Warum dauert eine MRI-Untersuchung so lange?

Patientin vor einer MRI-Untersuchung mit verschiedenen MRI-Sequenzen

Die Dauer einer MRI-Untersuchung überrascht viele Patient:innen. Während eine CT-Aufnahme häufig innerhalb weniger Sekunden erfolgt, kann eine MRI je nach Körperregion und Fragestellung deutlich länger dauern.

Der wichtigste Grund liegt in der Art, wie MRI-Bilder entstehen. Eine MRI-Untersuchung besteht normalerweise nicht aus einer einzigen Aufnahme, sondern aus mehreren unterschiedlichen Messsequenzen. Jede Sequenz liefert andere Informationen über das untersuchte Gewebe.

Kurz gesagt: Wie lange dauert eine MRI-Untersuchung?

Viele MRI-Untersuchungen dauern ungefähr 15 bis 45 Minuten. Manche gezielten Untersuchungen sind kürzer, komplexe Untersuchungen können länger dauern.

Die MRI-Untersuchungszeit hängt vor allem davon ab, wie viele unterschiedliche Messsequenzen für die medizinische Fragestellung benötigt werden. Für jedes Bild müssen zahlreiche Signale angeregt, räumlich zugeordnet und gemessen werden.

Je mehr diagnostische Informationen benötigt werden und je höher die erforderliche Bildqualität ist, desto mehr Messungen können notwendig sein.

Wie MRI-Bilder grundsätzlich entstehen, erklären wir ausführlicher im Beitrag „Wie funktioniert MRI?“.

Warum beeinflussen MRI-Sequenzen die Untersuchungszeit?

Wenn Patient:innen während einer MRI unterschiedliche Klopf- und Brummgeräusche hören, beginnen und enden häufig verschiedene Messsequenzen (festgelegte Abfolgen von MRI-Messungen, die bestimmte Gewebeeigenschaften sichtbar machen).

Je nach Fragestellung werden beispielsweise T1-gewichtete, T2-gewichtete oder diffusionsgewichtete Aufnahmen erstellt. Zusätzlich können Techniken eingesetzt werden, die das Signal von Fett oder anderen Gewebekomponenten gezielt beeinflussen.

Die einzelnen Bildserien sind deshalb keine unnötigen Wiederholungen derselben Aufnahme. Sie zeigen unterschiedliche Eigenschaften des Gewebes und ergänzen sich bei der diagnostischen Beurteilung.

Warum kann man nicht alles mit einer einzigen MRI-Sequenz sehen?

Eine besondere Stärke des MRI ist sein hoher und gezielt veränderbarer Gewebekontrast. Gleichzeitig ist genau das ein Grund für die längere Untersuchungszeit.

Eine einzelne Sequenz kann nicht sämtliche für die Diagnose wichtigen Eigenschaften eines Gewebes optimal darstellen. Flüssigkeit, Fett, Entzündungen, Blutprodukte oder andere Veränderungen können je nach Sequenz unterschiedlich erscheinen.

Radiolog:innen stellen deshalb ein Untersuchungsprotokoll aus mehreren Sequenzen zusammen. Welche davon benötigt werden, hängt von der Körperregion und der medizinischen Fragestellung ab.

Was passiert während einer einzelnen MRI-Messung?

Während einer MRI-Sequenz werden die Wasserstoffkerne im Körper durch Hochfrequenzimpulse angeregt. Magnetfeldgradienten sorgen dafür, dass die entstehenden Signale räumlich zugeordnet werden können.

Für die Berechnung eines diagnostisch nutzbaren Bildes reicht jedoch nicht eine einzige Messung. Das MRI muss eine grosse Menge an Signalinformationen erfassen. Vereinfacht gesagt wird der für die Bildberechnung benötigte Datensatz schrittweise aufgebaut.

Je nach Sequenz, räumlicher Auflösung und verwendeter Technik kann dieser Vorgang Sekunden bis mehrere Minuten dauern. Mehrere solcher Messungen bestimmen gemeinsam die gesamte MRI-Untersuchungszeit.

Warum kann eine längere Messzeit die Bildqualität verbessern?

Ein MRI misst vergleichsweise schwache Signale aus dem Körper. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist deshalb das Signal-Rausch-Verhältnis (Verhältnis zwischen nutzbarer Bildinformation und störendem Hintergrundrauschen).

Mehr Messinformationen oder wiederholte Messungen können dieses Verhältnis verbessern. Gleichzeitig kostet das zusätzliche Zeit.

Bei der Planung einer MRI-Untersuchung muss deshalb ein sinnvoller Kompromiss gefunden werden: Die Bilder sollen ausreichend detailreich und diagnostisch zuverlässig sein, die Untersuchung aber nicht unnötig lange dauern.

Wovon hängt die Dauer einer MRI-Untersuchung ab?

Die Dauer einer MRI-Untersuchung hängt wesentlich von der medizinischen Fragestellung ab.

Eine gezielte Untersuchung einer einzelnen Struktur kann ein anderes und möglicherweise kürzeres Protokoll benötigen als eine komplexe Untersuchung mehrerer anatomischer Regionen.

Auch innerhalb derselben Körperregion können sich die Protokolle unterscheiden. Ein MRI des Kopfes wegen einer bestimmten Fragestellung muss beispielsweise nicht dieselben Sequenzen enthalten wie eine Untersuchung bei einer anderen Erkrankung.

Deshalb gibt es keine allgemeingültige Untersuchungsdauer für „ein MRI“. Entscheidend ist nicht allein die Körperregion, sondern welche diagnostischen Informationen benötigt werden.

Wie viel Zeit sollte man insgesamt für ein MRI einplanen?

Viele MRI-Untersuchungen dauern ungefähr 15 bis 45 Minuten. Zur eigentlichen Messzeit kommt jedoch weitere Zeit hinzu.

Dazu gehören beispielsweise Vorbereitung und Lagerung, die Auswahl und Positionierung der Empfangsspulen sowie gegebenenfalls das Legen eines venösen Zugangs.

Wird Kontrastmittel benötigt, können zusätzliche Bildserien vor und nach der Kontrastmittelgabe erforderlich sein.

Die Zeit, die Sie insgesamt in der radiologischen Einrichtung verbringen, ist deshalb normalerweise länger als die reine Messzeit im MRI-Gerät.

Hinweise zur Vorbereitung finden Sie im Beitrag „MRI-Vorbereitung: Muss man nüchtern sein?“.

Warum muss man während der MRI so ruhig liegen?

Während einer Sequenz werden Bildinformationen über einen bestimmten Zeitraum gesammelt. Bewegt sich der untersuchte Körperbereich während dieser Zeit, passen die nacheinander gemessenen Daten möglicherweise nicht mehr exakt zusammen.

Dadurch können Bewegungsartefakte (durch Bewegung verursachte Bildstörungen) entstehen. Bilder können beispielsweise unscharf werden oder störende Strukturen zeigen, die eine zuverlässige Beurteilung erschweren.

Bei ausgeprägten Bewegungsartefakten muss eine Sequenz unter Umständen wiederholt werden. Dadurch verlängert sich die MRI-Untersuchung zusätzlich.

Warum können Atemkommandos die MRI-Dauer beeinflussen?

Bei Untersuchungen von Brustkorb und Bauchraum bewegen sich viele Organe mit der Atmung. Leber, Bauchspeicheldrüse, Nieren und andere Strukturen verändern während des Atemzyklus ihre Position.

Bestimmte Sequenzen werden deshalb während kurzer Atempausen aufgenommen. Andere Messverfahren können die Daten mit der Atmung synchronisieren oder Bewegungen rechnerisch berücksichtigen.

Gelingt eine erforderliche Atemphase nicht ausreichend, kann es notwendig sein, einzelne Messungen zu wiederholen. Auch dadurch kann sich die Dauer der Untersuchung verlängern.

Warum spielt der Herzschlag eine Rolle?

Auch das Herz und die grossen Blutgefässe bewegen sich ständig. Bei bestimmten Untersuchungen werden MRI-Messungen deshalb mit dem Herzschlag synchronisiert.

Dafür können beispielsweise EKG-Signale verwendet werden. Die Bilddaten werden dann zu bestimmten Zeitpunkten des Herzzyklus erfasst oder entsprechend zugeordnet.

Diese Techniken ermöglichen eine gezielte Darstellung bewegter Strukturen, machen die Untersuchung jedoch technisch aufwendiger.

Verlängert MRI-Kontrastmittel die Untersuchungszeit?

Wenn MRI-Kontrastmittel benötigt wird, werden häufig zunächst Aufnahmen ohne Kontrastmittel erstellt. Anschliessend wird das Kontrastmittel über eine Vene verabreicht und es folgen weitere Sequenzen.

Bei manchen Fragestellungen ist zusätzlich der genaue Zeitpunkt nach der Kontrastmittelgabe wichtig. Die Untersuchung wird deshalb entsprechend geplant.

Nicht jede MRI benötigt Kontrastmittel. Wann es sinnvoll ist und welche Risiken berücksichtigt werden, erklären wir ausführlich im Beitrag „MRI-Kontrastmittel: Nutzen und Risiken“.

Kann moderne Technik die MRI-Untersuchung verkürzen?

Ja. Moderne Spulensysteme, leistungsfähige Gradienten sowie neue Aufnahme- und Rekonstruktionsverfahren können die Messzeit deutlich reduzieren.

Ein Beispiel ist die Parallelbildgebung (MRI-Technik, bei der mehrere Empfangselemente gleichzeitig genutzt werden, um die benötigte Messzeit zu verkürzen).

Weitere Verfahren nutzen mathematische Eigenschaften der Bilddaten, beispielsweise Compressed Sensing (Methode zur Rekonstruktion von Bildern aus gezielt reduzierten Messdaten). Zunehmend kommen auch auf künstlicher Intelligenz beziehungsweise Deep Learning basierende Rekonstruktionsverfahren zum Einsatz.

Solche Techniken können dazu beitragen, schneller diagnostisch geeignete Bilder zu erzeugen.

Warum dauert ein modernes MRI trotzdem nicht nur fünf Minuten?

Beschleunigung hat Grenzen. Werden zu wenige Informationen gemessen, können Bildrauschen, Artefakte oder ein Verlust diagnostisch wichtiger Details zunehmen.

Technische Fortschritte werden ausserdem nicht ausschliesslich dazu genutzt, Untersuchungen kürzer zu machen. Die gewonnene Leistungsfähigkeit kann auch für eine höhere räumliche Auflösung, dünnere Schichten oder zusätzliche diagnostische Informationen eingesetzt werden.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Wie schnell kann man ein MRI durchführen? Sondern: Wie schnell können die benötigten diagnostischen Informationen in ausreichender Qualität gewonnen werden?

Kann die Dauer einer MRI-Untersuchung bewusst verkürzt werden?

Für bestimmte medizinische Fragestellungen gibt es verkürzte oder sogenannte abbreviierte MRI-Protokolle (gezielt verkürzte Untersuchungsprotokolle mit einer begrenzten Auswahl notwendiger Sequenzen).

Ein solches Protokoll ist jedoch nicht automatisch für jede Untersuchung geeignet. Werden wichtige Sequenzen weggelassen, können Informationen fehlen, die für eine andere Fragestellung notwendig wären.

Die Auswahl des Untersuchungsprotokolls sollte deshalb nicht allein nach der gewünschten Untersuchungsdauer erfolgen, sondern nach der medizinischen Aufgabe.

Was können Patient:innen zu einer möglichst kurzen MRI beitragen?

Eine gute Vorbereitung kann helfen, unnötige Verzögerungen und Wiederholungen zu vermeiden.

Dazu gehört insbesondere, vor der Untersuchung alle Fragen zu Implantaten, medizinischen Geräten und metallischen Fremdkörpern vollständig zu beantworten.

Während der Messungen ist es hilfreich, möglichst ruhig zu liegen und Atemkommandos genau zu befolgen.

Wenn Schmerzen, starke Platzangst oder andere Probleme das ruhige Liegen erschweren könnten, sollte das MRI-Team möglichst bereits vor Beginn der Untersuchung informiert werden. So kann die Untersuchung entsprechend vorbereitet werden, bevor die eigentlichen Messungen beginnen.

Weitere Hinweise finden Sie in den Beiträgen „MRI und Metall: Implantate, Herzschrittmacher und Schmuck“ und Platzangst beim MRI: Was hilft?.

Häufige Missverständnisse zur MRI-Untersuchungszeit

„Das MRI ist langsam, weil das Gerät technisch veraltet ist.“

Nein. Die längere Messzeit ergibt sich wesentlich aus dem physikalischen Prinzip der Magnetresonanztomografie und daraus, dass mehrere unterschiedliche Sequenzen benötigt werden.

Moderne Technik kann viele Messungen beschleunigen, aber nicht jede notwendige diagnostische Information ohne entsprechenden Zeitaufwand gewinnen.

„Die vielen Messungen sind immer dieselben Bilder.“

Nein. Unterschiedliche Sequenzen können unterschiedliche Gewebeeigenschaften hervorheben und liefern Radiolog:innen deshalb zusätzliche diagnostische Informationen.

„Wenn ich mich bewege, kann der Computer das einfach korrigieren.“

Nicht immer. Bewegungskorrekturen sind bei bestimmten Sequenzen möglich und werden technisch immer besser. Grössere Bewegungen können die Bildqualität jedoch weiterhin erheblich beeinträchtigen und eine Wiederholung erforderlich machen.

„Ein kürzeres MRI ist automatisch moderner oder besser.“

Nein. Die Untersuchungsdauer allein sagt wenig über die Qualität einer MRI-Untersuchung aus. Entscheidend ist, ob das gewählte Protokoll die medizinische Fragestellung zuverlässig beantworten kann.

Fazit

Die Dauer einer MRI-Untersuchung ist kein Zeichen dafür, dass das Gerät langsam arbeitet. Sie entsteht vor allem dadurch, dass mehrere unterschiedliche Messsequenzen benötigt werden und für jede Sequenz ausreichend Signalinformationen gesammelt werden müssen.

Viele MRI-Untersuchungen dauern ungefähr 15 bis 45 Minuten. Die tatsächliche Dauer hängt jedoch von Körperregion, medizinischer Fragestellung, Untersuchungsprotokoll und gegebenenfalls zusätzlichen Aufnahmen ab.

Moderne Techniken können die MRI-Untersuchungszeit zunehmend verkürzen. Entscheidend bleibt jedoch die diagnostische Qualität: Eine MRI sollte nicht möglichst lange, aber auch nicht möglichst kurz dauern – sondern genau so lange, wie für die zuverlässige Beantwortung der medizinischen Frage erforderlich ist.

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Literatur und weiterführende Informationen

  1. Hamilton JI, Seiberlich N: Recent Advances in Parallel Imaging for MRI. Progress in Nuclear Magnetic Resonance Spectroscopy. 2017;101:71–95.
  2. Lustig M, Donoho D, Pauly JM: Sparse MRI: The Application of Compressed Sensing for Rapid MR Imaging. Magnetic Resonance in Medicine. 2007;58:1182–1195.
  3. Knoll F, Hammernik K, Zhang C, et al.: Deep-Learning Methods for Parallel Magnetic Resonance Imaging Reconstruction: A Survey of the Current Approaches, Trends, and Issues. IEEE Signal Processing Magazine. 2020;37:128–140.
  4. McRobbie DW, Moore EA, Graves MJ, Prince MR: MRI from Picture to Proton. Cambridge University Press.
  5. Westbrook C, Talbot J: MRI in Practice. Wiley-Blackwell.
  6. Brown RW, Cheng YCN, Haacke EM, Thompson MR, Venkatesan R: Magnetic Resonance Imaging: Physical Principles and Sequence Design. Wiley-Blackwell.
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