Röntgen von Knochen und Gelenken gehört zu den wichtigsten Untersuchungen bei Verletzungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates. Knochen lassen sich mit Röntgenstrahlen besonders gut darstellen. Deshalb können beispielsweise viele Knochenbrüche, Fehlstellungen, Ausrenkungen und Verschleisserscheinungen zuverlässig erkannt werden. Bei einem Gelenk zeigt das Röntgenbild dagegen nicht alle Strukturen direkt: Knorpel, Bänder, Sehnen und andere Weichteile sind wesentlich schlechter sichtbar. Welche Untersuchung sinnvoll ist, hängt deshalb immer davon ab, welche Erkrankung oder Verletzung vermutet wird.
Warum eignet sich Röntgen besonders gut für Knochen?
Röntgenstrahlen werden von verschiedenen Geweben unterschiedlich stark abgeschwächt. Knochen enthalten viel Kalzium und schwächen die Strahlung deutlich stärker ab als die meisten Weichteile. Deshalb erscheinen sie auf dem Röntgenbild hell.
Innerhalb des Knochens lassen sich unterschiedliche Strukturen erkennen. Radiologinnen und Radiologen beurteilen unter anderem die äussere Knochenbegrenzung, die innere Knochenstruktur, die Form des Knochens und seine Stellung zu benachbarten Knochen.
Damit eignet sich die klassische Radiografie (Anfertigung einzelner Röntgenaufnahmen) besonders gut für Fragestellungen, bei denen die knöcherne Anatomie im Mittelpunkt steht.
Was kann man an einem Knochen im Röntgen erkennen?
Ein Röntgenbild kann zahlreiche Veränderungen des Knochens zeigen. Dazu gehören insbesondere:
- Frakturen (Knochenbrüche),
- Fehlstellungen,
- Veränderungen der Knochenform,
- Veränderungen der Knochenstruktur,
- bestimmte Zeichen einer verminderten Knochendichte,
- Folgen früherer Verletzungen,
- bestimmte entzündliche Veränderungen sowie
- bestimmte gutartige und bösartige Knochenveränderungen.
Auch Implantate wie Schrauben, Platten, Nägel oder Gelenkprothesen sind im Röntgen sehr gut sichtbar. Deshalb spielt die Radiografie bei Verlaufskontrollen nach Operationen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Warum werden meistens mehrere Aufnahmen angefertigt?
Ein Röntgenbild ist eine zweidimensionale Darstellung eines dreidimensionalen Körperteils. Strukturen, die im Körper hintereinanderliegen, werden deshalb auf dem Bild übereinander dargestellt.
Bei vielen Fragestellungen werden Knochen und Gelenke aus mindestens zwei unterschiedlichen Richtungen aufgenommen. Diese verschiedenen Projektionen (Aufnahmen aus unterschiedlichen Richtungen) ergänzen sich.
Ein feiner Knochenbruch kann beispielsweise in einer Projektion kaum sichtbar sein und auf einer zweiten Aufnahme deutlich hervortreten. Ausserdem lässt sich durch mehrere Projektionen besser beurteilen, ob Knochenfragmente verschoben, gekippt oder gegeneinander verdreht sind.
Welche und wie viele Projektionen notwendig sind, hängt von der untersuchten Körperregion und der medizinischen Fragestellung ab.
Kann man einen Knochenbruch im Röntgen immer erkennen?
Nein. Viele Frakturen sind im Röntgen sehr gut sichtbar, aber eine unauffällige Aufnahme schliesst einen Knochenbruch nicht grundsätzlich aus.
Ein Bruch kann beispielsweise schwer erkennbar sein, wenn die Bruchlinie sehr fein ist, die Bruchstücke nicht gegeneinander verschoben sind oder andere Knochenstrukturen den betroffenen Bereich überlagern. Eine zunächst nicht sichtbare Fraktur wird als okkulte Fraktur (verborgener Knochenbruch) bezeichnet.
Wenn Beschwerden, Unfallmechanismus (Art und Ablauf einer Verletzung) und körperliche Untersuchung weiterhin für eine Fraktur sprechen, kann deshalb trotz unauffälligem Röntgenbild eine weitere Abklärung notwendig sein. Je nach Situation kommen zusätzliche Röntgenaufnahmen, CT oder MRI infrage.
Was sieht man bei einem Gelenk im Röntgen?
Ein Gelenk besteht aus wesentlich mehr als den beiden Knochen, die auf dem Röntgenbild besonders deutlich erscheinen. Dazu gehören unter anderem Gelenkknorpel, Gelenkkapsel, Bänder und weitere Weichteile.
Im Röntgen werden vor allem die knöchernen Gelenkpartner dargestellt. Dadurch lassen sich beispielsweise folgende Veränderungen beurteilen:
- Stellung der Gelenkpartner,
- Breite und Form des Gelenkspalts,
- knöcherne Gelenkflächen,
- Frakturen mit Beteiligung eines Gelenks,
- Luxationen (vollständige Ausrenkungen),
- Fehlstellungen,
- Zeichen einer Arthrose,
- bestimmte Verkalkungen sowie
- Folgen früherer Verletzungen oder Operationen.
Andere wichtige Bestandteile eines Gelenks sind dagegen im normalen Röntgenbild nur eingeschränkt oder gar nicht direkt sichtbar.
Was bedeutet der Gelenkspalt?
Zwischen den gelenkbildenden Knochen befindet sich auf dem Röntgenbild ein scheinbar freier Bereich. Dieser wird als Gelenkspalt (sichtbarer Abstand zwischen den knöchernen Gelenkflächen) bezeichnet.
Tatsächlich ist dieser Raum nicht leer. Die Gelenkflächen sind unter anderem von Knorpel bedeckt. Dieser Knorpel lässt sich auf einer normalen Röntgenaufnahme jedoch nicht direkt ausreichend darstellen.
Deshalb liefert die Breite des Gelenkspalts indirekte Informationen über den Gelenkknorpel. Wird der Knorpel beispielsweise bei einer Arthrose zunehmend dünner, können die knöchernen Gelenkflächen näher zusammenrücken und der Gelenkspalt erscheint schmaler.
Kann man Knorpel im Röntgen sehen?
Gelenkknorpel lässt sich auf einem normalen Röntgenbild nicht direkt ausreichend beurteilen.
Das ist ein wichtiger Unterschied zwischen Röntgen und MRI. Eine Röntgenaufnahme kann Folgen eines Knorpelschadens zeigen, während eine MRI (Magnetresonanztomografie, Bildgebung mit starken Magnetfeldern und Hochfrequenzimpulsen) den Knorpel selbst wesentlich detaillierter darstellen kann.
Ein normal breiter Gelenkspalt bedeutet deshalb nicht automatisch, dass der Gelenkknorpel vollständig gesund ist.
Was sieht man bei einer Arthrose?
Die klassische Röntgenaufnahme spielt bei der Beurteilung einer Arthrose (Verschleisserkrankung eines Gelenks) weiterhin eine wichtige Rolle.
Typische Veränderungen sind:
- Verschmälerung des Gelenkspalts,
- Osteophyten (knöcherne Anbauten an den Gelenkrändern),
- subchondrale Sklerose (Verdichtung des Knochens unmittelbar unter dem Gelenkknorpel),
- subchondrale Zysten (kleine Hohlräume im Knochen unterhalb der Gelenkfläche) und
- Verformungen der Gelenkflächen bei fortgeschrittener Arthrose.
Die Veränderungen im Röntgenbild und die Beschwerden einer Patientin oder eines Patienten müssen allerdings nicht gleich stark ausgeprägt sein. Ein deutlich verändertes Gelenk kann vergleichsweise wenig Beschwerden verursachen, während erhebliche Schmerzen auch bei geringeren radiografischen Veränderungen möglich sind.
Deshalb wird eine Arthrose nicht allein anhand eines Röntgenbildes beurteilt. Beschwerden, körperliche Untersuchung und Bildgebung müssen zusammen betrachtet werden.
Warum werden Gelenke manchmal im Stehen geröntgt?
Bei bestimmten Gelenken ist nicht nur ihr Aussehen in Ruhe wichtig. Entscheidend kann auch sein, wie sich das Gelenk unter dem eigenen Körpergewicht verhält.
Deshalb werden beispielsweise Kniegelenke und Füsse bei bestimmten Fragestellungen unter Belastung (im Stehen mit Körpergewicht auf dem untersuchten Gelenk) geröntgt.
Am Knie kann dadurch eine Verschmälerung des Gelenkspalts deutlicher sichtbar werden. Am Fuss können sich Fehlstellungen unter Belastung ebenfalls anders darstellen als im Liegen.
Bei speziellen orthopädischen Fragestellungen können ausserdem Aufnahmen der gesamten Beinachse angefertigt werden. Damit lässt sich beispielsweise beurteilen, ob eine Varus- oder Valgusfehlstellung (O- oder X-Bein-Stellung) vorliegt.
Die Position während der Aufnahme ist deshalb kein nebensächliches technisches Detail. Sie kann für die diagnostische Aussage entscheidend sein.
Kann man eine Luxation im Röntgen erkennen?
Eine Luxation (vollständige Ausrenkung eines Gelenks) lässt sich im Röntgen normalerweise gut erkennen.
Die Aufnahmen zeigen, in welche Richtung die Gelenkpartner gegeneinander verschoben sind und ob zusätzlich eine knöcherne Verletzung vorliegt.
Nach dem Einrenken kann eine erneute Röntgenaufnahme erforderlich sein. Damit lässt sich kontrollieren, ob die Gelenkpartner wieder korrekt zueinander stehen und ob begleitende Knochenverletzungen erkennbar sind.
Kann man Bänder, Sehnen und Menisken im Röntgen sehen?
Bänder und Sehnen lassen sich auf einer normalen Röntgenaufnahme meistens nicht direkt ausreichend beurteilen. Trotzdem kann das Röntgen indirekte Hinweise auf eine Verletzung liefern.
Reisst beispielsweise ein Band an seinem Ansatz ein kleines Knochenstück heraus, kann dieses Fragment sichtbar sein. Man spricht von einem knöchernen Bandausriss (durch Zug eines Bandes abgelöstes Knochenfragment). Auch bestimmte Fehlstellungen der Gelenkpartner können auf eine Bandverletzung hinweisen.
Die Menisken (halbmondförmige Faserknorpelscheiben im Kniegelenk) sind ebenfalls nicht direkt sichtbar. Ein Röntgenbild kann einen Meniskusriss deshalb weder zuverlässig nachweisen noch ausschliessen.
Für die direkte Beurteilung von Menisken, Bändern und vielen Sehnen sind insbesondere MRI und – je nach Körperregion und Fragestellung – Ultraschall besser geeignet.
Kann man eine Gelenkentzündung im Röntgen erkennen?
Bei länger bestehenden entzündlichen Gelenkerkrankungen können typische Veränderungen im Röntgenbild entstehen. Dazu gehören beispielsweise Veränderungen des Gelenkspalts und Erosionen (entzündlich verursachte Defekte an den knöchernen Gelenkflächen).
Frühe entzündliche Veränderungen betreffen jedoch häufig zunächst die Synovia (Gelenkinnenhaut) und andere Weichteile. Diese Veränderungen können im Röntgen noch nicht sichtbar sein.
Ultraschall und MRI können entzündliche Veränderungen häufig früher und detaillierter darstellen. Deshalb schliesst ein normales Röntgenbild eine frühe entzündliche Gelenkerkrankung nicht aus.
Kann man einen Gelenkerguss erkennen?
Ein Gelenkerguss (vermehrte Flüssigkeit innerhalb eines Gelenks) kann bei bestimmten Gelenken indirekt im Röntgenbild erkennbar sein.
Die Flüssigkeit selbst lässt sich jedoch mit Ultraschall oder MRI wesentlich besser darstellen. Ultraschall hat zusätzlich den Vorteil, dass ein Gelenk während der Untersuchung bewegt werden kann und bei entsprechender Indikation Flüssigkeit gezielt unter Bildkontrolle entnommen werden kann.
Kann man Osteoporose im Röntgen erkennen?
Bei einer ausgeprägten Osteoporose (Erkrankung mit verminderter Knochenfestigkeit) kann der Knochen auf Röntgenaufnahmen weniger dicht erscheinen und seine innere Struktur verändert wirken.
Eine normale Röntgenaufnahme eignet sich jedoch nicht dazu, eine Osteoporose frühzeitig zuverlässig festzustellen oder auszuschliessen.
Für die quantitative Beurteilung der Knochendichte wird bei entsprechender Fragestellung eine spezielle Knochendichtemessung eingesetzt.
Kann man eine Knochenentzündung im Röntgen erkennen?
Eine Osteomyelitis (Entzündung beziehungsweise Infektion des Knochens) kann im Verlauf Veränderungen im Röntgenbild verursachen. Früh im Krankheitsverlauf kann eine Röntgenaufnahme jedoch noch unauffällig sein.
Wenn aufgrund der Beschwerden, Laborwerte oder klinischen Untersuchung der Verdacht auf eine Knocheninfektion besteht, können deshalb weitere Untersuchungen notwendig sein. Insbesondere die MRI kann frühe Veränderungen im Knochenmark wesentlich empfindlicher darstellen.
Kann man Knochentumoren im Röntgen erkennen?
Viele Knochenveränderungen werden erstmals auf einer Röntgenaufnahme entdeckt. Radiologinnen und Radiologen beurteilen dabei unter anderem:
- wo innerhalb des Knochens die Veränderung liegt,
- ob Knochen abgebaut oder neu gebildet wird,
- wie scharf oder unscharf die Veränderung begrenzt ist,
- ob die äussere Knochenbegrenzung verändert ist und
- wie der Knochen auf die Veränderung reagiert.
Diese Merkmale können wichtige Hinweise darauf geben, ob eine Veränderung eher gutartig oder möglicherweise aggressiv erscheint. Ein Röntgenbild allein kann jedoch nicht jede Knochenveränderung sicher charakterisieren. Je nach Befund können MRI, CT oder weitere Untersuchungen erforderlich sein.
Wann ergänzen CT, MRI oder Ultraschall das Röntgen?
Wenn die Röntgenaufnahme eine medizinische Frage nicht ausreichend beantwortet, wird gezielt das Verfahren ausgewählt, das die benötigte zusätzliche Information liefern kann.
Die CT (Computertomografie, Röntgenverfahren zur Erstellung von Schnittbildern) zeigt die knöcherne Anatomie besonders detailliert und weitgehend ohne Überlagerungen. Sie kann beispielsweise bei komplexen Frakturen, Beteiligung einer Gelenkfläche oder schwer einsehbaren anatomischen Regionen sinnvoll sein.
Die MRI besitzt dagegen besondere Stärken bei Gelenkknorpel, Menisken, Bändern, Sehnen, Muskeln, Gelenkinnenhaut und Knochenmark. Dadurch können beispielsweise auch bestimmte Frakturen erkannt werden, die auf den ersten Röntgenaufnahmen nicht sichtbar sind.
Der Ultraschall (Bildgebung mit Schallwellen) eignet sich insbesondere für oberflächlich gelegene Weichteilstrukturen. Je nach Körperregion lassen sich beispielsweise Sehnen, Schleimbeutel (kleine mit Flüssigkeit gefüllte Polster zwischen beweglichen Geweben), Gelenkergüsse und entzündliche Veränderungen untersuchen.
CT, MRI und Ultraschall sind deshalb nicht einfach „bessere“ Untersuchungen als das Röntgen. Die Verfahren besitzen unterschiedliche Stärken und ergänzen sich.
Warum beginnt die Diagnostik trotzdem häufig mit einem Röntgenbild?
Dass CT und MRI zusätzliche Strukturen darstellen können, bedeutet nicht, dass sie automatisch die bessere erste Untersuchung sind.
Bei vielen Beschwerden und Verletzungen liefert bereits eine korrekt angefertigte Röntgenaufnahme die entscheidende Information. Sie ist schnell verfügbar, untersucht Knochen und Gelenkstellung zuverlässig und verursacht bei Untersuchungen der Extremitäten nur eine geringe Strahlenexposition.
Auch internationale radiologische Empfehlungen sehen die Radiografie deshalb bei zahlreichen muskuloskelettalen Fragestellungen als erste bildgebende Untersuchung vor.
Erst wenn das Röntgenbild die medizinische Frage nicht beantwortet oder eine Struktur untersucht werden muss, die im Röntgen nicht ausreichend sichtbar ist, wird gezielt das geeignete weiterführende Verfahren ausgewählt.
Was kann das Röntgen gut erkennen – und was nicht?
| Struktur oder Veränderung | Aussage des Röntgenbildes |
|---|---|
| Knochenbruch | häufig sehr gut erkennbar, feine oder ungünstig gelegene Frakturen können verborgen bleiben |
| Luxation | meist sehr gut erkennbar |
| Fehlstellung | gut beurteilbar, teilweise besonders unter Belastung |
| Arthrose | typische knöcherne Veränderungen und Gelenkspalt gut beurteilbar |
| Gelenkknorpel | nicht direkt ausreichend sichtbar |
| Menisken | nicht direkt sichtbar |
| Bänder und Sehnen | meist nicht direkt ausreichend beurteilbar |
| Gelenkerguss | teilweise indirekt erkennbar |
| Knochenmark | nur sehr eingeschränkt beurteilbar |
| Entzündliche Gelenkveränderungen | spätere knöcherne Veränderungen erkennbar, frühe Entzündung kann unauffällig sein |
| Knochenveränderungen und Tumoren | häufig wichtige erste Hinweise, weitere Bildgebung kann erforderlich sein |
Röntgen von Knochen und Gelenken: Das Wichtigste auf einen Blick
- Knochen lassen sich mit Röntgenstrahlen besonders gut darstellen.
- Frakturen, Luxationen, Fehlstellungen und Arthrose gehören zu den wichtigsten Einsatzgebieten.
- Mehrere Projektionen helfen, Überlagerungen zu reduzieren und Veränderungen besser zu erkennen.
- Belastungsaufnahmen können bei bestimmten Gelenken zusätzliche wichtige Informationen liefern.
- Der Gelenkknorpel selbst ist im Röntgen nicht direkt sichtbar; Veränderungen können teilweise indirekt über den Gelenkspalt beurteilt werden.
- Menisken, Bänder, Sehnen und andere Weichteile lassen sich wesentlich schlechter beurteilen.
- Ein unauffälliges Röntgenbild schliesst eine Fraktur oder Gelenkverletzung nicht immer aus.
- CT, MRI und Ultraschall werden gezielt eingesetzt, wenn die Röntgenaufnahme die medizinische Frage nicht ausreichend beantwortet.
Fazit
Röntgen von Knochen und Gelenken ist trotz moderner CT- und MRI-Technik weiterhin eine der wichtigsten Untersuchungen des Bewegungsapparates. Seine besondere Stärke liegt in der schnellen und zuverlässigen Darstellung von Knochen, Gelenkstellung, Frakturen, Luxationen und vielen verschleissbedingten Veränderungen.
Bei Gelenken muss jedoch berücksichtigt werden, dass ein Röntgenbild nur einen Teil der Anatomie direkt zeigt. Knorpel, Menisken, Bänder, Sehnen, Gelenkinnenhaut und Knochenmark können trotz unauffälliger Röntgenaufnahme verändert sein.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, welches bildgebende Verfahren grundsätzlich das beste ist. Entscheidend ist vielmehr, welche Struktur untersucht und welche medizinische Frage beantwortet werden soll. Häufig ist das Röntgen der richtige erste Schritt – und CT, MRI oder Ultraschall ergänzen die Diagnostik, wenn zusätzliche Informationen benötigt werden.
Quellen und weiterführende Informationen
- American College of Radiology (ACR): Appropriateness Criteria – Acute Hand and Wrist Trauma.
- American College of Radiology (ACR): Appropriateness Criteria – Chronic Knee Pain.
- European Society of Radiology (ESR): ESR iGuide – evidenzbasierte europäische Empfehlungen zur Auswahl bildgebender Untersuchungen.
- American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS): Clinical Practice Guidelines zu orthopädischen Verletzungen und degenerativen Gelenkerkrankungen.
- European Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR): Empfehlungen zur Bildgebung bei entzündlichen und degenerativen Gelenkerkrankungen.
- European Society of Musculoskeletal Radiology (ESSR): Empfehlungen und Standards zur muskuloskelettalen Bildgebung.


