CT in Schwangerschaft und bei Kindern

Beratung zu CT-Untersuchungen in Schwangerschaft und bei Kindern

Eine CT in Schwangerschaft und bei Kindern erfordert besondere Sorgfalt, weil die Computertomografie mit ionisierender Röntgenstrahlung arbeitet. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine CT in diesen Situationen grundsätzlich vermieden werden muss.

Entscheidend sind zwei Fragen: Ist die Untersuchung medizinisch notwendig, und kann die benötigte Information auch mit einem Verfahren ohne ionisierende Strahlung gewonnen werden? Ist eine CT die geeignete Untersuchung, wird ihre Strahlendosis an Körperregion, Körpergrösse und medizinische Fragestellung angepasst.

Kurz gesagt: Darf man Schwangere und Kinder mit CT untersuchen?

Ja. Eine medizinisch notwendige CT kann auch während einer Schwangerschaft oder bei einem Kind durchgeführt werden. Bei Schwangeren werden Ultraschall oder MRI bevorzugt, wenn sie die medizinische Frage gleichwertig und rechtzeitig beantworten können. Bei Kindern werden CT-Protokolle konsequent an Körpergrösse, Körperregion und Fragestellung angepasst.

Besonders wichtig ist bei einer Schwangerschaft die untersuchte Körperregion. Bei einer CT von Kopf, Hals oder Extremitäten befindet sich die Gebärmutter weit ausserhalb des direkten Strahlenfeldes. Auch bei einer CT des Brustkorbs liegt der Fetus normalerweise ausserhalb des direkten Untersuchungsfeldes. Wesentlich höher ist die fetale Strahlenexposition dagegen bei Untersuchungen von Bauch und Becken.

Warum ist die Schwangerschaft eine besondere Situation?

Ionisierende Strahlung kann biologisches Gewebe verändern. Während einer Schwangerschaft kommt hinzu, dass sich Zellen, Gewebe und Organe des Embryos beziehungsweise Fetus entwickeln. Die möglichen Auswirkungen einer Strahlenexposition hängen deshalb von der Strahlendosis, der untersuchten Körperregion und dem Zeitpunkt der Schwangerschaft ab.

Dabei muss zwischen zwei grundsätzlich unterschiedlichen Arten möglicher Strahlenwirkungen unterschieden werden: deterministischen Strahlenwirkungen, heute häufig als Gewebereaktionen bezeichnet, und stochastischen Strahlenwirkungen.

Was sind deterministische Strahlenwirkungen?

Deterministische Strahlenwirkungen beziehungsweise Gewebereaktionen treten erst auf, wenn eine bestimmte Strahlendosis überschritten wird. Unterhalb dieser Schwelle ist die jeweilige Wirkung nicht zu erwarten. Oberhalb der Schwelle nimmt mit steigender Dosis insbesondere die Schwere der möglichen Schädigung zu.

Beim ungeborenen Kind gehören abhängig vom Schwangerschaftsstadium beispielsweise Schwangerschaftsverlust, Wachstumsstörungen, Fehlbildungen oder Entwicklungsstörungen des zentralen Nervensystems zu den möglichen deterministischen Wirkungen sehr hoher Strahlendosen.

Solche Dosisbereiche werden bei einer einzelnen modernen diagnostischen CT-Untersuchung normalerweise nicht erreicht. Internationale Empfehlungen geben für diagnostische Untersuchungen fetale Dosen an, die in aller Regel deutlich unter den Bereichen liegen, in denen deterministische Schäden beobachtet wurden.

Für Patientinnen bedeutet das: Bei einer fachgerecht durchgeführten einzelnen diagnostischen CT ist eine deterministische Schädigung des ungeborenen Kindes nicht zu erwarten.

Was sind stochastische Strahlenwirkungen?

Stochastische Strahlenwirkungen unterscheiden sich grundlegend von deterministischen Wirkungen. Hier wird keine sichere Schwelle angenommen, unterhalb derer ein Risiko vollständig ausgeschlossen werden kann.

Ionisierende Strahlung kann Veränderungen des Erbguts einer Zelle verursachen. Reparaturmechanismen können viele dieser Veränderungen beseitigen, einzelne Veränderungen können jedoch bestehen bleiben und langfristig zur Entstehung einer Krebserkrankung beitragen.

Im Strahlenschutz wird deshalb vorsorglich davon ausgegangen, dass mit zunehmender kumulativer Strahlenexposition auch die Wahrscheinlichkeit eines solchen langfristigen Effekts zunimmt. Das bedeutet nicht, dass eine niedrige Strahlendosis automatisch einen Schaden verursacht. Das individuelle zusätzliche Risiko einer einzelnen diagnostischen Untersuchung ist sehr klein und lässt sich bei niedrigen Dosen für eine einzelne Person nicht zuverlässig vorhersagen.

Genau deshalb werden unnötige Untersuchungen vermieden und notwendige CT-Untersuchungen konsequent dosisoptimiert. Mehr über diese Zusammenhänge erklären wir im Beitrag Strahlung beim CT: Dosis und Risiken.

Warum ist die untersuchte Körperregion so wichtig?

Bei einer CT während der Schwangerschaft ist nicht allein die am CT-Gerät angezeigte Dosis entscheidend. Besonders wichtig ist, wie viel Strahlung tatsächlich den Uterus und damit den Embryo beziehungsweise Fetus erreicht.

Diese sogenannte Uterus- beziehungsweise Fetaldosis hängt sehr stark davon ab, welcher Körperbereich untersucht wird.

Bei einer CT der Hand oder einer anderen Extremität liegt die Gebärmutter weit ausserhalb des direkten Strahlenfeldes. Gleiches gilt für eine CT des Schädels oder der Halswirbelsäule. Die fetale Exposition ist bei solchen Untersuchungen praktisch vernachlässigbar.

Auch bei einer CT des Brustkorbs befindet sich der Fetus normalerweise nicht im direkten Röntgenstrahl. Er kann lediglich eine sehr geringe Dosis durch Streustrahlung (Röntgenstrahlung, die im Körper oder an anderen Materialien ihre ursprüngliche Richtung verändert) erhalten.

Grundlegend anders ist die Situation bei einer CT von Bauch oder Becken. Befindet sich der Uterus innerhalb oder unmittelbar neben dem Untersuchungsbereich, erhält der Fetus eine wesentlich höhere Strahlendosis. Gerade deshalb werden bei Schwangeren Untersuchungsbereich und CT-Protokoll besonders sorgfältig festgelegt.

Wie hoch ist die Strahlendosis für das ungeborene Kind?

Eine einzige allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Die fetale Strahlendosis hängt insbesondere von der untersuchten Körperregion, dem CT-Protokoll, der Länge des untersuchten Bereichs, dem Körperbau der Mutter und dem Schwangerschaftsstadium ab.

Liegt der Uterus weit ausserhalb des direkten Untersuchungsfeldes – beispielsweise bei einer CT des Kopfes oder einer Extremität –, ist die fetale Strahlenexposition praktisch vernachlässigbar. Bei einer CT des Thorax ist sie ebenfalls sehr gering, weil der Fetus nicht direkt bestrahlt wird. Deutlich höhere Werte können auftreten, wenn Bauch oder Becken und damit der Uterus unmittelbar im Untersuchungsfeld liegen.

Für die Beurteilung einer möglichen Gewebeschädigung des Fetus wird die absorbierte Dosis in Gray beziehungsweise Milligray (mGy) verwendet. Sie beschreibt, wie viel Strahlungsenergie vom Gewebe aufgenommen wurde. Für die Abschätzung des allgemeinen Strahlenrisikos einer Person wird dagegen häufig die effektive Dosis in Millisievert (mSv) verwendet. Sie berücksichtigt zusätzlich die unterschiedliche Strahlenempfindlichkeit verschiedener Organe und Gewebe.

Beide Einheiten beantworten deshalb unterschiedliche Fragen. Bei der Beurteilung möglicher deterministischer Schäden des ungeborenen Kindes ist die Fetaldosis in mGy die entscheidende Grösse.

Was bedeuten 50 oder 100 mGy?

Zahlen wie 50 oder 100 mGy werden in Empfehlungen häufig genannt, können für Patient:innen aber leicht missverständlich sein. Sie sind keine Grenze zwischen einer „ungefährlichen“ und einer „gefährlichen“ CT.

Unterhalb von etwa 50 mGy sind nach den verfügbaren Daten keine Fehlbildungen, Wachstumsstörungen oder Schwangerschaftsverluste durch diagnostische Strahlenexposition nachgewiesen worden. Auch dieser Wert bedeutet nicht, dass bei 51 mGy plötzlich eine Schädigung eintritt. Deterministische Wirkungen besitzen je nach Art der Schädigung und Schwangerschaftsstadium unterschiedliche Schwellenbereiche.

Die Strahlendosis einer einzelnen modernen diagnostischen CT liegt normalerweise unterhalb der Bereiche, in denen solche deterministischen Schäden zu erwarten wären. Selbst bei einer CT von Bauch oder Becken ist deshalb nach einer einzelnen diagnostischen Untersuchung normalerweise keine Schädigung des ungeborenen Kindes durch eine deterministische Strahlenwirkung zu erwarten.

Ist eine CT ein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch?

Eine einzelne diagnostische CT-Untersuchung stellt nach den heute üblichen CT-Protokollen keinen Grund für einen Schwangerschaftsabbruch dar.

Internationale Empfehlungen weisen ausdrücklich darauf hin, dass eine Schwangerschaft nicht allein aufgrund einer diagnostischen Strahlenexposition beendet werden sollte. Die bei einzelnen diagnostischen CT-Untersuchungen auftretenden fetalen Dosen liegen normalerweise deutlich unter den Dosisbereichen, bei denen deterministische Schäden zu erwarten sind.

Eine individuelle Dosisberechnung durch eine Medizinphysikerin oder einen Medizinphysiker kann sinnvoll sein, wenn mehrere Untersuchungen mit direkter Exposition von Bauch oder Becken durchgeführt wurden, ungewöhnliche Untersuchungsprotokolle verwendet wurden oder aus anderen Gründen eine ungewöhnlich hohe kumulative fetale Dosis möglich erscheint.

Dabei werden die tatsächlichen Untersuchungsdaten berücksichtigt. Eine solche Berechnung ist nach einer einzelnen CT von Kopf, Hals, Thorax oder Extremitäten normalerweise nicht erforderlich.

Warum wird bei einer CT des Kopfes kein zusätzlicher Schutz des Uterus benötigt?

Bei einer CT des Kopfes befindet sich der Uterus weit ausserhalb des direkten Strahlenfeldes. Die dort ankommende Streustrahlung ist sehr gering.

Zusätzliche Bleischürzen oder andere Abschirmungen ausserhalb des Untersuchungsbereichs werden bei modernen CT-Untersuchungen deshalb nicht routinemässig benötigt. Sie können die interne Streustrahlung im Körper kaum beeinflussen und bei ungünstiger Position sogar automatische Belichtungsmechanismen des CT-Geräts beeinträchtigen.

Der wirksamste Strahlenschutz besteht vielmehr darin, den Untersuchungsbereich auf die medizinisch notwendige Region zu begrenzen und ein geeignetes, dosisoptimiertes CT-Protokoll zu verwenden.

Wann kann eine CT trotz Schwangerschaft notwendig sein?

Eine Schwangerschaft schützt die Mutter nicht vor akuten Erkrankungen oder Verletzungen. Bei schweren Unfällen, Verdacht auf innere Blutungen, Lungenembolie, akuten Erkrankungen des Brustkorbs oder Bauchraums und anderen dringlichen Situationen kann eine schnelle und zuverlässige Diagnose entscheidend sein.

Wenn eine CT die medizinisch geeignete Untersuchung ist, darf notwendige Diagnostik nicht aus unbegründeter Angst vor Röntgenstrahlung verzögert oder unterlassen werden. Eine nicht oder verspätet erkannte schwere Erkrankung der Mutter kann auch für das ungeborene Kind ein wesentlich grösseres Risiko darstellen als die diagnostische Strahlenexposition.

Werden Ultraschall oder MRI während der Schwangerschaft bevorzugt?

Wenn sie die medizinische Frage zuverlässig und rechtzeitig beantworten können, werden Verfahren ohne ionisierende Strahlung bevorzugt.

Ultraschall eignet sich für zahlreiche Fragestellungen und spielt insbesondere in der geburtshilflichen Diagnostik eine zentrale Rolle. MRI verwendet ebenfalls keine ionisierende Strahlung und bietet bei vielen Erkrankungen einen ausgezeichneten Weichteilkontrast.

Eine Alternative ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn sie die benötigte Information tatsächlich liefert und rechtzeitig verfügbar ist. In einem akuten Notfall kann deshalb eine CT trotz Schwangerschaft die geeignetere Untersuchung sein.

Wie die Magnetresonanztomografie ohne Röntgenstrahlung Bilder erzeugt, erklären wir im Beitrag MRI einfach erklärt: Funktion, Ablauf und Vorbereitung.

Was gilt für jodhaltiges Kontrastmittel in der Schwangerschaft?

Jodhaltiges CT-Kontrastmittel kann die Plazenta passieren und in den fetalen Kreislauf gelangen. Deshalb wird während einer Schwangerschaft sorgfältig geprüft, ob eine Kontrastmittelgabe für die diagnostische Fragestellung notwendig ist.

Wenn eine kontrastverstärkte CT medizinisch erforderlich ist und das Kontrastmittel entscheidende zusätzliche Informationen liefert, kann jodhaltiges Kontrastmittel eingesetzt werden. Eine notwendige Untersuchung sollte nicht dadurch diagnostisch unzureichend werden, dass erforderliches Kontrastmittel grundsätzlich verweigert wird.

Mehr über Wirkung, Anwendung und typische Empfindungen bei der Injektion erfahren Sie im Beitrag CT-Kontrastmittel: Wann wird es benötigt und wie fühlt es sich an?.

Was sollte man vor einer CT in der Schwangerschaft mitteilen?

Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft möglich ist, sollten Sie dies vor einer geplanten CT dem medizinischen Team mitteilen. Das gilt besonders für Untersuchungen von Bauch und Becken.

Diese Information bedeutet nicht automatisch, dass die Untersuchung abgesagt wird. Vielmehr kann geprüft werden, ob die CT tatsächlich notwendig ist, ob eine geeignete Alternative zur Verfügung steht und wie das Untersuchungsprotokoll optimal an die Situation angepasst werden kann.

Warum wird bei Kindern besonders auf die CT-Dosis geachtet?

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ihr Körper ist kleiner, ihre Organe liegen teilweise näher beieinander und sich entwickelndes Gewebe besitzt eine andere Strahlenempfindlichkeit. Hinzu kommt die statistisch längere verbleibende Lebenszeit, während der sich ein möglicher stochastischer Strahleneffekt entwickeln könnte.

Aus diesen Gründen wird bei Kindern besonders konsequent auf die Rechtfertigung (medizinische Begründung einer Untersuchung mit Strahlenexposition) und die Dosisoptimierung (Anpassung der Strahlendosis an Patient:in und diagnostische Fragestellung) geachtet.

Bedeutet das, dass CT für Kinder gefährlich ist?

Eine solche pauschale Aussage wäre falsch. Eine medizinisch gerechtfertigte CT kann bei einem kranken oder verletzten Kind entscheidende Informationen liefern und in Notfallsituationen lebensrettend sein.

Bei Kindern steht bei den üblichen diagnostischen CT-Dosen nicht die Gefahr deterministischer Strahlenschäden im Vordergrund. Relevant ist vielmehr das sehr kleine stochastische Langzeitrisiko. Deshalb soll jede unnötige Untersuchung vermieden und jede notwendige Untersuchung konsequent dosisoptimiert werden.

Dem kleinen statistischen Strahlenrisiko steht der konkrete medizinische Nutzen gegenüber, wenn die Untersuchung für Diagnose oder Behandlung tatsächlich benötigt wird.

Wie wird die Strahlendosis bei Kindern reduziert?

Ein CT-Protokoll für Erwachsene darf nicht einfach unverändert bei einem kleinen Kind angewendet werden. Moderne CT-Geräte ermöglichen eine Anpassung der Aufnahmeparameter an Körpergrösse, Gewicht, untersuchte Körperregion und medizinische Fragestellung.

Zur Dosisoptimierung gehören unter anderem:

  • angepasste Röhrenspannung und Röhrenstromstärke,
  • automatische Dosismodulation,
  • moderne Rekonstruktionsverfahren,
  • eine möglichst genaue Begrenzung des untersuchten Körperbereichs sowie
  • die Vermeidung unnötiger zusätzlicher Aufnahmeserien.

Gerade zusätzliche CT-Phasen vor oder nach einer Kontrastmittelgabe können die Gesamtdosis erhöhen und werden bei Kindern deshalb nur durchgeführt, wenn sie für die diagnostische Fragestellung tatsächlich erforderlich sind.

Ist eine Low-Dose-CT bei Kindern immer ausreichend?

Nein. Der Begriff Low-Dose allein sagt noch nicht, ob eine Untersuchung für die jeweilige Fragestellung geeignet ist. Bei Kindern wird grundsätzlich versucht, die Strahlendosis so niedrig wie sinnvoll möglich zu halten.

Eine zu starke Dosisreduktion wäre jedoch nicht sinnvoll, wenn dadurch das Bildrauschen so stark zunimmt, dass eine wichtige Erkrankung übersehen werden könnte.

Die richtige Dosis ist deshalb nicht die niedrigstmögliche Dosis, sondern die niedrigste Dosis, mit der die medizinische Fragestellung zuverlässig beantwortet werden kann. Wie moderne CT-Protokolle diesen Kompromiss erreichen, erläutern wir ausführlicher im Beitrag Low-Dose-CT: Was bedeutet das und wann wird es eingesetzt?.

Wann werden bei Kindern Ultraschall oder MRI eingesetzt?

Wenn ein Verfahren ohne ionisierende Strahlung die medizinische Frage zuverlässig beantworten kann, kann es gegenüber einer CT bevorzugt werden. Ultraschall spielt deshalb in der Kinderradiologie eine besonders wichtige Rolle, beispielsweise bei vielen Untersuchungen des Bauchraums.

Auch MRI kommt bei zahlreichen Fragestellungen zum Einsatz. Es benötigt keine ionisierende Strahlung und bietet insbesondere bei Gehirn, Rückenmark, Gelenken und vielen Weichteilerkrankungen eine ausgezeichnete Darstellung.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Ultraschall oder MRI grundsätzlich besser sind. Bei bestimmten Verletzungen, Erkrankungen der Lunge, komplizierten Knochenverletzungen oder akuten Notfällen kann eine CT schneller oder diagnostisch geeigneter sein.

Mehr über die besonderen Möglichkeiten der Sonografie im Kindesalter erfahren Sie im Beitrag Ultraschall bei Kindern.

Was ist bei wiederholten CT-Untersuchungen wichtig?

Manche Kinder benötigen aufgrund einer Erkrankung mehrere bildgebende Untersuchungen. In solchen Situationen wird besonders sorgfältig geprüft, welche Untersuchungen tatsächlich notwendig sind und ob Verlaufskontrollen mit Ultraschall, MRI oder einem dosisreduzierten CT-Protokoll möglich sind.

Für das stochastische Strahlenrisiko ist dabei auch die kumulative Exposition von Bedeutung. Deshalb sollten vorhandene Voraufnahmen genutzt und unnötige Wiederholungsuntersuchungen vermieden werden.

Es gibt jedoch keine festgelegte maximale Zahl von CT-Untersuchungen, die ein Kind im Laufe seines Lebens erhalten darf. Jede Untersuchung wird anhand ihres eigenen medizinischen Nutzens beurteilt. Eine notwendige CT sollte nicht allein deshalb unterbleiben, weil bereits früher CT-Untersuchungen durchgeführt wurden.

Häufige Missverständnisse

„Während einer Schwangerschaft darf niemals ein CT gemacht werden.“

Nein. Ultraschall und MRI werden bevorzugt, wenn sie diagnostisch gleichwertig und rechtzeitig verfügbar sind. Eine medizinisch notwendige CT darf jedoch auch während einer Schwangerschaft durchgeführt werden.

„Bei jeder CT wird das ungeborene Kind bestrahlt.“

Nicht direkt. Bei Untersuchungen von Kopf, Hals oder Extremitäten liegt der Uterus weit ausserhalb des direkten Strahlenfeldes. Auch bei einer CT des Brustkorbs befindet sich der Fetus normalerweise ausserhalb des direkten Untersuchungsfeldes. Eine relevante direkte Exposition entsteht vor allem bei Untersuchungen von Bauch und Becken.

„Eine CT in der Schwangerschaft kann zu Fehlbildungen führen.“

Die für Fehlbildungen und andere deterministische Strahlenschäden erforderlichen Dosisbereiche werden bei einer einzelnen modernen diagnostischen CT normalerweise nicht erreicht. Davon zu unterscheiden ist das sehr kleine stochastische Langzeitrisiko, das sich auch bei niedrigen Strahlendosen nicht vollständig ausschliessen lässt.

„Nach einer CT muss über einen Schwangerschaftsabbruch nachgedacht werden.“

Nein. Eine einzelne diagnostische CT ist nach den heute üblichen Untersuchungsprotokollen kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. Eine individuelle Dosisberechnung kann bei ungewöhnlichen oder mehrfachen direkten Expositionen von Bauch und Becken sinnvoll sein.

„Kinder sollten grundsätzlich kein CT bekommen.“

Nein. Unnötige CT-Untersuchungen sollen vermieden werden. Ist eine CT medizinisch gerechtfertigt, kann ihr diagnostischer Nutzen das sehr kleine Strahlenrisiko deutlich überwiegen.

„Ein Kinder-CT ist einfach ein Erwachsenen-CT mit kleinerem Bildausschnitt.“

Nein. Ein kindgerechtes CT-Protokoll berücksichtigt Körpergrösse, untersuchte Region und medizinische Fragestellung. Die technischen Aufnahmeparameter werden entsprechend angepasst.

Fazit

Eine CT in Schwangerschaft und bei Kindern wird besonders sorgfältig geplant. Dabei muss zwischen deterministischen Strahlenwirkungen mit einer Dosisschwelle und stochastischen Langzeitrisiken unterschieden werden.

Bei einer einzelnen modernen diagnostischen CT sind deterministische Strahlenschäden des ungeborenen Kindes nicht zu erwarten. Entscheidend für die tatsächliche fetale Exposition ist vor allem die untersuchte Körperregion: Bei CT-Untersuchungen von Kopf, Hals, Thorax oder Extremitäten liegt der Fetus ausserhalb des direkten Strahlenfeldes, während Untersuchungen von Bauch und Becken zu einer höheren Uterus- beziehungsweise Fetaldosis führen.

Ein sehr kleines stochastisches Strahlenrisiko lässt sich bei ionisierender Strahlung grundsätzlich nicht vollständig ausschliessen. Deshalb werden unnötige Untersuchungen vermieden und notwendige Untersuchungen konsequent dosisoptimiert.

Ist eine CT medizinisch notwendig, sollte sie jedoch weder bei einer Schwangeren noch bei einem Kind allein aus Angst vor Strahlung unterlassen werden. Entscheidend sind eine klare medizinische Indikation, das geeignete Untersuchungsverfahren und ein optimal an Patient:in und Fragestellung angepasstes CT-Protokoll.

Weiterführende Beiträge

Literatur und weiterführende Informationen

  1. American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG): Guidelines for Diagnostic Imaging During Pregnancy and Lactation. Committee Opinion No. 723. Obstetrics & Gynecology. 2017;130:e210–e216, reaffirmed 2026.
  2. International Commission on Radiological Protection (ICRP): Pregnancy and Medical Radiation. ICRP Publication 84. Annals of the ICRP. 2000;30(1).
  3. International Commission on Radiological Protection (ICRP): The 2007 Recommendations of the International Commission on Radiological Protection. ICRP Publication 103. Annals of the ICRP. 2007;37(2–4).
  4. International Atomic Energy Agency (IAEA): Radiation Protection and Safety in Medical Uses of Ionizing Radiation. IAEA Safety Standards Series.
  5. Sensakovic WF, Royall I, Hough M, et al.: Fetal Dosimetry at CT: A Primer. RadioGraphics. 2020;40:1061–1070.
  6. American College of Radiology (ACR): Manual on Contrast Media. Aktuelle Fassung.
  7. European Society of Urogenital Radiology (ESUR), Contrast Media Safety Committee: ESUR Guidelines on Contrast Agents. Aktuelle Fassung.
  8. World Health Organization (WHO): Communicating Radiation Risks in Paediatric Imaging. Geneva: WHO; 2016.
  9. U.S. Food and Drug Administration (FDA): Pediatric X-ray Imaging.
  10. Alliance for Radiation Safety in Pediatric Imaging: Image Gently – Computed Tomography: Child-size the radiation dose.
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