Röntgen einfach erklärt: Bei einer Röntgenuntersuchung durchdringen Röntgenstrahlen den Körper und werden von verschiedenen Geweben unterschiedlich stark abgeschwächt. Dadurch entsteht ein Bild, auf dem sich insbesondere Knochen und bestimmte Veränderungen des Brustkorbs gut beurteilen lassen. Die Untersuchung dauert meist nur wenige Minuten und gehört bis heute zu den wichtigsten Verfahren der medizinischen Bildgebung. Doch Röntgen kann nicht alles zeigen. Je nach Fragestellung können CT, MRI oder Ultraschall die bessere oder ergänzende Untersuchung sein.
Was ist eine Röntgenuntersuchung?
Eine Röntgenuntersuchung ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem Röntgenstrahlen (energiereiche elektromagnetische Strahlung) verwendet werden, um Strukturen im Inneren des Körpers sichtbar zu machen.
Die klassische Radiografie (Anfertigung einzelner Röntgenaufnahmen) erzeugt zweidimensionale Bilder. Anders als bei der CT (Computertomografie, Röntgenverfahren zur Erstellung von Schnittbildern) entstehen dabei nicht zahlreiche Schnittbilder, sondern einzelne Projektionsaufnahmen einer Körperregion.
Röntgen wird seit mehr als einem Jahrhundert medizinisch eingesetzt. Moderne digitale Geräte benötigen heute für viele Untersuchungen nur eine geringe Strahlendosis und ermöglichen innerhalb weniger Sekunden diagnostisch verwertbare Bilder.
Röntgen einfach erklärt: Wie entsteht ein Röntgenbild?
Bei der Aufnahme befindet sich die zu untersuchende Körperregion zwischen einer Röntgenröhre und einem Detektor (Empfänger, der die durch den Körper gelangenden Röntgenstrahlen registriert). Die Röntgenröhre erzeugt für einen sehr kurzen Zeitraum Röntgenstrahlen, die den Körper durchdringen.
Dabei werden die Strahlen von den verschiedenen Geweben unterschiedlich stark abgeschwächt. Knochen schwächen einen grossen Teil der Strahlung ab und erscheinen deshalb auf dem Röntgenbild hell. Luft schwächt Röntgenstrahlen wesentlich weniger ab und erscheint dunkel.
Weichteile liegen hinsichtlich ihrer Darstellung dazwischen. Da sich viele Weichteile in ihrer Röntgendichte nur wenig unterscheiden, können sie mit einer normalen Röntgenaufnahme deutlich schlechter voneinander abgegrenzt werden als beispielsweise mit einer MRI (Magnetresonanztomografie, Bildgebung mit starken Magnetfeldern und Hochfrequenzimpulsen).
Der digitale Detektor registriert die ankommende Strahlung. Aus diesen Informationen entsteht das Röntgenbild, das anschliessend an einem medizinischen Befundmonitor beurteilt werden kann.
Warum werden häufig mehrere Röntgenaufnahmen angefertigt?
Ein Röntgenbild ist eine zweidimensionale Projektion eines dreidimensionalen Körpers. Das bedeutet, dass die räumlichen Strukturen des Körpers auf einer Fläche abgebildet werden. Strukturen, die im Körper hintereinander liegen, können sich deshalb auf dem Bild überlagern.
Bei vielen Untersuchungen werden aus diesem Grund Aufnahmen aus unterschiedlichen Richtungen angefertigt. Bei einem vermuteten Knochenbruch können beispielsweise zwei Projektionen (Aufnahmen aus unterschiedlichen Blickrichtungen) helfen, Verlauf und Lage einer Fraktur (Knochenbruch) besser zu erkennen.
Welche und wie viele Aufnahmen notwendig sind, hängt von der untersuchten Körperregion und der medizinischen Fragestellung ab.
Wie läuft eine Röntgenuntersuchung ab?
Der genaue Ablauf richtet sich nach der Körperregion. Häufig ist keine besondere Vorbereitung notwendig.
Vor der Aufnahme müssen Gegenstände entfernt werden, die das Röntgenbild stören könnten. Dazu können je nach Untersuchungsregion beispielsweise Schmuck, Uhren, Kleidung mit Metallteilen oder andere metallische Gegenstände gehören.
Anschliessend positioniert die radiologische Fachperson die Patientin oder den Patienten. Die Untersuchung kann im Stehen, Sitzen oder Liegen erfolgen.
Für die eigentliche Aufnahme ist es wichtig, kurz stillzuhalten. Bei einer Aufnahme des Brustkorbs wird meist zusätzlich für einen kurzen Moment der Atem angehalten.
Die Aufnahme selbst dauert nur einen sehr kurzen Moment. Positionierung und Vorbereitung benötigen in der Regel wesentlich mehr Zeit als die eigentliche Strahlenexposition.
Muss man sich auf eine Röntgenuntersuchung vorbereiten?
Für viele klassische Röntgenuntersuchungen ist keine spezielle Vorbereitung erforderlich. Essen und Trinken sind beispielsweise bei den meisten Aufnahmen von Knochen oder des Brustkorbs problemlos möglich.
Wichtig ist vor allem, störende Gegenstände im untersuchten Bereich abzulegen. Vor einer Untersuchung sollte ausserdem mitgeteilt werden, wenn eine Schwangerschaft besteht oder möglich sein könnte.
Bei speziellen Röntgenverfahren können andere Vorbereitungen notwendig sein. Darüber informiert die untersuchende Einrichtung vorab.
Was kann man auf einem Röntgenbild erkennen?
Die besondere Stärke der klassischen Röntgenuntersuchung liegt in der Darstellung von Strukturen, die Röntgenstrahlen deutlich unterschiedlich abschwächen.
Besonders häufig wird Röntgen eingesetzt zur Beurteilung von:
- Knochen und vielen Knochenbrüchen,
- Stellung von Knochen und Gelenken,
- Arthrose (Gelenkverschleiss) und anderen knöchernen Gelenkveränderungen,
- Lunge und Brustkorb,
- Herzgrösse und Herzsilhouette auf geeigneten Aufnahmen des Brustkorbs sowie
- bestimmten Fremdkörpern.
Ob eine Veränderung sichtbar ist, hängt jedoch nicht nur von ihrer Grösse ab. Auch Körperregion, Aufnahmerichtung, Überlagerungen und die Eigenschaften des betroffenen Gewebes spielen eine Rolle.
Was kann man im Röntgen nicht oder nur eingeschränkt erkennen?
Eine wichtige Grenze der klassischen Röntgendiagnostik ist die Darstellung vieler Weichteile.
Strukturen wie Menisken (Faserknorpelscheiben im Kniegelenk), Kreuzbänder (wichtige Stabilisierungsbänder im Inneren des Kniegelenks), zahlreiche Sehnen, Muskeln, Gelenkknorpel (glatte Gewebeschicht auf den Gelenkflächen) und Knochenmark lassen sich auf normalen Röntgenaufnahmen nicht ausreichend direkt beurteilen.
Manchmal sind lediglich indirekte Zeichen einer Erkrankung sichtbar. Bei einer Arthrose wird beispielsweise der Gelenkknorpel selbst nicht direkt dargestellt. Der zunehmende Knorpelverlust kann sich jedoch durch eine Verschmälerung des Gelenkspalts (Abstand zwischen den sichtbaren Knochenflächen eines Gelenks) bemerkbar machen.
Ein unauffälliges Röntgenbild bedeutet deshalb nicht automatisch, dass jede Erkrankung oder Verletzung ausgeschlossen ist.
Röntgen des Brustkorbs: Was zeigt die Untersuchung?
Die Röntgenaufnahme des Brustkorbs gehört zu den häufigsten Röntgenuntersuchungen. Sie wird auch als Röntgen-Thorax (Röntgenuntersuchung des Brustkorbs) bezeichnet.
Beurteilt werden können unter anderem:
- Lunge,
- Pleura (Brustfell),
- Herzsilhouette,
- Mediastinum (Raum zwischen den beiden Lungenflügeln),
- Zwerchfell und
- sichtbare knöcherne Strukturen des Brustkorbs.
Damit können beispielsweise bestimmte Lungenentzündungen, ein Pneumothorax (Luft zwischen Lunge und Brustwand), Pleuraergüsse (Flüssigkeitsansammlungen zwischen Lunge und Brustwand) oder andere Veränderungen erkannt werden.
Warum wird der Röntgen-Thorax möglichst im Stehen aufgenommen?
Wenn es der Zustand der Patientin oder des Patienten erlaubt, wird eine standardisierte Röntgenaufnahme des Brustkorbs vorzugsweise im Stehen angefertigt.
Bei einer liegenden Aufnahme verändern sich die Projektionsbedingungen (geometrischen Bedingungen der Aufnahme), die Verteilung des Blutes in den Lungengefässen und die Darstellung des Herzens. Dadurch kann das Herz beispielsweise grösser erscheinen und die Lungengefässzeichnung stärker betont sein. Auch Flüssigkeit im Brustkorb verteilt sich im Liegen anders.
Die Aufnahmetechnik ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Interpretation eines Röntgenbildes.
Röntgen von Knochen und Gelenken: Was lässt sich erkennen?
Knochen schwächen Röntgenstrahlen stark ab und lassen sich deshalb besonders gut darstellen. Röntgen ist bei vielen Verletzungen die erste bildgebende Untersuchung.
Erkannt werden können unter anderem:
- viele Knochenbrüche,
- Luxationen (vollständige Ausrenkungen eines Gelenks),
- Fehlstellungen,
- Arthrose,
- bestimmte entzündliche oder tumoröse Knochenveränderungen und
- Veränderungen während der Knochenheilung.
Für die Beurteilung eines Gelenks liefert das Röntgen damit wichtige Informationen über die Knochen und ihre Stellung zueinander. Menisken, Bänder und Gelenkknorpel werden dagegen nicht ausreichend direkt dargestellt.
Kann ein Knochenbruch trotz normalem Röntgenbild vorliegen?
Ja. Nicht jeder Knochenbruch ist auf den ersten Röntgenaufnahmen sichtbar.
Eine okkulte Fraktur (im Röntgen zunächst verborgener Knochenbruch) kann beispielsweise sehr fein sein oder durch andere Knochenstrukturen überlagert werden.
Auch eine Insuffizienzfraktur (Knochenbruch bei verminderter Belastbarkeit des Knochens) kann im frühen Stadium auf einer Röntgenaufnahme unauffällig sein.
Besteht aufgrund der Beschwerden und der körperlichen Untersuchung weiterhin ein begründeter Frakturverdacht, kann deshalb eine weiterführende Bildgebung notwendig werden. Je nach Fragestellung kommen beispielsweise MRI oder CT infrage.
Warum reicht ein Röntgenbild manchmal nicht aus?
Röntgen beantwortet bestimmte medizinische Fragen hervorragend, andere dagegen nur eingeschränkt. Entscheidend ist, welche Struktur untersucht werden soll.
Ein typisches Beispiel ist das Knie: Soll ein Knochenbruch ausgeschlossen oder die Gelenkstellung beurteilt werden, kann das Röntgen die entscheidenden Informationen liefern. Geht es dagegen um einen Meniskusriss, eine Kreuzbandverletzung oder Veränderungen innerhalb des Knochenmarks, kann eine MRI notwendig sein.
Wenn Beschwerden, körperliche Untersuchung und Röntgenbefund nicht zusammenpassen, bedeutet dies deshalb nicht zwangsläufig, dass die Röntgenaufnahme falsch war. Möglicherweise wird eine ergänzende Bildgebung benötigt, um die noch offene medizinische Frage zu beantworten.
Wie hoch ist die Strahlenbelastung beim Röntgen?
Röntgen verwendet ionisierende Strahlung (energiereiche Strahlung, die Atome und Moleküle verändern kann). Deshalb muss jede medizinische Anwendung gerechtfertigt sein.
Die Strahlendosis hängt stark von der untersuchten Körperregion und der notwendigen Aufnahmetechnik ab. Eine einzelne Dosisangabe für „eine Röntgenuntersuchung“ gibt es deshalb nicht.
Bei vielen modernen klassischen Röntgenuntersuchungen ist die Strahlenexposition vergleichsweise gering. CT-Untersuchungen verwenden ebenfalls Röntgenstrahlung, benötigen aufgrund der zahlreichen Aufnahmen aus unterschiedlichen Richtungen jedoch typischerweise höhere Strahlendosen als eine konventionelle Röntgenaufnahme.
Entscheidend sind zwei Grundprinzipien: Eine Untersuchung mit ionisierender Strahlung sollte nur durchgeführt werden, wenn sie medizinisch sinnvoll ist, und die notwendige Bildqualität sollte mit einer möglichst geringen angemessenen Strahlenexposition erreicht werden.
Bei einer medizinisch gerechtfertigten Röntgenuntersuchung überwiegt der erwartete diagnostische Nutzen in der Regel das geringe Strahlenrisiko.
Braucht man beim Röntgen noch eine Bleischürze?
Der Strahlenschutz in der Radiologie hat sich erheblich weiterentwickelt. Moderne Geräte, die präzise Begrenzung des untersuchten Bereichs und optimierte Aufnahmetechniken haben die Strahlenexposition deutlich reduziert.
Zusätzliche Abschirmungen am Körper der Patientin oder des Patienten sind bei vielen modernen Röntgenuntersuchungen nicht mehr routinemässig notwendig. Entscheidend für den Strahlenschutz sind vor allem eine medizinisch gerechtfertigte Untersuchung, die korrekte Begrenzung des Strahlenfeldes und eine optimierte Aufnahmetechnik.
Welche Schutzmassnahmen im Einzelfall angewendet werden, richtet sich nach der Untersuchung und den geltenden Empfehlungen der jeweiligen Einrichtung.
Röntgen in der Schwangerschaft: Ist die Untersuchung gefährlich?
Eine bestehende oder mögliche Schwangerschaft sollte vor einer Röntgenuntersuchung immer mitgeteilt werden.
Ob und in welchem Ausmass ein ungeborenes Kind überhaupt Strahlung erhält, hängt wesentlich davon ab, welche Körperregion untersucht wird. Bei einer Röntgenaufnahme beispielsweise einer Hand oder eines Fusses liegt die Gebärmutter nicht im direkten Strahlenfeld.
Ist eine Röntgenuntersuchung während einer Schwangerschaft medizinisch notwendig, werden Nutzen, untersuchte Körperregion und mögliche Alternativen sorgfältig berücksichtigt. Eine notwendige diagnostische Untersuchung sollte nicht allein aus Angst vor Strahlung unterlassen werden.
Was ist beim Röntgen von Kindern besonders?
Kinder reagieren empfindlicher auf ionisierende Strahlung als Erwachsene und haben eine längere verbleibende Lebenszeit, in der sich mögliche strahlenbedingte Spätfolgen entwickeln könnten.
Deshalb wird bei Kindern besonders darauf geachtet, dass eine Röntgenuntersuchung tatsächlich notwendig ist und die Aufnahmetechnik an Körpergrösse und Fragestellung angepasst wird.
Das bedeutet jedoch nicht, dass medizinisch notwendige Röntgenuntersuchungen bei Kindern vermieden werden sollten. Wenn eine Untersuchung erforderlich ist, wird die Strahlendosis gezielt optimiert.
Röntgen, CT, MRI oder Ultraschall: Welche Untersuchung ist die richtige?
Keines dieser bildgebenden Verfahren ist grundsätzlich besser als die anderen. Sie liefern unterschiedliche Informationen und beantworten unterschiedliche medizinische Fragen.
| Verfahren | Typische besondere Stärke | Ionisierende Strahlung |
|---|---|---|
| Röntgen | Knochen, Gelenkstellung, bestimmte Untersuchungen des Brustkorbs | Ja |
| CT | Schnelle detaillierte Schnittbilder, komplexe Knochenstrukturen, Lunge und zahlreiche akute Fragestellungen | Ja |
| MRI | Weichteile, Gehirn, Rückenmark, Gelenke und Knochenmark | Nein |
| Ultraschall | Viele Organe, Gefässe und oberflächliche Strukturen sowie Untersuchungen in Echtzeit | Nein |
Welche Untersuchung sinnvoll ist, hängt von Beschwerden, Alter, körperlicher Untersuchung, vermuteter Erkrankung und der konkreten medizinischen Fragestellung ab.
Die technisch aufwendigste Untersuchung ist deshalb nicht automatisch die beste. Entscheidend ist, welches Verfahren die benötigte Information zuverlässig liefert.
Wer beurteilt ein Röntgenbild?
Röntgenbilder werden von Radiologinnen und Radiologen beziehungsweise entsprechend qualifizierten Ärztinnen und Ärzten beurteilt.
Die Beurteilung erfolgt systematisch und berücksichtigt unter anderem die untersuchte Körperregion, Aufnahmetechnik, Aufnahmerichtung, Bildqualität, medizinische Fragestellung und – wenn vorhanden – frühere Untersuchungen.
Der radiologische Befund beschreibt die relevanten Beobachtungen und ordnet sie medizinisch ein. Je nach Ergebnis kann die Röntgenuntersuchung die diagnostische Frage bereits beantworten oder Anlass für eine weitere Untersuchung geben.
Warum ist die medizinische Fragestellung so wichtig?
Eine bildgebende Untersuchung ist kein allgemeiner „Blick in den Körper“. Sie soll möglichst eine konkrete medizinische Frage beantworten.
Bei einem verletzten Knie kann die Frage beispielsweise lauten, ob ein Knochenbruch vorliegt. Bei einer anderen Patientin oder einem anderen Patienten kann dagegen eine Meniskusverletzung vermutet werden. Obwohl dieselbe Körperregion betroffen ist, können unterschiedliche Untersuchungen erforderlich sein.
Evidenzbasierte Empfehlungen (Empfehlungen auf Grundlage der besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse) helfen Ärztinnen und Ärzten dabei, für bestimmte medizinische Situationen die geeignete Bildgebung auszuwählen.
Röntgen einfach erklärt: Das Wichtigste auf einen Blick
- Röntgenstrahlen durchdringen den Körper und werden von verschiedenen Geweben unterschiedlich stark abgeschwächt.
- Knochen lassen sich mit Röntgen besonders gut darstellen.
- Röntgenaufnahmen des Brustkorbs liefern wichtige Informationen über Lunge, Herzsilhouette und weitere Strukturen.
- Die eigentliche Aufnahme dauert meist nur einen sehr kurzen Moment.
- Ein Röntgenbild ist eine zweidimensionale Projektion, weshalb sich anatomische Strukturen überlagern können.
- Menisken, Bänder, Gelenkknorpel und viele andere Weichteile werden im normalen Röntgen nicht ausreichend direkt dargestellt.
- Ein unauffälliges Röntgenbild schliesst deshalb nicht jede Erkrankung oder Verletzung aus.
- Röntgen verwendet ionisierende Strahlung. Medizinisch notwendige Untersuchungen werden gerechtfertigt und hinsichtlich der Strahlenexposition optimiert.
- Bei Kindern und während einer Schwangerschaft wird besonders sorgfältig geprüft, welche Bildgebung erforderlich ist.
- CT, MRI und Ultraschall können Röntgen je nach medizinischer Fragestellung ergänzen oder ersetzen.
Fazit
Röntgen einfach erklärt bedeutet vor allem, die Möglichkeiten und Grenzen des Verfahrens zu verstehen. Die klassische Röntgenuntersuchung ist schnell, weit verbreitet und liefert bei vielen Erkrankungen und Verletzungen entscheidende Informationen. Ihre besondere Stärke liegt in der Darstellung von Knochen und bestimmten Veränderungen des Brustkorbs.
Welche Bildgebung geeignet ist, hängt jedoch immer von der medizinischen Frage ab. Manchmal beantwortet bereits eine einfache Röntgenaufnahme diese vollständig; in anderen Situationen werden CT, MRI oder Ultraschall benötigt.
Moderne Radiologie bedeutet deshalb nicht, immer das technisch aufwendigste Verfahren einzusetzen. Ziel ist vielmehr, die medizinische Frage mit der dafür geeigneten Bildgebung zuverlässig und mit möglichst geringer unnötiger Belastung zu beantworten.
Quellen und weiterführende Informationen
- European Society of Radiology (ESR): ESR iGuide – evidenzbasierte Empfehlungen zur Auswahl bildgebender Untersuchungen.
- American College of Radiology (ACR): Appropriateness Criteria – evidenzbasierte Empfehlungen zur angemessenen bildgebenden Diagnostik.
- U.S. Food and Drug Administration (FDA): Medical X-ray Imaging – Grundlagen, Nutzen, Risiken und Strahlenschutz.
- U.S. Food and Drug Administration (FDA): Radiography – Grundlagen und Anwendung der medizinischen Radiografie.


