Offenes MRI: Vorteile, Nachteile und Upright-MRI

Offenes MRI und Upright-MRI mit liegendem und sitzendem Patienten

Offenes MRI: Vorteile, Nachteile und Upright-MRI

Ein offenes MRI unterscheidet sich vor allem durch die Bauform von einem klassischen MRI mit röhrenförmiger Öffnung. Statt den Körper weitgehend zu umschliessen, lassen offene Systeme seitlich deutlich mehr Raum. Das kann insbesondere für Menschen mit Platzangst oder bestimmten körperlichen Einschränkungen angenehm sein.

Doch offene MRI-Geräte sind nicht alle gleich. Neben Systemen, bei denen Patient:innen zwischen zwei übereinanderliegenden Magnetpolen liegen, gibt es sogenannte Upright-MRI-Systeme. Bei ihnen kann die Untersuchung je nach Gerät im Sitzen oder Stehen und teilweise sogar in unterschiedlichen Funktionsstellungen erfolgen. Das eröffnet besondere diagnostische Möglichkeiten, bringt aber auch technische Grenzen mit sich.

Kurz gesagt

Ein offenes MRI bietet mehr Freiraum als ein klassisches röhrenförmiges MRI und kann deshalb für Patient:innen mit Platzangst eine Alternative sein. Viele offene Systeme arbeiten allerdings mit einer geringeren Magnetfeldstärke als moderne geschlossene 1,5- oder 3-Tesla-Geräte. Abhängig von Gerät und Fragestellung kann dies Auswirkungen auf Bildqualität, räumliche Auflösung und Untersuchungsdauer haben.

Eine besondere Form ist das Upright-MRI. Es ermöglicht ausgewählte Untersuchungen im Sitzen oder Stehen. Dadurch können beispielsweise Veränderungen der Wirbelsäule unter natürlicher Gewichtsbelastung oder in Beugung und Streckung untersucht werden.

Was ist ein offenes MRI?

Bei einem klassischen MRI befindet sich der Patient während der Untersuchung innerhalb einer röhrenförmigen Öffnung des Magneten. Moderne Geräte besitzen häufig eine relativ kurze und breite Öffnung, bleiben konstruktiv jedoch geschlossene MRI-Systeme.

Bei einem offenen MRI ist die Magnetkonstruktion anders aufgebaut. Eine verbreitete Bauform besitzt einen oberen und einen unteren Magnetpol. Der Patient liegt zwischen diesen beiden Elementen, während die Seiten weitgehend offen bleiben.

Vereinfacht kann man sich diese Konstruktion wie zwei übereinanderliegende Platten vorstellen, zwischen denen sich der Untersuchungstisch befindet. Dadurch bleibt der Blick zur Seite frei und das Gefühl, sich in einer Röhre zu befinden, wird deutlich reduziert.

Ist jedes offene MRI gleich?

Nein. Der Begriff offenes MRI beschreibt verschiedene technische Konzepte. Neben den offenen Systemen mit einem oberen und unteren Magnetpol gibt es Geräte, bei denen die Magnetpole seitlich angeordnet sind.

Diese Bauweise ermöglicht bei entsprechenden Systemen Untersuchungen in aufrechter Körperposition. Patient:innen können beispielsweise sitzen oder stehen, anstatt ausschliesslich auf einem Untersuchungstisch zu liegen. Solche Geräte werden häufig als Upright-MRI, Weight-Bearing-MRI oder Positional-MRI bezeichnet.

Daneben existieren unterschiedliche Zwischenformen und moderne MRI-Geräte mit besonders kurzer und weiter Öffnung. Ein sogenanntes Wide-Bore-MRI ist deshalb nicht automatisch ein offenes MRI.

Ist ein offenes MRI besser bei Platzangst?

Für Menschen mit ausgeprägter Platzangst kann die offenere Bauweise einen wesentlichen Vorteil darstellen. Der Patient ist weniger von der Geräteverkleidung umgeben und kann bei vielen Systemen seitlich aus dem Gerät heraussehen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Platzangst in einem offenen MRI grundsätzlich ausgeschlossen ist. Auch dort müssen Patient:innen während der Untersuchung längere Zeit ruhig in einer vorgegebenen Position bleiben. Zudem befinden sich je nach Bauform Teile des Magneten relativ nah am Körper.

Studien zeigen, dass sowohl moderne offene Systeme als auch kurze, weit geöffnete MRI-Geräte die Untersuchung für Menschen mit Platzangst erleichtern können. Welches Gerät individuell besser toleriert wird, lässt sich jedoch nicht zuverlässig vorhersagen.

Welche Vorteile hat ein offenes MRI?

Der offensichtlichste Vorteil ist der grössere Freiraum während der Untersuchung. Darüber hinaus kann die offene Konstruktion bei bestimmten Patientengruppen die Positionierung erleichtern.

Mögliche Vorteile sind:

  • weniger ausgeprägtes Gefühl einer geschlossenen Röhre,
  • mehr Sichtkontakt zur Umgebung,
  • möglicherweise bessere Verträglichkeit bei Platzangst,
  • teilweise mehr Platz für Patient:innen mit eingeschränkter Beweglichkeit,
  • je nach Gerät besondere Möglichkeiten zur Positionierung,
  • bei Upright-Systemen Untersuchungen im Sitzen oder Stehen,
  • bei bestimmten Upright-Systemen Aufnahmen unter Gewichtsbelastung und in Funktionsstellungen.

Welche Nachteile hat ein offenes MRI?

Viele offene MRI-Systeme arbeiten mit einer niedrigeren Magnetfeldstärke als moderne geschlossene MRI-Geräte mit 1,5 oder 3 Tesla. Eine niedrigere Feldstärke bedeutet grundsätzlich weniger verfügbares MRI-Signal.

Dies kann durch technische Massnahmen teilweise ausgeglichen werden. Abhängig von Gerät, Körperregion und Fragestellung können jedoch längere Messzeiten erforderlich sein oder Unterschiede bei räumlicher Auflösung und Bildqualität entstehen.

Das bedeutet nicht, dass Aufnahmen eines offenen MRI grundsätzlich schlecht oder diagnostisch unbrauchbar sind. Moderne offene Systeme können für zahlreiche Fragestellungen eine gute diagnostische Bildqualität liefern. Entscheidend ist, ob das konkrete Gerät für die geplante Untersuchung geeignet ist.

Für besonders anspruchsvolle Fragestellungen, sehr kleine Strukturen oder Untersuchungen, bei denen eine hohe räumliche oder zeitliche Auflösung erforderlich ist, kann ein modernes 1,5- oder 3-Tesla-System Vorteile bieten.

Ist das Magnetfeld eines offenen MRI weniger homogen?

Die Qualität eines MRI lässt sich nicht allein anhand der Magnetfeldstärke oder der offenen beziehungsweise geschlossenen Bauweise beurteilen. Auch die Homogenität des Magnetfeldes, die verwendeten Spulen, die Gradienten, die Sequenzen und die Software beeinflussen die Bildqualität.

Offene und insbesondere niedrigfeldige Systeme stellen technisch andere Anforderungen als geschlossene Hochfeldsysteme. Eine pauschale Aussage wie „offene MRI haben ein schlechtes oder inhomogenes Magnetfeld“ wäre jedoch nicht korrekt. Moderne Geräte werden so konstruiert, dass innerhalb des für die Bildgebung erforderlichen Bereichs eine ausreichende Magnetfeldhomogenität erreicht wird.

Was ist ein Upright-MRI?

Ein Upright-MRI ist ein spezielles offenes MRI, das Untersuchungen in aufrechter Körperposition ermöglicht. Je nach Gerät und Fragestellung kann der Patient sitzen oder stehen.

Damit unterscheidet sich das Upright-MRI grundlegend von der üblichen Untersuchung in Rückenlage. Bei bestimmten Körperregionen verändert die aufrechte Position die Belastungsverhältnisse und damit auch die Anatomie.

Besonders interessant ist dieses Prinzip für die Untersuchung der Wirbelsäule und für ausgewählte funktionelle Untersuchungen.

Warum kann ein MRI der Wirbelsäule im Stehen interessant sein?

Bei einem klassischen MRI wird die Wirbelsäule normalerweise im Liegen untersucht. Dadurch ist sie deutlich weniger durch das Körpergewicht belastet als beim Sitzen oder Stehen.

Ein Upright-MRI ermöglicht dagegen Aufnahmen unter natürlicher Gewichtsbelastung. Dabei können sich anatomische Verhältnisse gegenüber der Rückenlage verändern.

Untersuchungen haben gezeigt, dass sich beispielsweise die Stellung der Wirbel, die Bandscheiben, die Zwischenwirbellöcher und die Weite des Spinalkanals abhängig von der Körperposition verändern können. Besonders bei einem Wirbelgleiten, einer sogenannten Spondylolisthesis, können belastete Aufnahmen zusätzliche Informationen liefern.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Upright-MRI grundsätzlich genauer ist oder bei allen Rückenschmerzen durchgeführt werden sollte. Zwar sind positionsabhängige Veränderungen gut dokumentiert, der zusätzliche klinische Nutzen für die Behandlung ist jedoch nicht für jede Fragestellung abschliessend geklärt.

Kann man die Wirbelsäule in Beugung und Streckung untersuchen?

Ein weiterer Vorteil bestimmter Upright-Systeme ist die Möglichkeit, die Wirbelsäule in unterschiedlichen Positionen zu untersuchen. Dazu gehören beispielsweise Flexion und Extension, also Vorbeugung und Rückwärtsneigung.

Dadurch können Veränderungen sichtbar werden, die in einer neutralen Rückenlage weniger ausgeprägt sind. Dies kann beispielsweise die Stellung einzelner Wirbel, Bandscheiben, den Spinalkanal oder die Nervenaustrittsöffnungen betreffen.

Voraussetzung ist allerdings, dass der Patient die jeweilige Position ausreichend lange und möglichst bewegungsfrei einhalten kann. Bewegung während einer MRI-Sequenz kann die Bildqualität erheblich beeinträchtigen.

Kann ein Upright-MRI Bandscheiben unter Belastung zeigen?

Ja. Bandscheiben verändern unter Belastung ihre Form und teilweise auch ihre räumlichen Beziehungen zu angrenzenden Strukturen. Ein Upright-MRI kann solche Veränderungen unter Gewichtsbelastung darstellen.

Dadurch können sich beispielsweise Unterschiede gegenüber einer Untersuchung in Rückenlage zeigen. Ob eine solche zusätzliche Untersuchung medizinisch sinnvoll ist, hängt jedoch von den Beschwerden und der konkreten Fragestellung ab.

Eine Veränderung, die im Stehen deutlicher sichtbar wird, erklärt zudem nicht automatisch die Beschwerden. Wie bei jeder Bildgebung müssen die MRI-Befunde mit Symptomen und klinischer Untersuchung zusammen beurteilt werden.

Welche Rolle spielt das Upright-MRI bei der MR-Defäkographie?

Die MR-Defäkographie ist eine funktionelle MRI-Untersuchung des Beckenbodens. Dabei wird untersucht, wie sich Beckenboden, Rektum und benachbarte Organe während Anspannung, Pressen und Entleerung verhalten.

Eine MR-Defäkographie kann auch in einem konventionellen MRI in Rückenlage durchgeführt werden. Ein offenes System, das eine Untersuchung im Sitzen ermöglicht, bietet jedoch einen besonderen physiologischen Ansatz: Die Entleerung erfolgt dabei in einer Körperposition, die der natürlichen Situation auf einer Toilette näherkommt.

Vergleichende Untersuchungen zeigen, dass sich die Position von Beckenbodenorganen zwischen liegender und sitzender Untersuchung unterscheiden kann. Das kann bei ausgewählten funktionellen Fragestellungen diagnostisch relevant sein.

Deshalb kann eine Untersuchung im Sitzen bei bestimmten Beckenbodenstörungen zusätzliche Informationen liefern. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass eine MR-Defäkographie grundsätzlich nur im Upright-MRI sinnvoll oder diagnostisch verwertbar wäre.

Ist ein Upright-MRI für jede Untersuchung geeignet?

Nein. Die Möglichkeit, im Sitzen oder Stehen zu untersuchen, ist nur dann ein Vorteil, wenn die Körperposition für die medizinische Fragestellung relevante zusätzliche Informationen liefern kann. Ein Upright-MRI ist deshalb kein grundsätzlich besserer oder komfortablerer Ersatz für ein konventionelles MRI.

Für zahlreiche Untersuchungen kann ein modernes geschlossenes 1,5- oder 3-Tesla-MRI die geeignetere Methode sein. Das betrifft insbesondere Fragestellungen, bei denen eine sehr hohe räumliche Auflösung, spezielle MRI-Sequenzen, kurze Messzeiten oder eine besonders detaillierte Gewebedarstellung erforderlich sind.

Dazu können je nach Fragestellung beispielsweise Untersuchungen des Gehirns, des Rückenmarks, der inneren Organe, der Gefässe, der Brust oder der Prostata sowie bestimmte Tumor-, Entzündungs- und Gefässdiagnostiken gehören. Auch spezielle Untersuchungsverfahren sind nicht auf jedem offenen oder Upright-MRI verfügbar.

Welche Untersuchung an einem offenen MRI sinnvoll durchgeführt werden kann, hängt zudem vom konkreten Gerät ab. Offene MRI-Systeme unterscheiden sich erheblich hinsichtlich Magnetfeldstärke, Spulentechnik, verfügbarer Sequenzen und Bildqualität. Die Bezeichnung „offenes MRI“ allein sagt deshalb noch nicht aus, ob das Gerät für eine bestimmte Untersuchung geeignet ist.

Patient:innen sollten die Wahl des Gerätes daher nicht allein nach dem Komfort treffen. Entscheidend ist zunächst, welches MRI-System die medizinische Fragestellung zuverlässig beantworten kann. Besteht beispielsweise eine ausgeprägte Platzangst, kann anschliessend gemeinsam mit der radiologischen Einrichtung geprüft werden, ob ein offenes MRI für genau diese Untersuchung eine geeignete Alternative darstellt.

Ist ein offenes MRI für übergewichtige Patient:innen besser geeignet?

Das kann der Fall sein, lässt sich aber nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind die tatsächlichen Abmessungen des Gerätes, die verfügbare Öffnung, die Breite des Untersuchungstisches und dessen zulässige Gewichtsbelastung.

Ein modernes Wide-Bore-MRI kann für manche Patient:innen sogar mehr nutzbaren Platz bieten als bestimmte offene Systeme. Deshalb sollte bei eingeschränkten Platzverhältnissen vor der Terminvereinbarung direkt bei der radiologischen Einrichtung nachgefragt werden.

Ist ein offenes MRI genauso sicher wie ein geschlossenes MRI?

Auch ein offenes MRI arbeitet mit einem starken Magnetfeld und unterliegt den gleichen grundlegenden MRI-Sicherheitsprinzipien. Implantate, Herzschrittmacher, Neurostimulatoren, Medikamentenpumpen und mögliche metallische Fremdkörper müssen deshalb auch vor einer offenen MRI-Untersuchung sorgfältig abgeklärt werden.

„Offen“ bedeutet also nicht, dass die üblichen MRI-Sicherheitsregeln entfallen.

Wann kann ein offenes MRI sinnvoll sein?

Ein offenes MRI kann insbesondere erwogen werden, wenn:

  • eine ausgeprägte Platzangst die Untersuchung in einem konventionellen MRI erschwert,
  • besondere Anforderungen an die Positionierung bestehen,
  • ein Upright-MRI für eine spezielle funktionelle Fragestellung zusätzliche Informationen liefern kann,
  • die Wirbelsäule gezielt unter Gewichtsbelastung untersucht werden soll,
  • positionsabhängige Veränderungen in Flexion oder Extension beurteilt werden sollen,
  • bei ausgewählten Beckenbodenuntersuchungen eine sitzende Position diagnostisch sinnvoll erscheint.

Wann kann ein klassisches MRI die bessere Wahl sein?

Ein konventionelles modernes 1,5- oder 3-Tesla-MRI kann insbesondere dann Vorteile bieten, wenn eine sehr hohe Bildqualität, eine hohe räumliche Auflösung oder spezielle anspruchsvolle MRI-Sequenzen erforderlich sind.

Auch die Verfügbarkeit spezialisierter Spulen und Untersuchungsprotokolle spielt eine Rolle. Die Entscheidung sollte deshalb nicht allein danach getroffen werden, welches Gerät offener oder angenehmer erscheint, sondern danach, welches System die medizinische Fragestellung zuverlässig beantworten kann.

Häufige Missverständnisse über das offene MRI

„Ein offenes MRI ist immer besser bei Platzangst.“
Nicht unbedingt. Viele Patient:innen empfinden die offene Bauweise als angenehmer. Auch moderne kurze Wide-Bore-Systeme können jedoch bei Platzangst gut toleriert werden.

„Offene MRI machen grundsätzlich schlechte Bilder.“
Nein. Die Bildqualität hängt von vielen technischen Faktoren ab. Bei bestimmten Fragestellungen können niedrigere Feldstärken jedoch gegenüber modernen Hochfeldsystemen Nachteile haben.

„Ein Upright-MRI ist genauer als ein normales MRI.“
So allgemein stimmt das nicht. Es kann bei bestimmten belastungs- oder positionsabhängigen Fragestellungen zusätzliche Informationen liefern.

„Wenn eine Bandscheibenveränderung im Stehen deutlicher wird, ist damit die Ursache der Schmerzen bewiesen.“
Nein. Bildbefunde müssen immer gemeinsam mit Beschwerden und klinischen Befunden beurteilt werden.

„Eine MR-Defäkographie funktioniert nur im Sitzen.“
Nein. Sie kann auch in einem konventionellen MRI in Rückenlage durchgeführt werden. Die sitzende Untersuchung kann bei ausgewählten Fragestellungen jedoch zusätzliche funktionelle Informationen liefern.

Häufige Fragen zum offenen MRI

Was ist der Unterschied zwischen einem offenen MRI und einem Wide-Bore-MRI?

Ein Wide-Bore-MRI besitzt weiterhin eine röhrenförmige Magnetöffnung, diese ist jedoch besonders weit und häufig relativ kurz. Ein offenes MRI besitzt dagegen eine andere Magnetkonstruktion mit deutlich stärker geöffneten Seiten.

Kann ich mit starker Platzangst ein offenes MRI wählen?

Das kann eine gute Möglichkeit sein. Ob ein offenes oder ein modernes kurzes Wide-Bore-Gerät individuell besser geeignet ist, hängt jedoch von der Ausprägung der Platzangst und von der erforderlichen Untersuchung ab.

Ist ein offenes MRI schwächer als ein normales MRI?

Viele offene und Upright-Systeme arbeiten mit niedrigeren Magnetfeldstärken als typische geschlossene 1,5- oder 3-Tesla-Geräte. Es gibt jedoch unterschiedliche Bauarten und Feldstärken, sodass die Bezeichnung „offen“ allein keine Aussage über die technische Leistungsfähigkeit erlaubt.

Kann man im MRI wirklich stehen?

Ja. Spezielle Upright-MRI-Systeme ermöglichen Untersuchungen im Stehen oder Sitzen. Das gilt jedoch nicht für jedes offene MRI.

Warum untersucht man die Wirbelsäule im Stehen?

Im Stehen wirkt das Körpergewicht auf die Wirbelsäule. Dadurch können sich anatomische Verhältnisse gegenüber der unbelasteten Rückenlage verändern. Bei ausgewählten Fragestellungen können solche belastungsabhängigen Veränderungen zusätzliche Informationen liefern.

Kann ein Upright-MRI ein normales MRI ersetzen?

Nicht grundsätzlich. Das Upright-MRI besitzt besondere Vorteile bei bestimmten funktionellen und belastungsabhängigen Fragestellungen. Für viele andere Untersuchungen kann ein modernes konventionelles Hochfeld-MRI die geeignetere Methode sein.

Fazit

Ein offenes MRI kann insbesondere für Menschen mit Platzangst eine interessante Alternative zum klassischen röhrenförmigen MRI sein. Die offenere Bauweise bedeutet jedoch nicht automatisch, dass das Gerät für jede medizinische Fragestellung besser geeignet ist. Feldstärke, Spulentechnik, Untersuchungsprotokoll und die erforderliche Bildqualität müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Eine besondere Form ist das Upright-MRI. Untersuchungen im Sitzen oder Stehen ermöglichen die Darstellung anatomischer Veränderungen unter Gewichtsbelastung und teilweise auch in Flexion und Extension. Besonders bei ausgewählten Fragestellungen der Wirbelsäule und bei funktionellen Untersuchungen des Beckenbodens kann dies zusätzliche Informationen liefern.

Entscheidend ist deshalb nicht, ob ein MRI offen oder geschlossen ist, sondern welches Gerät und welches Untersuchungsprotokoll die konkrete medizinische Frage am zuverlässigsten beantworten können.

Literatur und weiterführende Informationen

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