Bernhard Georg Weber (1927–2002) war ein Schweizer Orthopäde und Unfallchirurg, der durch die Entwicklung der heute weltweit genutzten „Weber-Klassifikation“ für Sprunggelenksfrakturen bekannt wurde. Diese Einteilung ist bis heute ein elementarer Bestandteil der traumatologischen Radiologie.
Biografische Daten
Weber wurde 1927 in Basel geboren. Er studierte Medizin an der Universität Basel und arbeitete in Zürich, Bern und später unter Maurice E. Müller in St. Gallen. 1967 wurde er Chefarzt für Orthopädie und Traumatologie am Kantonsspital St. Gallen. Er publizierte über 180 wissenschaftliche Arbeiten und galt als Pionier der funktionellen Osteosynthese. Weber starb 2002 an Herzversagen in St. Gallen.
Wissenschaftliche Leistungen
Weber publizierte 1972 die nach ihm benannte Klassifikation für laterale Sprunggelenksfrakturen, die sich an der Höhe der Fibulafraktur in Bezug zur Syndesmose orientiert:
– Typ A: Fraktur distal der Syndesmose (infra-syndesmotisch)
– Typ B: Fraktur auf Höhe der Syndesmose (trans-syndesmotisch)
– Typ C: Fraktur proximal der Syndesmose (supra-syndesmotisch)
Diese Einteilung dient bis heute zur Einschätzung der Stabilität, zur Operationsindikation und zur therapeutischen Planung.
Bedeutung in Radiologie, Orthopädie und Notfallmedizin
Die Weber-Klassifikation ist in der Frakturradiologie und Notfalldiagnostik fest etabliert. Typische Anwendungen:
– Beurteilung der Frakturhöhe im konventionellen Röntgenbild (2 Ebenen)
– Einschätzung der Syndesmosenstabilität
– Ergänzung durch MRT bei unklarer Weichteilverletzung
– Operative Planung mittels CT bei komplexen Frakturen
Die Einteilung ist besonders hilfreich für die standardisierte Kommunikation zwischen Radiolog:innen und Unfallchirurg:innen.
Quellen und Literatur
Weber BG. Die Verletzungen des oberen Sprunggelenkes. Bern: Verlag Hans Huber, 1972.
Rammelt S et al. Fractures of the ankle. Dtsch Ärztebl Int. 2013.
Litfl.com – Bernhard Georg Weber (Famous Eponyms).
Netter FH. Atlas of Human Anatomy. Elsevier, 2023.
Standring S (Hrsg.). Gray’s Anatomy. 42. Auflage. Elsevier, 2020.

