Eine Ultraschall-Untersuchung benötigt häufig keine besondere Vorbereitung. Bei bestimmten Untersuchungen kann es jedoch wichtig sein, nüchtern zu bleiben oder mit gefüllter Harnblase zum Termin zu kommen. Welche Vorbereitung notwendig ist, hängt vor allem von der untersuchten Körperregion und der medizinischen Fragestellung ab.
Auch der Ablauf kann etwas variieren. Meist liegen Sie auf einer Untersuchungsliege, auf die Haut wird Ultraschallgel aufgetragen und die untersuchende Person bewegt einen Schallkopf über die entsprechende Körperregion. Der folgende Beitrag erklärt, was Sie vor, während und nach der Untersuchung erwartet.
Kurz gesagt: Wie läuft eine Ultraschall-Untersuchung ab?
Für die Untersuchung wird die entsprechende Körperregion freigemacht und etwas Gel auf die Haut aufgetragen. Anschliessend bewegt die Ärztin, der Arzt oder eine entsprechend qualifizierte Fachperson den Schallkopf über die Haut und betrachtet die Bilder unmittelbar auf einem Monitor.
Die Untersuchung ist normalerweise schmerzfrei. Manchmal ist etwas Druck mit dem Schallkopf erforderlich oder Sie werden gebeten, tief einzuatmen, kurz die Luft anzuhalten oder Ihre Körperposition zu verändern.
Muss ich mich auf einen Ultraschall vorbereiten?
Das hängt von der Art der Untersuchung ab. Für viele Ultraschalluntersuchungen ist keine besondere Vorbereitung erforderlich. Das gilt beispielsweise häufig für Untersuchungen der Schilddrüse, oberflächlicher Weichteile, Muskeln, Sehnen oder vieler Gefässe.
Anders kann es bei Untersuchungen des Bauches, der Nieren, der Harnblase oder des Beckens sein. Hier können Essen, Trinken und der Füllungszustand der Harnblase beeinflussen, wie gut bestimmte Organe dargestellt werden können.
Entscheidend sind deshalb immer die Vorbereitungshinweise der Praxis oder Klinik, in der Ihre Untersuchung stattfindet. Allgemeine Empfehlungen können diese individuellen Anweisungen nicht ersetzen.
Wann muss man für einen Ultraschall nüchtern sein?
Bei bestimmten Ultraschalluntersuchungen des Oberbauchs kann es erforderlich sein, vor der Untersuchung mehrere Stunden nichts zu essen. Ob und wie lange Sie nüchtern bleiben sollen, teilt Ihnen die untersuchende Einrichtung mit.
Ein wichtiger Grund ist die Gallenblase. Nach einer Mahlzeit zieht sie sich zusammen und entleert Gallenflüssigkeit in den Darm. Eine gefüllte Gallenblase lässt sich für bestimmte Fragestellungen häufig besser untersuchen.
Auch Luft und Gas im Magen-Darm-Trakt können die Sicht auf tiefer gelegene Organe beeinträchtigen. Ultraschallwellen werden durch Gas stark gestört. Je nach Fragestellung kann deshalb auch dies bei den Vorbereitungshinweisen berücksichtigt werden.
Wichtig: Bleiben Sie nicht allein aufgrund einer allgemeinen Internetempfehlung nüchtern. Wenn Sie keine Hinweise erhalten haben oder beispielsweise wegen einer Erkrankung regelmässig essen müssen, fragen Sie die untersuchende Praxis oder Klinik nach der für Ihre Untersuchung vorgesehenen Vorbereitung.
Warum soll die Harnblase manchmal gefüllt sein?
Für bestimmte Untersuchungen des Beckens oder der Harnwege kann eine gefüllte Harnblase hilfreich oder notwendig sein. In diesem Fall erhalten Sie möglicherweise die Anweisung, vor der Untersuchung Wasser zu trinken und zunächst nicht zur Toilette zu gehen.
Die Flüssigkeit in der Harnblase bietet gute Bedingungen für die Ausbreitung der Ultraschallwellen. Eine gefüllte Blase kann ausserdem Darmanteile aus dem Untersuchungsbereich verdrängen und dadurch die Darstellung von Organen im kleinen Becken verbessern.
Wie viel Sie trinken sollen und wann, kann je nach Untersuchung und Einrichtung unterschiedlich sein. Folgen Sie deshalb den konkreten Anweisungen Ihres medizinischen Teams.
Darf ich vor dem Ultraschall Medikamente einnehmen?
Ob Medikamente vor einer Ultraschalluntersuchung wie gewohnt eingenommen werden können, hängt von der Untersuchung und Ihrer persönlichen Situation ab. Bei vielen Untersuchungen ist die normale Medikamenteneinnahme kein Problem.
Wenn Sie jedoch ausdrücklich nüchtern bleiben sollen, sollten Sie die erhaltenen Hinweise zur Medikamenteneinnahme beachten. Das ist insbesondere wichtig, wenn Medikamente zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden müssen oder wenn Sie wegen Diabetes Medikamente oder Insulin verwenden.
Setzen Sie verordnete Medikamente nicht selbstständig wegen einer Ultraschalluntersuchung ab. Wenn die Anweisungen nicht eindeutig sind, klären Sie die Einnahme vorher mit der untersuchenden Einrichtung oder dem behandelnden medizinischen Team.
Was sollte ich zum Termin anziehen?
Bequeme Kleidung erleichtert die Untersuchung. Die untersuchte Körperregion muss für den Schallkopf zugänglich sein. Für einen Bauchultraschall muss beispielsweise der Bauch freigemacht werden, bei einer Untersuchung der Schilddrüse der Hals.
Schmuck oder andere Gegenstände im Untersuchungsbereich müssen gegebenenfalls abgelegt werden. Je nach Untersuchung und Einrichtung kann es auch erforderlich sein, einzelne Kleidungsstücke auszuziehen oder Untersuchungskleidung anzulegen.
Was passiert zu Beginn der Untersuchung?
Zunächst wird geklärt, welche Körperregion untersucht werden soll und welche medizinische Fragestellung besteht. Informationen über Beschwerden, Voruntersuchungen oder frühere Operationen können für die gezielte Untersuchung wichtig sein.
Meist liegen Sie anschliessend auf dem Rücken auf einer Untersuchungsliege. Je nach Organ oder Fragestellung kann eine andere Position erforderlich sein.
Auf die Haut wird etwas Ultraschallgel aufgetragen. Das Gel verhindert, dass sich Luft zwischen Schallkopf und Haut befindet, denn Luft würde die Übertragung der Ultraschallwellen erheblich beeinträchtigen.
Was passiert während der Ultraschall-Untersuchung?
Die untersuchende Person setzt den Schallkopf auf die Haut und bewegt oder kippt ihn in unterschiedliche Richtungen. Dadurch werden Organe und andere Strukturen aus verschiedenen Ebenen betrachtet.
Die Bilder entstehen unmittelbar und werden während der Untersuchung auf dem Monitor beurteilt. Anders als bei einer einzelnen Röntgenaufnahme ist die Sonografie deshalb eine dynamische Untersuchung: Die Position des Schallkopfes kann fortlaufend an das angepasst werden, was auf dem Bildschirm zu sehen ist.
Gelegentlich wird etwas stärker mit dem Schallkopf gedrückt. Dadurch können störende Darmanteile verdrängt oder oberflächliche und tiefer gelegene Strukturen besser dargestellt werden. Bei einer empfindlichen oder schmerzhaften Körperregion kann dieser Druck unangenehm sein.
Warum muss ich manchmal tief einatmen oder die Luft anhalten?
Die Atmung bewegt das Zwerchfell und damit auch verschiedene Organe des Oberbauchs. Besonders Leber, Gallenblase, Milz und Nieren verändern während der Atmung ihre Position.
Durch tiefes Einatmen kann beispielsweise ein Organ für kurze Zeit in eine günstigere Position gelangen. Deshalb kann die untersuchende Person Sie bitten, tief einzuatmen und die Luft einige Sekunden anzuhalten.
Das Atemkommando dient also nicht dazu, Bewegungsunschärfe wie bei einer CT-Aufnahme zu vermeiden. Vielmehr wird die natürliche Organbewegung gezielt genutzt, um bestimmte Bereiche besser mit dem Schallkopf zu erreichen.
Warum muss ich manchmal meine Position verändern?
Manche Organe lassen sich aus einer anderen Körperposition besser beurteilen. Sie können deshalb gebeten werden, sich auf die rechte oder linke Seite zu drehen, sich aufzusetzen oder gelegentlich auch aufzustehen.
Die Lageänderung kann ausserdem diagnostische Informationen liefern. Bewegliche Strukturen können ihre Position verändern, Flüssigkeiten anders verteilt werden oder ein bisher durch Darmgas verdeckter Bereich kann besser einsehbar werden.
Wie lange dauert eine Ultraschall-Untersuchung?
Die Dauer hängt stark von der untersuchten Körperregion und der Fragestellung ab. Eine gezielte Untersuchung einer einzelnen oberflächlichen Struktur kann relativ schnell abgeschlossen sein, während eine umfangreiche Untersuchung mehr Zeit benötigt.
Auch auffällige Befunde können die Untersuchung verlängern, weil eine Struktur dann genauer aus verschiedenen Richtungen betrachtet, vermessen und dokumentiert wird.
Eine längere Untersuchungsdauer bedeutet deshalb nicht automatisch, dass etwas Krankhaftes gefunden wurde.
Tut eine Ultraschall-Untersuchung weh?
Eine normale Ultraschalluntersuchung über die Haut ist in der Regel nicht schmerzhaft. Man spürt vor allem den Schallkopf, das Gel und gelegentlich etwas Druck.
Wenn bereits Schmerzen bestehen, kann der notwendige Druck auf die betroffene Region unangenehm sein. Gleichzeitig kann die Reaktion auf gezielten Druck für die medizinische Beurteilung relevant sein.
Sagen Sie der untersuchenden Person, wenn der Druck deutlich schmerzt. Sie kann dies bei der Untersuchung berücksichtigen.
Was passiert nach der Untersuchung?
Nach einer gewöhnlichen Ultraschalluntersuchung wird das Gel von der Haut entfernt. Normalerweise können Sie sich unmittelbar danach wieder anziehen und Ihren üblichen Tätigkeiten nachgehen.
Ob Sie das Untersuchungsergebnis sofort erfahren, hängt von der Organisation der jeweiligen Praxis oder Klinik ab. Manchmal bespricht die untersuchende Ärztin oder der Arzt den Befund unmittelbar mit Ihnen. In anderen Fällen wird zunächst ein schriftlicher Befund erstellt und an die zuweisende Ärztin oder den zuweisenden Arzt übermittelt.
Häufige Missverständnisse
Vor jedem Ultraschall muss man nüchtern sein
Nein. Die notwendige Vorbereitung hängt von der untersuchten Körperregion und der Fragestellung ab. Viele Ultraschalluntersuchungen benötigen überhaupt keine besondere Vorbereitung.
Eine volle Harnblase ist bei jedem Ultraschall notwendig
Nein. Sie ist nur für bestimmte Untersuchungen hilfreich. Bei einer Schilddrüsen- oder Muskeluntersuchung spielt der Füllungszustand der Harnblase beispielsweise keine Rolle.
Je länger die Untersuchung dauert, desto wahrscheinlicher wurde etwas gefunden
Nein. Untersuchungsdauer und Befund lassen sich nicht auf diese Weise miteinander verknüpfen. Anatomische Verhältnisse, Fragestellung, notwendige Messungen und Dokumentation beeinflussen ebenfalls die Dauer.
Ultraschall bedeutet Strahlenbelastung
Nein. Diagnostischer Ultraschall verwendet Schallwellen und keine ionisierende Strahlung. Darin unterscheidet er sich von Röntgenuntersuchungen und CT.
Risiken und Grenzen
Die übliche diagnostische Ultraschalluntersuchung über die Haut ist nicht invasiv und verwendet keine ionisierende Strahlung. Bei sachgerechter medizinischer Anwendung besitzt diagnostischer Ultraschall ein sehr gutes Sicherheitsprofil.
Die Grenzen liegen häufig weniger in der Sicherheit als in den physikalischen Bedingungen der Untersuchung. Luft beziehungsweise Darmgas, Knochen und grosse Untersuchungstiefen können verhindern, dass bestimmte Strukturen ausreichend dargestellt werden.
Deshalb kann es trotz sorgfältig durchgeführter Ultraschalluntersuchung notwendig sein, eine Fragestellung mit einer anderen bildgebenden Methode wie Röntgen, CT oder MRI weiter abzuklären.
Wann sollte ich das medizinische Team informieren?
Informieren Sie die Praxis oder Klinik, wenn Sie die erhaltenen Vorbereitungshinweise nicht einhalten konnten – beispielsweise wenn Sie trotz angeordneter Nüchternheit gegessen haben oder die Harnblase nicht ausreichend gefüllt ist.
Fragen Sie auch nach, wenn die Vorbereitung mit einer Erkrankung oder Ihrer Medikamenteneinnahme kollidiert. Verordnete Medikamente sollten nicht eigenständig abgesetzt oder verändert werden.
Häufige Fragen
Darf ich vor einem Ultraschall Kaffee trinken?
Das hängt von der Untersuchung ab. Wenn Sie ausdrücklich nüchtern bleiben sollen, sollten Sie sich genau an die Vorgaben der untersuchenden Einrichtung halten und bei Unklarheiten vorher nachfragen.
Darf ich vor der Untersuchung Wasser trinken?
Bei vielen Untersuchungen ja; bei manchen ist Trinken sogar ausdrücklich erwünscht, um die Harnblase zu füllen. Entscheidend sind die konkreten Vorbereitungshinweise für Ihre Untersuchung.
Muss ich mich für einen Ultraschall ausziehen?
Nur die zu untersuchende Körperregion muss ausreichend zugänglich sein. Ob weitere Kleidung abgelegt werden muss, hängt von der Untersuchung ab.
Kann ich nach dem Ultraschall Auto fahren?
Nach einer gewöhnlichen Ultraschalluntersuchung über die Haut bestehen normalerweise keine Einschränkungen beim Autofahren. Bei speziellen Eingriffen oder Untersuchungen gelten gegebenenfalls andere Empfehlungen.
Warum drückt die untersuchende Person manchmal stärker?
Durch leichten oder mässigen Druck können störende Strukturen verdrängt und Organe aus einer günstigeren Richtung dargestellt werden. Bei Schmerzen sollten Sie dies unmittelbar mitteilen.
Fazit
Eine Ultraschall-Untersuchung ist für Patient:innen meist unkompliziert. Die wichtigste Vorbereitung besteht darin, die individuellen Hinweise der untersuchenden Praxis oder Klinik zu beachten. Nicht für jeden Ultraschall muss man nüchtern sein, und nicht jede Untersuchung erfordert eine gefüllte Harnblase.
Während der Untersuchung helfen Gel, unterschiedliche Schallkopfpositionen, Atemkommandos und gelegentliche Lagewechsel dabei, die benötigten Strukturen möglichst gut darzustellen. Nach einer normalen Ultraschalluntersuchung sind in der Regel keine besonderen Einschränkungen erforderlich.
Literatur und weiterführende Informationen
- American College of Radiology (ACR), Radiological Society of North America (RSNA). How to Prepare for Your Ultrasound Exam. RadiologyInfo.org. Zuletzt überprüft am 15. Juni 2026.
- American College of Radiology (ACR), Radiological Society of North America (RSNA). General Ultrasound. RadiologyInfo.org. Zuletzt überprüft am 23. September 2024.
- American College of Radiology (ACR), Radiological Society of North America (RSNA). Abdominal Ultrasound. RadiologyInfo.org. Zuletzt überprüft am 11. März 2024.
- U.S. Food and Drug Administration (FDA). Ultrasound Imaging. Informationen zu Funktionsweise, klinischer Anwendung und Sicherheit des diagnostischen Ultraschalls.
- National Health Service (NHS). Ultrasound scan. Patienteninformation zu Vorbereitung, Durchführung und Anwendung von Ultraschalluntersuchungen.


