Morgan, Thomas Hunt (1866-1945)

Porträt von Thomas Hunt Morgan (1866–1945) als realistische Bleistiftzeichnung in Schwarz-Weiss mit abgedunkeltem Hintergrund, würdevoll und freundlich.

Thomas Hunt Morgan (1866–1945) war ein US-amerikanischer Biologe, Genetiker und Nobelpreisträger. Er gilt als Begründer der „modernen Genetik“ und lieferte mit seinen Experimenten an Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster) den Beweis für die „Chromosomentheorie der Vererbung“.

Biografische Daten
Morgan wurde 1866 in Lexington, Kentucky geboren. Er studierte Zoologie in Kentucky und promovierte an der Johns Hopkins University. Ab 1904 wirkte er an der Columbia University in New York und später am California Institute of Technology. 1933 wurde ihm für seine Verdienste in der Genetik der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin verliehen. Er starb 1945.

Wissenschaftliche Leistungen
Morgan zeigte anhand von Kreuzungsexperimenten mit Fruchtfliegen, dass bestimmte Merkmale – etwa Augenfarbe oder Flügelform – mit bestimmten Chromosomen vererbt werden. Damit bewies er:

– Gene liegen physisch auf Chromosomen
– es existieren gekoppelte Gene (genetische Kopplung)
– Crossing-over erklärt die Rekombination von Merkmalen
– die Vererbung folgt quantifizierbaren Regeln

Er entwickelte die erste „Genkarte“, in der die relative Lage von Genen auf einem Chromosom dargestellt wurde – ein Meilenstein der Molekularbiologie.

Bedeutung in Medizin, Humangenetik und molekularer Bildgebung
Morgans Arbeiten bilden das Fundament der modernen **Humangenetik**, etwa bei:

– der Aufklärung monogener Erkrankungen
– der Chromosomendiagnostik (z. B. Trisomie 21)
– molekulargenetischen Verfahren (PCR, Genomsequenzierung)
– bildgebenden Techniken in der Zytogenetik (z. B. FISH)

Auch die Entwicklung radiologisch orientierter molekularer Bildgebung (z. B. gezielte PET-Tracer) basiert auf dem Verständnis der genetischen Steuerung.

Quellen und Literatur
Morgan TH. The Mechanism of Mendelian Heredity. Holt, 1915.
Sturtevant AH. A History of Genetics. Harper & Row, 1965.
Griffiths AJF et al. Introduction to Genetic Analysis. W. H. Freeman, 2020.
The Nobel Foundation. Nobel Lecture: The Theory of the Gene, 1933.

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