Ultraschall bei Kindern: Möglichkeiten und Grenzen

Ultraschalluntersuchung des Bauches bei einem Kind

Ultraschall bei Kindern spielt in der medizinischen Bildgebung eine besonders wichtige Rolle. Die Untersuchung kommt ohne ionisierende Strahlung aus, kann unmittelbar durchgeführt werden und liefert Bilder in Echtzeit. Bei vielen Beschwerden und Erkrankungen ist Ultraschall deshalb eine der ersten bildgebenden Untersuchungen.

Hinzu kommen Möglichkeiten, die vom Alter des Kindes abhängen. Bei Säuglingen kann beispielsweise durch die noch offene Fontanelle das Gehirn untersucht werden. Mit zunehmendem Alter verändern sich die sonografisch zugänglichen Strukturen und damit auch die Fragestellungen.

Kurz gesagt: Warum wird Ultraschall bei Kindern so häufig eingesetzt?

Ultraschall verbindet bei Kindern mehrere Vorteile: Er verwendet keine ionisierende Strahlung, benötigt normalerweise keine Sedierung und kann während Bewegung oder Atmung untersuchen. Viele Organe und oberflächliche Strukturen lassen sich sehr gut darstellen.

Bei bestimmten Fragestellungen ist Ultraschall deshalb die primäre Bildgebung. Er ersetzt jedoch nicht grundsätzlich Röntgen, CT oder MRI. Entscheidend ist immer, welches Verfahren die medizinische Frage zuverlässig beantworten kann.

Was ist bei Kindern anders als bei Erwachsenen?

Kinder sind nicht einfach kleinere Erwachsene. Körpergrösse, Organentwicklung und anatomische Verhältnisse verändern sich vom Neugeborenen bis zum Jugendlichen erheblich.

Bei Säuglingen liegen viele Strukturen relativ oberflächlich. Ausserdem sind bestimmte Knochen noch nicht vollständig verknöchert. Dadurch entstehen teilweise besonders günstige Bedingungen für Ultraschall.

Einige dieser diagnostischen Möglichkeiten verschwinden mit zunehmendem Alter. Das bekannteste Beispiel ist die Ultraschalluntersuchung des Gehirns durch die offene Fontanelle.

Ultraschall des Gehirns beim Säugling: die Fontanelle als Schallfenster

Der Schädel eines Neugeborenen besteht aus mehreren Knochen, zwischen denen zunächst noch nicht vollständig geschlossene Bereiche liegen. Die grösste davon ist die vordere Fontanelle.

Da Ultraschallwellen einen geschlossenen knöchernen Schädel kaum durchdringen können, lässt sich das Gehirn bei älteren Kindern und Erwachsenen mit gewöhnlichem Ultraschall nicht ausreichend untersuchen. Die offene Fontanelle bildet beim Säugling dagegen ein natürliches Schallfenster.

Der kleine Schallkopf wird vorsichtig auf die Fontanelle aufgesetzt. Dadurch können unter anderem Hirnstrukturen und das Ventrikelsystem – die mit Flüssigkeit gefüllten Hohlräume des Gehirns – dargestellt werden.

Was kann man beim Schädelultraschall erkennen?

Die Neurosonografie, also die Ultraschalluntersuchung des Gehirns, wird besonders bei Früh- und Neugeborenen eingesetzt.

Sie kann beispielsweise helfen, bestimmte Hirnblutungen zu erkennen und ihre Entwicklung zu kontrollieren. Auch Erweiterungen der Hirnkammern und verschiedene angeborene oder erworbene Veränderungen können sonografisch auffallen.

Ein grosser praktischer Vorteil besteht darin, dass die Untersuchung bei einem Neugeborenen häufig direkt am Bett durchgeführt und bei Bedarf wiederholt werden kann.

Mit dem Verschluss der Fontanelle wird dieses Schallfenster zunehmend kleiner. Für viele Fragestellungen des Gehirns ist dann insbesondere das MRI die geeignetere Bildgebung.

Warum werden die Hüften von Säuglingen mit Ultraschall untersucht?

Ein weiteres typisches Einsatzgebiet ist die Hüftsonografie im Säuglingsalter. Zu diesem Zeitpunkt bestehen wichtige Anteile des Hüftgelenks noch aus Knorpel und lassen sich mit Ultraschall darstellen.

Dadurch können die Form der Hüftpfanne und die Lage des Hüftkopfes beurteilt werden. Ziel ist insbesondere, Entwicklungsstörungen des Hüftgelenks frühzeitig zu erkennen.

Mit zunehmender Verknöcherung verändern sich die Möglichkeiten des Ultraschalls. Auch hier zeigt sich, dass die geeignete Bildgebung bei Kindern vom Entwicklungsalter abhängen kann.

Welche Rolle spielt Ultraschall bei Bauchschmerzen?

Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Gründen für bildgebende Untersuchungen bei Kindern. Ultraschall kann dabei viele Bauch- und Beckenorgane darstellen und ist für zahlreiche Fragestellungen besonders geeignet.

Untersucht werden können unter anderem:

  • Leber und Gallenblase,
  • Nieren und Harnwege,
  • Harnblase,
  • Milz,
  • Teile des Pankreas,
  • Darmabschnitte sowie
  • innere Geschlechtsorgane, wenn dies für die Fragestellung erforderlich ist.

Bei akuten Beschwerden kann Ultraschall ausserdem gezielt nach bestimmten Ursachen suchen.

Kann man eine Blinddarmentzündung im Ultraschall erkennen?

Bei Verdacht auf eine Appendizitis, also eine Entzündung des Wurmfortsatzes des Blinddarms, spielt Ultraschall bei Kindern eine wichtige Rolle.

Wenn die Appendix ausreichend dargestellt werden kann, lassen sich typische Veränderungen erkennen. Dazu gehören beispielsweise eine Vergrösserung und Veränderungen der Wand und des umgebenden Gewebes.

Die Appendix ist jedoch nicht bei jedem Kind vollständig sichtbar. Darmgas, ihre Lage und andere Untersuchungsbedingungen können die Beurteilung erschweren. Ein nicht dargestellter Wurmfortsatz bedeutet deshalb weder automatisch, dass eine Appendizitis vorliegt, noch dass sie sicher ausgeschlossen ist.

Bei weiterhin bestehendem Verdacht entscheidet die klinische Situation darüber, ob weitere Diagnostik notwendig ist.

Welche Erkrankungen des Darms können mit Ultraschall untersucht werden?

Obwohl Luft im Darm die Ultraschalluntersuchung erschweren kann, lassen sich bestimmte Darmerkrankungen bei Kindern sehr gut sonografisch beurteilen.

Ein klassisches Beispiel ist die Invagination. Dabei schiebt sich ein Darmabschnitt in einen benachbarten Darmabschnitt hinein. Im Ultraschall können dafür typische Bilder entstehen.

Auch die Darmwand, ihre Dicke und Beweglichkeit sowie die umgebenden Gewebe können bei bestimmten Fragestellungen beurteilt werden.

Nieren und Harnwege: ein wichtiges Einsatzgebiet

Ultraschall eignet sich sehr gut zur Untersuchung der Nieren, Harnwege und Harnblase bei Kindern.

Bereits bei Neugeborenen und Säuglingen können beispielsweise Erweiterungen des Nierenbeckens oder andere anatomische Besonderheiten untersucht werden. Bei älteren Kindern gehören Schmerzen, wiederkehrende Harnwegsinfektionen oder Auffälligkeiten beim Wasserlassen zu möglichen Gründen für eine sonografische Untersuchung.

Da keine ionisierende Strahlung verwendet wird, eignet sich Ultraschall auch gut für bestimmte Verlaufskontrollen.

Kann man die Lunge von Kindern mit Ultraschall untersuchen?

Auf den ersten Blick scheint die Lunge für Ultraschall ungeeignet, denn Luft reflektiert Ultraschallwellen stark. Eine gesunde luftgefüllte Lunge kann deshalb nicht wie Leber oder Niere direkt durchschallt werden.

Dennoch hat sich der Lungenultraschall für bestimmte Fragestellungen etabliert. Untersucht werden vor allem die Pleura – das Brustfell – und charakteristische Ultraschallzeichen an der Grenzfläche zur Lunge.

So können beispielsweise Flüssigkeit im Brustkorb und bestimmte Veränderungen erkannt werden, die bis an die Lungenoberfläche reichen. Ultraschall ersetzt jedoch nicht bei jeder Erkrankung eine Röntgenaufnahme oder andere Bildgebung des Thorax.

Was kann Ultraschall an Muskeln, Sehnen und Gelenken zeigen?

Auch bei Kindern und Jugendlichen können Muskeln, Sehnen, Gelenke und oberflächliche Weichteile mit Ultraschall untersucht werden.

Sportverletzungen gewinnen insbesondere bei älteren Kindern und Jugendlichen an Bedeutung. Ultraschall kann beispielsweise Flüssigkeitsansammlungen, bestimmte Sehnen- und Muskelverletzungen sowie oberflächliche Veränderungen darstellen.

Wie bei Erwachsenen besteht ein besonderer Vorteil darin, dass eine Struktur während der Bewegung untersucht werden kann.

Kann Ultraschall Knochenbrüche bei Kindern erkennen?

Ultraschallwellen dringen nicht durch den Knochen, die Knochenoberfläche lässt sich jedoch sehr gut darstellen. Eine Fraktur kann deshalb sonografisch als Unterbrechung oder Stufe der normalerweise glatten Knochenoberfläche sichtbar werden.

Bei Kindern kommen Besonderheiten des wachsenden Knochens hinzu. Veränderungen des Periosts – der Knochenhaut – und bestimmte Verletzungen oberflächlich gelegener Knochen können sonografisch gut erkennbar sein.

Ultraschall kann deshalb bei ausgewählten Frakturfragestellungen eine wichtige Rolle spielen. Er ersetzt die Röntgendiagnostik bei Verdacht auf einen Knochenbruch jedoch nicht grundsätzlich. Welche Methode geeignet ist, hängt unter anderem von Knochen, Verletzungstyp und klinischer Fragestellung ab.

Warum ist fehlende Röntgenstrahlung bei Kindern besonders relevant?

Ultraschall verwendet keine ionisierende Strahlung. Das unterscheidet die Methode von Röntgen und CT.

Bei Kindern wird besonders sorgfältig darauf geachtet, medizinisch unnötige Strahlenexposition zu vermeiden. Kinder haben eine längere verbleibende Lebenszeit als ältere Erwachsene und sich entwickelnde Gewebe reagieren empfindlicher auf ionisierende Strahlung.

Wenn eine medizinische Frage zuverlässig mit Ultraschall beantwortet werden kann, ist die fehlende Strahlenexposition deshalb ein wichtiger Vorteil.

Das bedeutet jedoch nicht, dass eine medizinisch notwendige Röntgen- oder CT-Untersuchung vermieden werden sollte. Wenn diese Verfahren die benötigte diagnostische Information besser oder schneller liefern, kann ihr Nutzen deutlich wichtiger sein als das mit der Strahlenexposition verbundene geringe Risiko.

Was erlebt ein Kind bei der Ultraschalluntersuchung?

Die Untersuchung ähnelt grundsätzlich dem Ultraschall bei Erwachsenen. Die betreffende Körperregion wird freigemacht, Gel auf die Haut gegeben und der Schallkopf darüber bewegt.

Bei Säuglingen und kleinen Kindern können Eltern häufig in unmittelbarer Nähe bleiben. Eine ruhige Umgebung und eine altersgerechte Erklärung erleichtern die Untersuchung.

Ultraschall hat dabei einen praktischen Vorteil: Das Kind muss normalerweise nicht vollkommen bewegungslos bleiben. Viele Untersuchungen können an die Situation angepasst und gegebenenfalls unterbrochen und fortgesetzt werden.

Eine Sedierung ist für die gewöhnliche Ultraschalluntersuchung in der Regel nicht erforderlich.

Muss mein Kind auf die Untersuchung vorbereitet werden?

Das hängt von der untersuchten Körperregion ab. Für viele Untersuchungen ist keine besondere Vorbereitung notwendig.

Bei bestimmten Untersuchungen des Bauches kann es hilfreich sein, vorher nichts zu essen. Für Untersuchungen der Harnblase und bestimmter Beckenorgane kann dagegen eine gefüllte Harnblase benötigt werden.

Bei Säuglingen und kleinen Kindern werden Vorbereitung und Nüchternzeiten altersgerecht angepasst. Entscheidend sind deshalb immer die konkreten Hinweise der Praxis oder Klinik.

Warum kann Ultraschall bei Kindern manchmal besonders gute Bilder liefern?

Bei Säuglingen und kleinen Kindern liegen viele Organe näher am Schallkopf als bei Erwachsenen. Die Ultraschallwellen müssen dadurch teilweise weniger Gewebe durchdringen.

Ausserdem können höhere Ultraschallfrequenzen verwendet werden, die eine sehr detailreiche Darstellung oberflächlicher Strukturen ermöglichen.

Die gute Bildqualität ist jedoch nicht bei jedem Kind und jeder Körperregion gleich. Auch bei Kindern können beispielsweise Darmgas, Knochen oder die Lage einer Struktur die Untersuchung begrenzen.

Wo liegen die Grenzen des Ultraschalls bei Kindern?

Die grundlegenden physikalischen Grenzen sind dieselben wie bei Erwachsenen. Besonders Luft und Knochen behindern die Ausbreitung der Ultraschallwellen.

Das Gehirn lässt sich deshalb nach dem Verschluss der Fontanellen nicht mehr wie beim Säugling untersuchen. Auch tief im Körper oder hinter luftgefüllten Strukturen gelegene Veränderungen können sonografisch schwer oder gar nicht zugänglich sein.

Eine weitere Grenze besteht darin, dass manche Erkrankungen einen Überblick über grössere Körperregionen oder Gewebestrukturen erfordern, den Ultraschall nicht liefern kann.

Wann ist ein MRI sinnvoller?

Das MRI verwendet ebenfalls keine ionisierende Strahlung und bietet eine sehr detaillierte Darstellung vieler Weichteile.

Es kann beispielsweise bei Erkrankungen des Gehirns und Rückenmarks, bei komplexen Gelenkverletzungen, Veränderungen des Knochenmarks und zahlreichen anderen Fragestellungen erforderlich sein.

Bei kleinen Kindern besteht allerdings eine praktische Herausforderung: Für gute MRI-Aufnahmen muss das Kind über längere Zeit möglichst ruhig liegen. Abhängig von Alter, Untersuchungsdauer und Fragestellung kann deshalb gelegentlich eine Sedierung oder Narkose notwendig werden.

Wann braucht ein Kind trotzdem eine Röntgenuntersuchung?

Röntgen ist besonders für viele Fragestellungen an Knochen und Thorax geeignet. Bei zahlreichen Verletzungen ist die Röntgenaufnahme deshalb weiterhin eine wichtige primäre Untersuchung.

Die Strahlendosis wird bei Kindern an Körpergrösse und Fragestellung angepasst. Eine medizinisch notwendige Röntgenaufnahme sollte nicht allein aus Sorge vor Strahlung unterlassen werden.

Ultraschall und Röntgen sind daher keine konkurrierenden Verfahren. Je nach Fragestellung kann eines der beiden Verfahren geeigneter sein oder beide können sich ergänzen.

Wann ist eine CT notwendig?

Die CT verwendet ionisierende Strahlung, kann dafür aber grosse Körperregionen sehr schnell und detailliert darstellen.

Bei bestimmten akuten Erkrankungen oder schweren Verletzungen kann dieser Geschwindigkeits- und Informationsvorteil entscheidend sein. In solchen Situationen kann eine CT auch bei Kindern die richtige Untersuchung sein.

Wenn eine CT erforderlich ist, werden die Untersuchungsparameter an die Körpergrösse des Kindes und die medizinische Fragestellung angepasst.

Häufige Missverständnisse

„Bei Kindern sollte man immer Ultraschall statt Röntgen machen.“

Nein. Ultraschall ist bei vielen Fragestellungen die geeignete primäre Untersuchung, kann aber nicht jede diagnostische Frage beantworten. Bei manchen Erkrankungen oder Verletzungen sind Röntgen, MRI oder CT besser geeignet.

„Ultraschall kann das Gehirn jedes Kindes untersuchen.“

Nein. Die besonders gute Darstellung des Gehirns ist vor allem bei Säuglingen möglich, solange geeignete Fontanellen als Schallfenster zur Verfügung stehen.

„Ultraschall kann keine Knochenbrüche zeigen.“

So pauschal stimmt das nicht. Ultraschall kann Veränderungen der Knochenoberfläche und bei bestimmten Frakturen typische Befunde darstellen. Für viele Frakturfragestellungen bleibt die Röntgenuntersuchung jedoch wichtig.

„Ultraschall kann die Lunge nicht untersuchen.“

Die luftgefüllte Lunge lässt sich nicht wie ein solides Organ durchschallen. Bestimmte Veränderungen an Pleura und Lungenoberfläche sowie Flüssigkeitsansammlungen können sonografisch dennoch sehr gut erkannt werden.

„Eine CT ist bei Kindern grundsätzlich zu gefährlich.“

Nein. CT verwendet ionisierende Strahlung und wird bei Kindern deshalb gezielt eingesetzt. Wenn eine CT medizinisch notwendig ist, kann der diagnostische Nutzen das geringe strahlenbedingte Risiko deutlich überwiegen.

Risiken und Grenzen

Diagnostischer Ultraschall verwendet keine ionisierende Strahlung und hat bei fachgerechter Anwendung ein sehr gutes Sicherheitsprofil.

Seine wichtigste Einschränkung besteht nicht in einer Strahlenbelastung, sondern darin, dass bestimmte Körperregionen und Erkrankungen mit Schallwellen nicht ausreichend dargestellt werden können. Eine gute pädiatrische Bildgebung bedeutet deshalb nicht, grundsätzlich Ultraschall zu verwenden, sondern für jedes Kind und jede Fragestellung die geeignete Untersuchung auszuwählen.

Wann sollte man das medizinische Team informieren?

Teilen Sie möglichst genau mit, welche Beschwerden Ihr Kind hat, wo Schmerzen auftreten und seit wann sie bestehen. Frühere Untersuchungen, Operationen oder relevante Vorerkrankungen können ebenfalls wichtig sein.

Wenn Ihr Kind grosse Angst vor der Untersuchung hat oder bestimmte Positionen aufgrund von Schmerzen nicht einnehmen kann, sollten Sie dies vor Beginn ansprechen. Die Untersuchung kann häufig entsprechend angepasst werden.

Häufige Fragen

Ist Ultraschall für Babys sicher?

Diagnostischer Ultraschall verwendet keine ionisierende Strahlung und gilt bei fachgerechter medizinischer Anwendung als sicheres Untersuchungsverfahren.

Tut ein Ultraschall meinem Kind weh?

Normalerweise nicht. Bei einer bereits schmerzhaften oder entzündeten Körperregion kann der Druck des Schallkopfs allerdings unangenehm sein.

Warum wird bei einem Baby der Kopf geschallt?

Solange die Fontanelle offen ist, kann sie als natürliches Schallfenster zum Gehirn genutzt werden. Dadurch lassen sich beispielsweise die Hirnkammern und bestimmte Blutungen untersuchen.

Kann Ultraschall eine Blinddarmentzündung ausschliessen?

Ultraschall kann eine Appendizitis häufig erkennen. Die Appendix ist jedoch nicht bei jedem Kind vollständig sichtbar. Ob nach einem unklaren Ultraschall weitere Diagnostik notwendig ist, hängt vom gesamten klinischen Befund ab.

Braucht mein Kind nach dem Ultraschall manchmal trotzdem ein MRI oder eine CT?

Ja. Wenn die entscheidende Körperregion mit Ultraschall nicht ausreichend beurteilt werden kann oder eine andere Bildgebung zusätzliche Informationen liefert, kann eine weitere Untersuchung sinnvoll oder notwendig sein.

Fazit

Ultraschall besitzt in der Bildgebung von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen einen hohen Stellenwert. Er kommt ohne ionisierende Strahlung aus und bietet je nach Alter besondere diagnostische Möglichkeiten – vom Gehirn durch die offene Fontanelle bis zur Untersuchung von Bauchorganen, Harnwegen, Lunge, Gelenken und oberflächlichen Knochenstrukturen.

Seine Grenzen sind ebenso wichtig: Nicht jede Erkrankung und nicht jede Körperregion lässt sich sonografisch ausreichend beurteilen. Gute Kinderradiologie bedeutet deshalb, Ultraschall gezielt dort als primäre Bildgebung einzusetzen, wo er die medizinische Frage zuverlässig beantworten kann – und Röntgen, MRI oder CT einzusetzen, wenn diese Verfahren die benötigten Informationen besser liefern.

Literatur und weiterführende Informationen

  1. American Institute of Ultrasound in Medicine (AIUM). AIUM Practice Parameter for the Performance of Neurosonography in Neonates and Infants. Journal of Ultrasound in Medicine. 2024. DOI: 10.1002/jum.16551.
  2. American College of Radiology (ACR), Radiological Society of North America (RSNA). Pediatric Ultrasound – Abdomen. RadiologyInfo.org. Zuletzt überprüft am 1. Juni 2026.
  3. American College of Radiology (ACR), Radiological Society of North America (RSNA). General Ultrasound. RadiologyInfo.org. Zuletzt überprüft am 23. September 2024.
  4. American College of Radiology (ACR), Radiological Society of North America (RSNA). Radiation Safety for Children. RadiologyInfo.org. Zuletzt überprüft am 25. August 2024.
  5. American College of Radiology (ACR). ACR Appropriateness Criteria. Evidenzbasierte Empfehlungen zur Auswahl bildgebender Untersuchungen, einschliesslich pädiatrischer klinischer Fragestellungen.
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