agency (IAEA): Radiation Protection and Safety in Medical Uses of Ionizing Radiation.
- International Atomic Energy Agency (IAEA): Radiation Protection of Patients – Patient Safety in Diagnostic Radiology.
- Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): Informationen zu Röntgendiagnostik und medizinischem Strahlenschutz.
- World Health Organization (WHO): Radiation Protection and Safety in Medical Uses of Ionizing Radiation.


